Abgasnorm lässt Kooperation zwischen Volkswagen und Tata platzen

Keine Allianz mit Indiens größtem Autobauer

| Autor: dpa

VW hat kein Glück in Asien. Bereits 2016 ist eine Kooperation mit Suzuki gescheitert - jetzt auch mit Tata.
VW hat kein Glück in Asien. Bereits 2016 ist eine Kooperation mit Suzuki gescheitert - jetzt auch mit Tata. (Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Der Volkswagen-Konzern hat Verhandlungen über eine Partnerschaft mit dem indischen Autobauer Tata eingestellt. Die in den Gesprächen federführende Tochter Skoda und Tata seien zu dem Schluss gekommen, dass derzeit sowohl technisch als auch wirtschaftlich nicht die gewünschten Vorteile einer Kooperation erzielt werden könnten, teilte Skoda am Donnerstag im tschechischen Mlada Boleslav mit. Eine angestrebte strategische Allianz werde deshalb vorerst nicht weiterverfolgt.

„Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass der strategische Nutzen für beide Parteien unter der nötigen Schwelle liegt“, sagte der deutsche Tata-Motors-Chef Günter Butschek. Für künftige Gespräche zeigten sich die Unternehmen aber offen. Im März hatte VW angekündigt, die Entwicklung von Fahrzeugkomponenten bis hin zu möglichen Fahrzeugkonzepten bündeln zu wollen und eine langfristige Partnerschaft auf dem indischen Subkontinent anzustreben.

Damals teilte VW mit, dass eine Entwicklung von gemeinsamen Fahrzeugkomponenten bis hin zu etwaigen Fahrzeugkonzepten möglich sei. In den vergangen Monaten wurde der Plan konkreter: Ziel war es ein Billigauto der VW-Konzernmarke Skoda für den asiatischen Markt zu entwickeln, das unter 5.000 Dollar kostet.

Seit April gilt in Indien die Abgasnorm Bharat Stage IV – das Äquivalent zur Euro 4-Norm. Internen Quellen zufolge war VWs Billigauto auf einer günstigen Plattform eines Tata-Modells geplant und hätte nur mit erheblichem Aufwand die neue Abgasnorm erfüllen können, berichtet das Manager-Magazin online. Dadurch hätte das Fahrzeug die 5.000-Dollar-Marke deutlich überschritten, heißt es weiter.

VW nicht immer mit glücklichem Händchen

VW hat bei Kooperationsvorhaben in der Vergangenheit nicht immer ein glückliches Händchen gehabt. Die Allianz mit Suzuki scheiterte etwa krachend. Nach jahrelangem Streit zogen die beiden Unternehmen, die sogar gegenseitig über Kreuz aneinander beteiligt waren, im Frühjahr 2016 mit Schadenersatzzahlungen von Suzuki einen Schlussstrich unter ihre verunglückte Partnerschaft. Der japanische Kleinwagenspezialist vereinbarte mittlerweile eine Kooperation mit dem VW-Rivalen Toyota.

Unklar ist zudem, wie es mit dem Tata-Mutterkonzern weitergeht. Nach Querelen an der Spitze des indischen Mischkonzerns sucht der seit einigen Monaten amtierende neue Verwaltungsratschef Natarajan Chandrasekaran offenbar Wege, einige unprofitable und teils hoch verschuldete Konzernteile zu verkaufen oder zu verschmelzen. Unter anderem wird seit geraumer Zeit auch über ein Zusammengehen von Tata Steel mit Thyssenkrupp im europäischen Stahlgeschäft gesprochen.

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