Premiere für „Auto und Ausbildung“

Erfolgreiche erste Auflage des Ausbilderforums

26.09.2007 | Redakteur: Johannes Büttner

Schirmherr und ZDK-Geschäftsführer Ingo Meyer betonte die große Bedeutung des neuen Forums „Auto und Ausbildung“ in Würzburg.

„Zukunft sichern mit kompetenten Mitarbeitern“ – unter diesem Motto stand der Kongress „Auto und Ausbildung – Das Forum“ Ende September im Würzburger Vogel Convention Center (VCC). Erstmals hatten die Ausbildungsmagazine »autoFACHMANN« und »autoKAUFMANN« sowie der »kfz-betrieb« unter der Schirmherrschaft des ZDK zu der Veranstaltung für Ausbildungsverantwortliche eingeladen; Mobile.de und RepXpert unterstützten sie.

Das Thema Auto und Ausbildung werde immer wichtiger, in vielen Betrieben stehe es aber leider noch nicht ganz oben auf der Tagesordnung, erklärte ZDK-Geschäftsführer Ingo Meyer in seinem Grußwort. Sie ließen sich häufig von den derzeit noch hohen Bewerberzahlen blenden und kümmerten sich nicht genug um das Nachwuchsmarketing. Da komme eine Veranstaltung wie „Auto und Ausbildung – Das Forum“, die den Blick auf die Zukunft der Ausbildung im Kfz-Gewerbe richte, gerade zur rechten Zeit.

Demografischer Wandel wirkt

Wie schnell sich die Verhältnisse auf dem Ausbildungsmarkt in der Bundesrepublik umkehren werden, stellte Meyer in seinem Vortrag unter dem Titel „Demografischer Wandel und Ausbildung“ vor. Schon bald werden sich nicht mehr die Jugendlichen um die Ausbildungsplätze streiten, sondern die Betriebe werden um die besten Schulabgänger konkurrieren.

Fakt ist: In nächster Zeit werden geburtenschwache Jahrgänge die Schulen verlassen und ins Ausbildungs- und Berufsleben wechseln. Der Osten sei schon heute von dieser Entwicklung betroffen. Das bedeute, dass der Westen auf Lücken im Arbeits- und Ausbildungsmarkt nicht mehr in der Form reagieren könne, dass er Bewerber aus dem Osten anlocke. Genauso wenig lasse sich der Mangel an Kindern und Jugendlichen durch Zuwanderung ausgleichen.

Wenn ein Kfz-Betrieb geeignete Bewerber gefunden hat, gilt es, diese zu guten Leistungen zu motivieren. Andreas Schnabel vom Institut für Biologik der Führung und Fortbildung in Heidelberg vermittelte den Teilnehmern „Naturgesetze“ zur Motivation von Mitarbeitern. Das Arbeitsleben müsse den Beschäftigten die Möglichkeit eröffnen, ihren Neugiertrieb zu stillen und positive „Flow-Erlebnisse“ zu empfinden.

Dazu müsse schon in der Tätigkeit selbst ein so genannter Flow liegen. Darunter versteht Schnabel den natürlichen Drang des Menschen, aus Unsicherheit Sicherheit zu machen. Denn das setze Glückshormone frei und sei eine natürliche Art des Körpers, sich für Anstrengungen zu belohnen. „Um das zu erreichen, muss die an den Auszubildenden gestellte Herausforderung seiner Qualifikation entsprechen“, betonte Schnabel. „Sie darf ihn aber auch nicht unterfordern.“ Der Vorgesetzte müsse die persönlichen Stärken unterstützen und dürfe nicht auf den Schwächen herumtrampeln.

Auch der natürliche Aggressionstrieb des Menschen könne der Motivation dienen. Ihn setze der Mensch ein, um sich gegenüber Mitarbeitern besser einordnen zu können. Ehrliches Lob für gute Leistung sei deshalb besonders wichtig.

Beispiele aus der Praxis der Ausbildung

Beispiele aus dem Alltag erfolgreicherer Ausbildungsunternehmen lieferten die ersten beiden Foren der Tagung. Claudia Schwing von der Robert Kunzmann GmbH ging der Frage auf den Grund: „Ist Erfolg in der Ausbildung ein Zufall“ Die Leiterin des kaufmännischen Bereichs stellte das Nachwuchsmarketing ihres Unternehmens vor, das 2003 mit dem Bundesbildungspreis ausgezeichnet worden ist. Dabei unterstützten sie die beiden Ausbildungsverantwortlichen ihres Betriebs, Michael Schmitt und Gerhart Hüttl.

Kunzmann bildet in vielen Berufen aus, für alle rührt der Betrieb eifrig die Werbetrommel. Das umfasst Veranstaltungen wie den Azubi-für-Azubi-Tag und Praktika für Schüler und Studenten. Nicht zuletzt sorgt die enge Kooperation mit Schulen dafür, dass das Autohaus in der Region einen hervorragenden Namen als Ausbilder hat. Ein kleiner Betrieb könne zwar nicht alle Maßnahmen eins zu eins übernehmen, räumte Schwing ein. Aber er könne Ideen aufgreifen und zum Beispiel eine Kooperation mit einer anderen Firma eingehen, um zusätzliche Ausbildungsplätze in ausgefalleneren Berufen anbieten zu können.

Wie ein Kfz-Betrieb bei seiner Bewerberauswahl vorgehen kann, präsentierte im Anschluss Birgit Behrens. Die Personalleiterin der Lueg-Gruppe, Gewinner des Bundesbildungspreises 2007, verwies auf die Vorzüge, die ein gut strukturiertes Bewerberauswahlverfahren mit sich bringt: Es vermittelt dem Personalverantwortlichen ein Gefühl der Routine und Sicherheit, sorgt für objektiv vergleichbare Ergebnisse und liefert eine fundierte Entscheidungshilfe. Einen Tipp hatte Behrens für Ausbildungsbetriebe außerdem noch parat: „Wir müssen uns auf die Jugendlichen einstellen, ihnen unsere Wertschätzung entgegenbringen und sie ernst nehmen.“

Chancen der digitalen Lehrmittel

Was unter dem so genannten E-Learning zu verstehen ist und wie es sich sinnvoll in der betrieblichen Ausbildung einsetzen lässt, vermittelte Dr. Roland Schulé im dritten Forum. Es gibt nämlich E-Learning-Programme, die Azubis wertvolles Basiswissen vermitteln. Auch der Umgang mit Herstellerdokumenten lasse sich mithilfe entsprechender Angebote gut üben. Als Vorteile des E-Learnings führte Schulé die problemlose Einbindung von Audio- und Videodokumenten sowie die Möglichkeit an, durch Animationen Abstraktes sichtbar und durch Simulationen Gefährliches probierbar zu machen.

Der erfolgreiche Abschluss der Ausbildung stand schließlich im Mittelpunkt der Präsentation von Dieter Paust. Der Hauptgeschäftsführer des Kfz-Gewerbes Nordrhein-Westfalen stellte den Ausbildungsprofis die neue Prüfungsordnung für Kfz-Mechatroniker vor. Zur Unterstützung hatte er Ralf Prochnau, Schulungsmeister bei der Gottfried-Schultz GmbH, mit nach Würzburg gebracht. Dieser präsentierte Handlungshilfen, die er gemeinsam mit Kollegen aus der Innung Mettmann zur Vorbereitung auf die neu gestaltete, praktische Gesellenprüfung entwickelt hat.

Am Rande der Veranstaltung konnten sich die Teilnehmer an den Ständen der Sponsoren von „Auto und Ausbildung“ informieren. Luk Aftermarket Service präsentierte die neue Schulungsoffensive von Luk, INA und FAG. Der Konzern engagiert sich traditionell für die Ausbildung des Kfz-Nachwuchses und unterstützte deshalb auch die neue Fachveranstaltung der Vogel Auto Medien. Gleiches gilt für die Internetplattform Mobile.de, die ebenfalls mit einem Informationsstand vertreten war.

Mit einer fränkischen Weinprobe klang eine Veranstaltung aus, die nach der erfolgreichen Premiere auf jeden Fall eine Fortsetzung finden soll.


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