Klima und Umwelt schonen

Hessische Nix-Gruppe steigert die Energieeffizienz ihrer Betriebe

20.07.2009 | Redakteur: Norbert Rubbel

Allein durch organisatorische Maßnahmen wie die Reduzierung der Leuchtmittel und die Nutzung von Dämmerungsschaltern lassen sich im Frankfurter Toyota-Autohaus rund 2.900 Euro im Jahr einsparen. Foto: Archiv

Der Automobilhersteller Toyota will nicht nur umweltfreundliche Autos bauen, sondern auch sein europäisches Händlernetz klima- und umweltfreundlich ausrichten. Im französischen La Rochelle legte die Toyota Motor Europe (TME) jetzt den Grundstein für das landesweit erste „nachhaltige Autohaus“. Weitere Pilotprojekte entstehen zurzeit in Österreich, Slowenien und Deutschland. Der japanische Importeur hilft den Bauherren aber nicht nur bei der Planung von ökologischen Neubauten. Er möchte auch die 3.000 bestehenden Händlerbetriebe in Europa umwelttechnisch aufwerten. Ziel des Projekts ist es, in nachhaltigen Neu- und Bestandsbauten die CO2-Emissionen, den Wasser- und den Energieverbrauch zu reduzieren. „In den ersten deutschen Pilotbetrieben haben wir festgestellt, dass auch bei drei Jahre alten Autohäusern Kostensenkungen im zweistelligen Bereich möglich sind“, erläutert Jörg Franck, Leiter Händlernetzentwicklung bei Toyota Deutschland.

Betriebe analysieren

Die Energieeffizienz der Bestandsbauten analysiert die Dekra Umwelt GmbH in drei Schritten:

  • Energie- und Kostencheck: Datenauswertung zum Energieverbrauch und Auswertung von Lastgängen (Leistungsbedarf)
  • Aufnahme der betrieblichen Infra- und Verbrauchsstrukturen für Energie und Wasser auf Grundlage des betriebsspezifischen Benchmarks
  • Detaillierte Schwachstellenanalyse zur technischen, organisatorischen und kaufmännischen Optimierung

Im Anschluss an die Analyse und Beratung erhalten die Toyota-Partner eine Dekra-Urkunde, die die Energieeffizienzeinstufung des Betriebs dokumentiert.

Im Frühjahr 2009 ließ auch die Autohaus Nix GmbH die Nachhaltigkeit ihrer Gebäude an vier Standorten prüfen. In einer energetischen Erstbewertung (Screening) analysierten die Dekra-Experten die Verbrauchsdaten der letzten zwei Jahre und werteten die Lastgänge aus. „Der Stromverbrauch in unserem Frankfurter Lexus-Forum war erschreckend hoch. Ein Grund dafür ist die Beleuchtung im Verkaufsraum, die nach den Gestaltungsvorgaben von Lexus Tag und Nacht in Betrieb sein muss“, erklärt Werner Nix, geschäftsführender Gesellschafter der Nix-Gruppe.

Beleuchtung anpassen

„Das Problem ist, dass die Lichtsteuerung in der Ausstellung nicht an die tatsächliche betriebliche Nutzung angepasst wurde“, fand Dekra-Projektleiterin Gudula Bauer heraus und fügt hinzu: „Hier sind Zeitschaltuhren zu Zeiten aktiv, wo es nicht sein sollte.“ Auffällig sei zudem, dass das Beleuchtungskonzept von Lexus eine sehr hohe Anschlussleistung von rund 20 kW aufweise und das Kundenzentrum mit insgesamt 298 Leuchten bestrahle. Der Rat der Dekra-Expertin:

  • Die Leuchtmittel in den Bereichen mit hoher Ausleuchtung (Ausstellung, Empfang, Kundenlounge) reduzieren.
  • Die Lichtsteuerung auf die Öffnungszeiten umprogrammieren und das Tageslicht mithilfe von Dämmerungsschaltern effizienter nutzen.
  • Niedervolt-Downlight-Halogenspots durch LED-Spots ersetzen.

Nach Einschätzungen von Gudula Bauer lassen sich allein bei der Beleuchtung des Lexus-Forums 6.475 Euro pro Jahr einsparen.

Kosten senken

Würde Werner Nix zudem bei seiner Heizung den derzeitigen Einfamilienmodus umstellen und an die tatsächlichen Betriebszeiten anpassen sowie die Lastgänge optimieren (stille Verbraucher ausschalten), könnte er seine Energiekosten sogar um knapp 11.000 Euro beziehungsweise 29 Prozent pro Jahr reduzieren.

Für das benachbarte Toyota-Autohaus betragen die von der Dekra errechneten Einsparungen für Strom und Heizung 6.160 Euro beziehungsweise 18 Prozent. Nicht darin enthalten sind weitere Kostensenkungen durch günstigere Lieferverträge für Strom und Gas — die momentan neu verhandelt werden. „Generell erarbeiten wir für die Autohäuser wirtschaftliche Konzepte zur Energieeffizienz, die relativ geringe Investitionen erfordern“, resümiert die Dekra-Projektleiterin.


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