05.06.2007 | Autor: Robert Rademacher

In einem Sonderheft stellt die Redaktion unseres Branchenmagazins »kfz-betrieb« die jeweils ersten zehn Betriebe der Kategorien „Kleine und mittlere Betriebe“ sowie „Großbetriebe“ vor, die sich im Rahmen der Ausscheidung um den Bundesbildungspreis in besonderer Weise qualifiziert haben.
Ich gratuliere auch an dieser Stelle noch einmal herzlich zu den hervorragenden Ausbildungsleistungen dieser Unternehmen – wohlwissend, dass es unter den 30 000 Ausbildungsbetrieben des Kraftfahrzeuggewerbes noch mehr gibt, die vergleichbare und beispielgebende Ergebnisse erzielen.
Die Auswertung der Bewerbungen hat deutlich gemacht, dass 60 bis 80 Prozent der heute beschäftigten Fach- und Führungskräfte in dem Betrieb eine Ausbildung absolviert haben, in dem sie heute tätig sind. Mit anderen Worten: Ausbildung ist die beste Personalauswahl. Diesen positiven Effekt muss sich unsere Branche für die Zukunft sichern.
Die Herausforderungen für das Kraftfahrzeuggewerbe werden in Zukunft größer. Dies gilt zunächst für die steigenden technischen Anforderungen im Service. Die notwendige Verringerung des Kraftstoffverbrauchs und die Verbesserung der Abgasemissionen führen – ohne dabei die anderen Konstruktionsziele wie Sicherheit, Komfort und Leistung zu verringern – zwangsläufig zu immer komplexeren Fahrzeugkonstruktionen. In diesem Zusammenhang muss an die Einbeziehung alternativer Kraftstoffe und Antriebe gedacht werden.
Das Automobil steht im Fokus der Verkehrs- und Verbraucherpolitik. Den Betrieben des Kraftfahrzeuggewerbes werden daher gut informierte und damit auch anspruchsvolle Kunden gegenüber stehen. Den großen Erwartungen unserer Kunden ist nur mit hoch qualifizierten und motivierten Mitarbeitern zu begegnen, die in gut geführten Teams arbeiten.
Die Qualität des Personals wird damit zum Erfolgsfaktor Nummer eins. Die Betriebe des Kraftfahrzeuggewerbes werden der demografischen Entwicklung besondere Aufmerksamkeit widmen müssen. Wir stehen im Wettbewerb mit anderen Branchen um die Besten.
Im Jahr 2015 werden rund 100 000 Schüler weniger als heute die allgemein bildenden Schulen verlassen. An diesem Rückgang sind die Abgänger von Realschulen – also der Kernzielgruppe für Lehrlinge des Kraftfahrzeuggewerbes – mit 60 000 beteiligt. Damit prägt eine Situation den Ausbildungsmarkt, die bereits Anfang der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts zu verzeichnen war: Junge Frauen und Männer können sich Ihren Betrieb aussuchen.
Die Unternehmen müssen daher attraktiv für diejenigen sein, die vor Berufsentscheidungen stehen. Wenn Kraftfahrzeugbetriebe ihre Auswahlstandards halten wollen, werden sie wahrscheinlich zwangsweise weniger Auszubildende einstellen können.
In diesem Zusammenhang gilt es auch ein Augenmerk auf junge Frauen zu richten, die eine Ausbildung im Kraftfahrzeuggewerbe beginnen wollen. Es ist zu erwarten, dass selbst bei großen Anstrengungen der Kraftfahrzeugbetriebe nur wenig mehr junge Frauen als heute bereit sein werden, eine technische Ausbildung zu beginnen.
Trotzdem tun die Betriebe gut daran „demonstrativ offen“ für junge Frauen zu sein. Auf Basis einer technischen Ausbildung ergeben sich für Frauen gute Einsatzmöglichkeiten in den Betrieben des Kraftfahrzeuggewerbes, bei denen eine technische Qualifikation eine solide Grundlage darstellt, wie zum Beispiel die Weiterbildung zur Geprüften Automobil-Serviceberaterin.
Letztendlich gilt für alle, dass weniger qualifizierte Bewerber für die Ausbildung zur Verfügung stehen. Die in diesem Heft vorgestellten Unternehmen machen deutlich, wie man sich ein gutes „Ausbildungs-Image“ aufbauen und sichern kann.
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