ACEA warnt vor Ethanol-Nachrüstung

Nachrüstsätze können Umwelt und Motor schädigen

| Autor: sp-x

Anfang des Jahrtausends waren Ethanol-Autos in Deutschland kurzzeitig populär.
Anfang des Jahrtausends waren Ethanol-Autos in Deutschland kurzzeitig populär. (Bild: Volvo)

In der Dieselkrise werden alternative Kraftstoffe wieder populärer. Wer auf E85 umsteigen will, sollte aber auf eine Nachrüstlösung verzichten. Nachrüstsätze für den Ethanol-Antrieb können laut ACEA Auto und Umwelt schädigen. Der europäische Autoherstellerverband rät daher nun offiziell von einem Einsatz ab. Wer den stark ethanol-haltigen Ottokraftstoff E85 tanken will, sollte sich ein ab Werk geeignetes Fahrzeug beschaffen.

Die ACEA warnt vor allem aus technischen Gründen vor der Nachrüstung. In der Regel werde lediglich die Motorsteuerung per Software-Eingriff geändert, der Motor selbst, die Einspritzung und die Sensorik jedoch nicht. Der Verband befürchtet erhöhten Verschleiß, Motorschäden und Lecks in den Kraftstoffleitungen. Zudem sei die Abgasreinigung nicht auf Ethanol eingestellt und arbeite daher nicht richtig. Darüber hinaus drohten auch Probleme mit der Garantie des Fahrzeugherstellers.

Ethanol beziehungsweise E85 als Kraftstoff spielt in Deutschland im Gegensatz etwa zu den skandinavischen Ländern nur eine Nebenrolle. Knapp 300 Tankstellen in Deutschland bieten den alternativen, aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellten Sprit an, der mit rund einem Euro pro Liter deutlich günstiger ist als normaler Ottokraftstoff. Mitte des vergangenen Jahrzehnts hatten vor allem Ford, Saab und Volvo E85 in Deutschland propagiert und auch einige entsprechende Modelle – „Flexible Fuel Vehicles (FFV)“ genannt – im Programm. Die Fahrzeuge können wahlweise mit Benzin, Ethanol oder einer Mischung von beiden Stoffen betrieben werden. Durchgesetzt hat sich die Technik hierzulande jedoch nicht.

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