Bunte Streifen und Gummikugeln: Reifen-Neuheiten aus Genf

Sechs Reifenhersteller zeigen Produkte und Konzepte

| Autor: Jan Rosenow

Bringt Farbe ins Spiel: Pirelli P Zero mit Streifen.
Bringt Farbe ins Spiel: Pirelli P Zero mit Streifen. (Bild: Eurofotocine)

Auf dem Genfer Autosalon waren mit Apollo Vredestein, Bridgestone, Falken, Goodyear, Pirelli und Yokohama sechs Reifenhersteller vertreten. Neben „ganz normalen“ neuen Produkten hatte manche von ihnen Konzepte zu bieten, die einen Eindruck vom Reifen der Zukunft vermitteln.

Wie Pirelli: Das Unternehmen stellte mit Pirelli Connesso einen Reifen mit integriertem Sensorchip vor, der Daten über den aktuellen Zustand, den bisherigen Einsatz und die Wartung des Reifens liefert, die sich über eine App auslesen lassen. Connesso ist zuerst in den Ersatzmarktversionen des P Zero und des Winter Sottozero lieferbar.

Pirelli Connesso besteht aus einem in den Reifen eingebetteten Sensor, der mit der Pirelli-Cloud sowie einer Smartphone-App verbunden ist. Über diese Schnittstelle kann der Fahrer permanent mit den Reifen kommunizieren. Das System misst den Druck und die Temperatur des Reifens – auch dann, wenn das Fahrzeug steht. Es erfasst die auf den Reifen wirkende statische Belastung und ermittelt den Reifenverschleiß sowie die Zahl der zurückgelegten Kilometer. In einer Folgeversion wird das System die geschätzte Restlaufzeit des Reifens in Kilometern angeben und beim Aufpumpen des Reifens als zusätzliches Manometer fungieren.

Vorausschauender Service ist möglich

Zudem warnt Connesso den Fahrer, sobald der Fülldruck zu niedrig ist oder ein Pneu seine Verschleißgrenze erreicht. In beiden Fällen ermittelt die App den jeweils nächstgelegenen Reifenhändler und kann online einen Termin buchen. Künftig soll das System sogar in der Lage sein, einen nahenden Druckabfall zu erkennen, um so ein vorausschauendes Reifenmanagement zu ermöglichen. Das ist besonders wichtig für Flottenbetreiber und Car-Sharing-Dienstleister.

Das neue System von Pirelli ist derzeit auf den Ersatzmarkt ausgerichtet, doch es wird künftig auch eine Variante für die Erstausrüstung geben. Dann soll der Reifen komplett in die elektronische Fahrzeugarchitektur eingebunden werden. So lassen sich die Fahrwerkseinstellungen automatisch so wählen, dass sie zum Reifenzustand passen und die beste Performance und die höchste Sicherheit bieten.

Angesichts dieser Science-Fiction-Technik wirkt die zweite Pirelli-Neuheit fast schon rührend altmodisch: P Zero und Winter Sottozero lassen sich künftig mit farbigen Streifen an der Seitenwand bestellen. Lieferbar sind Rot, Gelb, Weiß und Silber. Neu entwickelte Materialien sollen dafür sorgen, dass die Farben lange strahlen – ganz ohne Waschmittel.

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