Bratzel: Kfz-Betriebe müssen Übergangszeit nutzen

Kfz-Innung Region Stuttgart veranstaltet Regionaltagung

| Autor: Christoph Baeuchle

Autoexperte Stefan Bratzel: Bis 2050 ist der Kampf zwischen Autoindustrie und Internetgiganten entschieden.
Autoexperte Stefan Bratzel: Bis 2050 ist der Kampf zwischen Autoindustrie und Internetgiganten entschieden. (Bild: Kfz-Innung Region Stuttgart)

Bis zum Jahr 2050 dauere es wohl noch, bis Elektromobilität und automatisiertes Fahren für einen gänzlich anderen Automarkt sorgen. Die Übergangsphase sollten sie nutzen, empfahl Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management den rund 200 Teilnehmern der Regionaltagung der Kfz-Innung Region Stuttgart.

Dann wird seiner Einschätzung nach ein Wettbewerb entschieden sein, der jetzt begonnen hat. Der Kampf wogt freilich nicht darum, wer die Autos baut, sondern wer die Daten bekommt und Dienstleistungen verkaufen kann: „Software mal Dienstleistung im Quadrat ist die Grundlage des Erfolgs.“ Was leicht nachzurechnen sei: Die Jahresfahrleistung allein in Deutschland betrage über 700 Milliarden Kilometer. Bei einer Einnahme von einem Cent pro Kilometer seien das sieben Milliarden Euro. Und Google, Apple und Co würden weltweit denken. Die Autohersteller auch, „aber denen ist mit den Internetunternehmen „erstmals ein gleichwertiger Gegner erwachsen“, so Bratzel.

Der Autoexperte setzt darauf, dass der Wandel bis zum vollautomatischen Fahren mit reichweitenstarken Elektromobilen bis 2050 flächendeckend geschafft sein wird. Was für die Kfz-Betriebe eine Chance sei, sich auf diesen Wandel einzustellen und sich anzupassen. Anzupassen heißt dabei durchaus, sich Dienstleistungen auszudenken, die ein Stück am neuen Kuchen sichern: „Flottenmanagement wäre ein Thema.“

Der aktuelle Bestand an Autos mit Verbrennungsmotoren sorgt für ein gesichertes Werkstattgeschäft im Übergang. Die Zeit nutzen – dazu riet auch Jens Nietzschmann von der DAT und meinte damit den Einsatz von Software für Kundenakquise und -bindung: Ausgehend von dem, was Kunden suchen, brauche eine Werkstatt eine Homepage, auf der sie Preise finden, über die sie Kostenvoranschläge anfordern können und die hilft, einen Unfall zu managen, wenn das Auto repariert werden muss. Was in diesem Fall auch dann gilt, wenn es um ein Elektroauto geht. Da ist der Übergang gleitend.

Ein Stück Zukunftssicherung ist es laut Neofitos Arathymos, dem Geschäftsführer Technik des ZDK, wenn die HU 4.0 kommt. Zum einen, weil die Innungen als Überwacher der Prüfstützpunkte eine neue Rolle spielen. Zum anderen, weil Geschäft gesichert wird: Über 80 Prozent der Autobesitzer machen inzwischen die HU in der Werkstatt.

Das können sie auch künftig. Die HU in der Werkstatt sei gesichert, so Arathymos, nachdem von der EU bis zur Bundesregierung Einigkeit herrsche, dass die Kombination aus Prüfdiensten und Werkstätten die hohen Anforderungen an die technische Fahrzeugüberwachung erfüllen. Für die Werkstätten sei das zum Teil mit Investitionen verbunden, weil die Prüfplätze erneuert oder verbessert werden müssen. Aber es lohne sich, und wichtig sei vor allem, dass „Sie sich dieses Jahr darum kümmern, damit Sie nächstes Jahr dabei sind“.

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