Daimler investiert in „On-Demand“-Busse

Beteiligung am Berliner Start-up Clever Shuttle

| Autor: Dominik Faust

Bislang bestellen Nutzer per App eines der eigenen grün-weißen Clever-Shuttle-Taxis. Künftig sollen auch Elektrobusse des ÖPNV eingebunden werden.
Bislang bestellen Nutzer per App eines der eigenen grün-weißen Clever-Shuttle-Taxis. Künftig sollen auch Elektrobusse des ÖPNV eingebunden werden. (Bild: Ralph Penno / CleverShuttle)

Daimler steigt mit seiner Tochterfirma EvoBus GmbH als strategischer Investor beim Berliner Mobilitäts-Dienstleister Clever Shuttle ein. Das Start-up bietet Endkunden einen Ride-Sharing-Fahrdienst an, der als Mischung aus Mitfahrzentrale und Taxidienst beschrieben werden kann. Bislang bringen Fahrer mit gültigen Beförderungsscheinen die Endkunden in Elektro- oder Plug-in-Hybriden ganz individuell von A nach B. Unterwegs nehmen sie weitere Passagiere mit, sofern diese per App annähernd gleiche Routenwünsche angemeldet haben. In Zukunft möchte Daimler Buses diesen Service auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) übertragen.

Vorstellbar wäre zum Beispiel, dass künftig Fahrgäste auch außerhalb des üblichen Linienverkehrs von Elektrobussen abgeholt werden können, wenn sie diese per App bestellen. Je nach den Standorten und Wunschzielen der Nutzer würden ständig völlig neue Fahrtrouten bzw. unzählige „On-Demand“-Buslinien entstehen. Doch noch stehen solche Einzelheiten nicht fest, wie ein Sprecher der Daimler AG im Gespräch mit »kfz-betrieb« sagte. Sicher ist allerdings, dass der Hersteller auf der Basis seiner Erfahrungen mit Verkehrsbetrieben in den kommenden Monaten gemeinsam mit Clever Shuttle ein Pilotprojekt zur Einbindung des ÖPNV entwickeln wird. „Wir schließen damit die Lücke zwischen Bussen und Taxis. Beide haben ihre Daseinsberechtigung, doch dazwischen gab es in Deutschland lange nichts“, erklärte Bruno Ginnuth, Mitgründer und Geschäftsführer von Clever Shuttle.

Bedarfsgerechtere und wirtschaftlichere Mobilität

Sogenannte „On-Demand“-Mobilitätsangebote, die sich nach den Bedürfnissen der Kunden und nicht nach vorgegebenen Fahrplänen und Routen richten, sind ein Wachstumsmarkt. Mit der Software von Clever Shuttle können dessen Mitfahr- und Taxiangebote gut mit den bestehenden Angeboten von Verkehrsbetrieben kombiniert werden. Auf diese Weise ließen sich die einzelnen Verkehrsangebote bedarfsgerechter miteinander vernetzen und ihre Wirtschaftlichkeit erhöhen. Davon profitieren letztlich auch die Kunden von Daimler Buses und damit der Hersteller selbst.

Nicht zuletzt deshalb hat sich der Konzern für eine Minderheitsbeteiligung am Berliner Start-up entscheiden. Über die relative und absolute Höhe der Beteiligung wollte Daimler auf Anfrage keine Angaben machen. Heinz Friedrich, Leiter des internen Bussparten-Think-Tanks „Mobility Solutions“, will auf jeden Fall Gas geben und keine Zeit verlieren: „Unser Ziel ist, zusammen mit Clever Shuttle das neue Angebot noch in diesem Jahr im Rahmen eines ersten Pilotprojekts in einer deutschen Stadt zu erproben.“

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44780348 / Nutzfahrzeuge)

Plus-Fachartikel

Nfz-Kälteanlagen: Eiskalt erwischt?

Nfz-Kälteanlagen: Eiskalt erwischt?

Klima-Sachkundenachweis: Wer da mit „Klar, hab ich!“ antwortet, sollte besser zwei Mal hinsehen. Für alle, die an Kühl-Lkws und -aufliegern schrauben, hat der Gesetzgeber Neuerungen parat. lesen

Diesel in Nutzfahrzeugen: Schweigende Brummis

Diesel in Nutzfahrzeugen: Schweigende Brummis

Fahrer von Diesel-Pkws werden angesichts konkreter Pläne für Fahrverbote in einigen Städten zunehmend nervös. Gelassenheit herrscht hingegen auf der Nutzfahrzeugseite – zumindest in der schweren Klasse. lesen