DFB bestätigt: VW verdrängt Mercedes als Sponsor

Vertrag beginnt 2019

| Autor: dpa

Jogi Löw wird nur noch bis Ende 2018 im Auftrag des DFB für Mercedes-Benz posieren. Ab 2019 schlüpft VW in die Rolle des Generalsponsors des Verbandes.
Jogi Löw wird nur noch bis Ende 2018 im Auftrag des DFB für Mercedes-Benz posieren. Ab 2019 schlüpft VW in die Rolle des Generalsponsors des Verbandes. (Bild: Daimler)

Volkswagen löst definitiv Mercedes-Benz von 2019 an als Generalsponsor des Deutschen Fußball-Bunds ab. Das gab der DFB am Freitag nach einer Präsidiumssitzung bekannt. „Wir freuen uns sehr, Volkswagen ab 2019 als Mobilitätspartner an unserer Seite zu haben. Es passt zum DFB, dass VW mit seinem Engagement den gesamten Fußball von der Spitze bis zur Basis im Blick hat“, erläuterte DFB-Präsident Reinhard Grindel in einer Mitteilung.

Mercedes-Benz war 45 Jahre lang Partner des DFB. Mitte März hatte der DFB die Sponsorenrechte in der Kategorie Automobil für den Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis 31. Juli 2024 neu ausgeschrieben. Über die Höhe der Vereinbarung machten beide Seiten keine Angaben. Gerüchten zufolge zahlt der Konzern rund 30 Millionen Euro pro Jahr an den Verband.

„Die Partnerschaft mit dem Deutschen Fußball-Bund ist für uns ein großes Ereignis. Denn: Volkswagen und der Volkssport Nummer 1 – das ist eine gute Partnerschaft. Der DFB beweist mit den deutschen Nationalmannschaften Mut, Innovationskraft und den unbedingten Willen zum Erfolg. Diese Werte gelten auch für Volkswagen“, sagte der Chef von VW Pkw, Herbert Diess.

„Für die nächsten Jahre haben wir uns als Unternehmen viel vorgenommen. Volkswagen ändert sich. Wir stehen vor großen Herausforderungen“, erklärte Diess. Dazu gehöre, der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen. „Die Partnerschaft mit dem DFB wird uns unterstützen, dass unsere Themen die Menschen erreichen.“

Grindel: DFB und VW müssen aus Fehlern lernen

VW dürfte sich angesichts der noch nicht ausgestandenen Abgas-Affäre von den eigenen Logos auf der Brust der Nationalspieler oder dem Firmenschriftzug auf dem Mannschaftsbus einen Imagegewinn erhoffen. „Auch wenn die Vorgänge nicht vergleichbar sind, eint den DFB und VW die Notwendigkeit, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und die richtigen Maßnahmen für die Zukunft abzuleiten“, sagte DFB-Chef Grindel.

Volkswagen ist bereits im Fußball-Sponsoring präsent. Der Vertrag als Partner des DFB-Pokals läuft noch bis 2022 und der Bundesligist VfL Wolfsburg ist eine 100-prozentige Konzerntochter. Auch andere Clubs wie der Zweitligist Eintracht Braunschweig werden über Konzerntöchter wie Seat und Volkswagen Financial Services unterstützt. Bei mehreren Erstligisten, beispielsweise Werder Bremen, RB Leipzig und Hannover 96, ist Volkswagen noch als sogenannter Automobilpartner engagiert. Einige Verträge mit anderen Clubs hat das Unternehmen zuletzt aber nicht verlängert.

Eine Mercedes-Sprecherin kommentierte die Niederlage im Wettbieten mit Volkswagen folgendermaßen: „Auch wenn wir getrennte Wege gehen werden, so blicken wir auf über vier Jahrzehnte einer spannenden und überaus erfolgreichen Partnerschaft zurück, in der wir gemeinsam fünf Fußballweltmeister- und elf Europameistertitel feiern konnten (Anm. der Red.: inklusive der Nachwuchsmannschaften).“ Mercedes wünsche dem DFB-Team „alles erdenklich Gute für eine erfolgreiche, sportliche Zukunft“, hieß es.

Der DFB hatte Mitte März die Sponsorenrechte in der Kategorie Automobil neu ausgeschrieben. Der wichtigste DFB-Sponsor dürfte trotz des lukrativen Zuschlags für VW der Traditions-Ausrüster Adidas bleiben: Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach zahlt dem Verband dafür künftig doppelt so viel wie bisher, wie Mitte 2016 bekanntgegeben wurde. Es geht um 50 Millionen Euro jährlich, vereinbart wurde ein Vier-Jahres-Kontrakt bis 2022. Im Bieter-Duell zwischen Adidas und Nike entschied sich der DFB wie schon 2007 für die Treue zum deutschen Partner.

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