19.05.2009 | Redakteur: Johannes Büttner
Erstmals hat das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe in diesem Jahr die Sonderauszeichnung des Bundesbildungspreises vergeben. Elke Benner von der Adolf Würth GmbH & Co. KG überreichte die Trophäe für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen einer Innung und einer Berufsschule auf dem Bundesberufsbildungskongress in Bad Wildungen. Als erstes Siegerduo gehen die Innung des Kfz-Gewerbes Berlin und das Oberstufenzentrum Kraftfahrzeugtechnik Berlin in die Annalen des Sonderpreises ein.
„Die beiden Partner stellen in ihrer Bewerbung anschaulich dar, wie viele Aktivitäten sie im Lauf eines Jahres gemeinsam durchführen. Damit zeigen sie ein Repertoire an Beispielen für gute Zusammenarbeit auf, die anderen Innungen und Berufsschulen als Vorbild dienen können“, betonte Elke Benner in ihrer Laudatio auf dem Kongress (Bilder).
Die Vertreter von Deutschem Kraftfahrzeuggewerbe, »kfz-betrieb«, »autoFACHMANN«, »autoKAUFMANN« sowie der Sponsoren Shell Deutschland, Nürnberger Versicherung und Adolf Würth waren gespannt, welche Resonanz ihre neue Auszeichnung finden würde. Sie wurden angenehm überrascht: Ein Dutzend Bewerbungen zeigte, wie gut das Zusammenspiel zwischen Kfz-Innungen und beruflichen Bildungszentren funktionieren kann. Einige präsentierten besondere „Leuchtturmprojekte“, die ohne ein eingespieltes Teamwork unmöglich wären.
Die siegreichen Berliner bewarben sich nicht mit einer einzelnen herausragenden Aktion, sondern mit einer Fülle an Maßnahmen. „Wir haben Dinge zusammengefasst und dargestellt, die für uns in der täglichen Arbeit selbstverständlich sind“, berichten die Vertreter des Oberstufenzentrums und der Innung, die auch im Berufsbildungsausschuss zusammenarbeiten. „Im Zuge der gemeinsamen Bewerbung sind wir nochmal ein Stück zusammengerückt“, freuten sie sich.
Ein Beispiel für die Kooperation sind die Fortbildungsangebote der Innung: Die Lehrer des Oberstufenzentrums Kraftfahrzeugtechnik dürfen an allen Schulungen kostenlos teilnehmen. Regulär wären zum Beispiel für die Lehrgänge zur Abgasuntersuchung oder zur Sicherheitsprüfung Teilnahmegebühren von mehreren hundert Euro fällig.
Innung und Schule arbeiten auch in Form einer Lernortkooperation bei der zweijährigen Ausbildung zum Servicemechaniker zusammen: Das Oberstufenzentrum vermittelt den Schülern die fachtheoretischen und allgemein bildenden Inhalte der Ausbildung. Den fachpraktischen Teil absolvieren die angehenden Servicemechaniker in der Ausbildungsstätte der Kfz-Innung in Bernau. Die Kooperation der beiden Partner reicht von der Auswahl der Schüler über die Ausbildung, eine hausinterne Zwischenprüfung und Projektarbeiten der Azubis bis zu einer Abschlussfeier.
Ein weiteres Beispiel für die vorbildliche Zusammenarbeit ist ein Firmensprechtag des Oberstufenzentrums für die Betriebe. Die Innung unterstützt die Schule bei der Durchführung fachpraktischer Unterrichtsteile. Auch bei der Vorbereitung ihrer Auszubildenden auf die Gesellenprüfung ergänzen sich Berufsschule und Innung. Beide Seiten organisieren gemeinsam entsprechende Lehrgänge. Damit gewährleisten sie, dass die Inhalte des theoretischen und des praktischen Teils der Schulung aufeinander abgestimmt sind.
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 302993) | Fotos: Archiv
Kommentar zum Beitrag schreiben