26.07.12 | Autor: Edgar Schmidt

Der Erfolg der E-Fahrzeuge hängt neben dem Anschaffungspreis im Wesentlichen von deren Reichweite ab. Gerade an heißen Sommer- und an kalten Wintertagen schränken jedoch der Energiebedarf der Klimaanlage bzw. Heizung diese Reichweite sehr stark ein. Die Unternehmen Behr, Bosch, Daimler und Sitronic sowie das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS) untersuchen deshalb in dem Projekt „Ganzheitliches Thermomanagement im E-Fahrzeug“ (GATE) unter Führung von Behr, wie ein verbessertes Thermomanagement für E-Fahrzeuge aussehen könnte.
GATE soll den elektrischen Energiebedarf für die Fahrzeugklimatisierung und die Temperierung gegenüber heutigen Systemen minimieren, um so die Reichweite insbesondere im Winter erheblich zu steigern. Das Kühl- und Klimasystem baut auf einer Kühlmittel-Wärmepumpe mit optimiertem Ventilkonzept auf. Es soll eine zuverlässige, kostengünstige und energieeffiziente Klimatisierung des Passagierraums ermöglichen. Die Systemkosten werden laut Unternehmensangaben durch eine Baukastenstrategie niedrig gehalten, die für neue und konventionelle Antriebe einsetzbar ist.
Ein erhöhter Umluftanteil bei der Klimatisierung des Fahrzeuginnenraums soll den Energiebedarf des Thermosystems weiter senken. Der Umluftanteil ist das Verhältnis aus umgewälzter Luft zu Frischluft. Da jedoch durch die Luftumwälzung die Feuchte-Emissionen der Insassen weniger abgeführt werden, besteht bei einem hohen Umluftanteil eine erhöhte Gefahr, dass die Scheiben beschlagen. Dies soll ein neuartiger Beschlagsensor erkennen und somit die freie Sicht und Sicherheit garantieren.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Spitzenclusters „Elektromobilität Süd-West“ mit 2,9 Millionen Euro über drei Jahre gefördert.
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