53 Prozent halten VW-Umweltprämie für „billige PR-Aktion“

VW-Prämie schneidet laut Umfrage schlecht ab

| Autor: js/dpa

Auszug aus dem Werbemotiv von VW für die Dieselprämie: Bei den Deutschen stößt die Kampagne zumindest in der Momentaufnahme nur verhalten auf Zustimmung.
Auszug aus dem Werbemotiv von VW für die Dieselprämie: Bei den Deutschen stößt die Kampagne zumindest in der Momentaufnahme nur verhalten auf Zustimmung. (Bild: VW)

53 Prozent der Deutschen halten die jüngst von VW ausgelobte „Umweltprämie“ für eine „billige PR-Aktion“. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von N 24 mit rund 1.000 Teilnehmern. Abgefragt wurde am Mittwoch, 9. August, wie die Deutschen die VW-Prämien-Aktion bewerten und ob sie die Prämie zum Pkw-Neukauf bewegt. Zusätzlich wurden die Probanden befragt, wie sie allgemein zum Diesel stehen.

Unter den Befragten kommt die VW-Aktion schlecht an. Nur 30 Prozent halten es für eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Dieselskandal, und für 61 Prozent der Befragten gibt die Prämie nicht genug Anreiz, einen neuen Pkw zu kaufen. 48 Prozent der Deutschen finden, das Geld solle lieber in eine technische Nachrüstung älterer Diesel investiert werden.

Bei den allgemeineren Fragen rund um den Diesel gaben 43 Prozent der Deutschen an, sie würden künftig definitiv kein Dieselfahrzeug mehr kaufen, weitere 30 Prozent halten den künftigen Kauf eines Diesels für unwahrscheinlich. Nur 9 Prozent der Befragten würden sich sicher wieder einen Diesel anschaffen, 16 Prozent würden das „eher wahrscheinlich“ tun.

27 Prozent der Deutschen wollen Dieselfahrzeuge aus den Innenstädten verbannen – und immerhin 24 Prozent der Befragten plädieren sogar für ein völliges Verbot aller Verbrennungsmotoren in den Innenstädten. 46 Prozent der Deutschen sind grundsätzlich gegen Fahrverbote.

UBA-Chefin sieht Irreführung

Ähnlich wie die Befragten bewertet die Chefin des Umweltbundesamtes die von den Autobauern eingeführten Prämien. „Begriffe wie Umweltprämie oder Umweltbonus, wie sie derzeit von den Autoherstellern verwendet werden, sind irreführend“, sagte Maria Krautzberger der Deutschen Presse-Agentur. Umweltprämien müssten sich an Kriterien wie geringem Schadstoffausstoß, niedrigem Verbrauch und zukunftsweisendem Antrieb orientieren. Falsch sei dagegen, damit vor allem der Verkauf von Euro-6-Dieselautos zu fördern, die nicht dem neuesten Stand der Abgasreinigung entsprächen: „Umwelt und Gesundheit ist damit nicht geholfen.“

Gefördert werden sollten laut Krautzberger Elektroautos, Hybride, sparsame Benziner oder modernste Euro-6d-Dieselfahrzeuge, welche die Grenzwerte auch auf der Straße einhalten. „Es wäre auch falsch, wenn Prämien immer höher werden, je größer – und damit meist umweltschädlicher – das neue Auto ist“, sagte die Behördenchefin.

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