Assistenzsysteme sollen für weniger Verkehrstote sorgen

Senkung um gut 50 Prozent denkbar

| Autor: Andreas Grimm

Auffahrunfälle und Seitencrashs können nach Expertenmeinung durch Assistenzsysteme künftig weitgehend vermieden werden.
Auffahrunfälle und Seitencrashs können nach Expertenmeinung durch Assistenzsysteme künftig weitgehend vermieden werden. (Bild: Wenz)

Das ehrgeizige Ziel der Verkehrspolitik lautet „Vision Zero“ – die Idee, dass es im Jahr 2050 nahezu keine Verkehrstoten mehr geben soll. Bis dahin liegt noch ein weiter Weg vor den Verkehrspolitikern und Entwicklern: Im Jahr 2015 starben in der EU noch 26.000 Menschen durch Verkehrsunfälle. Die positive Kehrseite der Statistik: 1991 war die Zahl der Verkehrstoten mit 77.000 noch rund dreimal so hoch.

Autofahren ist also relativ betrachtet inzwischen deutlich sicherer geworden. Ursache der Verbesserung ist die technische Weiterentwicklung durch die Bauteile der aktiven und passiven Sicherheit. Doch dank der Elektronik geht inzwischen noch mehr: Laut dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) könnten nochmals fast 50 Prozent aller Unfälle vermieden oder in ihrer Schwere deutlich gemindert werden, würde ein Fahrassistent eingreifen.

Denn die Unfall-Ursache Nummer Eins lautet weiterhin „menschliches Versagen“ beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren sowie durch die Missachtung der Vorfahrt. Viele dieser Fahrfehler könnten Assistenzsysteme verhindern oder korrigieren. Daher bewerte die EU eine „flächendeckende Verbreitung der Assistenzsysteme als wünschenswert“.

Insofern sind die Verbraucher auf einem guten Weg, denn jüngst hat eine Statistik von Bosch ergeben, dass die Akzeptanz und damit der Einbau von Assistenzsystemen langsam, aber stetig zulegt. 2015 war in Deutschland mehr als jeder zweite neu zugelassene Pkw mit einem Parkassistenten ausgestattet, ungefähr jeder vierte mit automatischen Notbremssystemen und Müdigkeitswarnern.

In Deutschland sind die Autofahrer im Eu-weiten Vergleich recht sicher unterwegs. Der Durchschnitt in den EU-Mitgliedsländern beträgt 51,5 Tote pro eine Million Einwohner und ist damit ähnlich hoch wie in den vergangenen Jahren. Deutschland liegt mit 43 Verkehrstoten pro Million unter dem Durchschnitt, Länder wie Bulgarien und Rumänien mit jeweils über 90 Toten pro Million weit darüber.

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