Expedia-Chef soll Uber-Boss werden

Fahrdienstvermittler braucht Nachfolger für Travis Kalanick

| Autor: dpa

Dara Khosrowshahi soll Uber wohl aus den negativen Schlagzeilen bekommen.
Dara Khosrowshahi soll Uber wohl aus den negativen Schlagzeilen bekommen. (Bild: Expedia App 2.0 Launch / Expedia App 2.0 Launch / George Grinsted / CC BY-SA 2.0 / CC BY-SA 2.0)

Der Fahrdienstvermittler Uber hat einen Ersatz für seinen umstrittenen Firmen-Mitgründer Travis Kalanick gefunden. Expedia-Chef Dara Khosrowshahi solle künftig das Start-up führen. Das habe der Uber-Verwaltungsrat entschieden, berichtete berichtete die Nachrichtenagentur „Bloomberg“ am Montag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Khosrowshahi muss offiziell noch zustimmen.

Uber-Mitgründer Travis Kalanick war im Juni nach einer Reihe von Skandalen auf Drängen von Investoren zurückgetreten. Der größte Investor Benchmark Capital verklagte ihn sogar wegen angeblicher Misswirtschaft und Täuschung. Machtkämpfe im Verwaltungsrat erschwerten die Suche nach einem Nachfolger. Uber war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Zuletzt galt Hewlett Packard-Chefin Meg Whitman als Favorit auf den Posten. Am Sonntag habe sich die Angelegenheit bei Diskussionen jedoch geändert, meldete zudem die „New York Times“. Ein weiterer Mitfavorit nahm sich selbst aus dem Rennen: Der langjährige GE-Chef Jeffrey Immelt zog seine Kandidatur am Sonntag zurück. Immelt galt als Favorit von Kalanick, konnte aber nur wenige Stimmen im Verwaltungsrat auf sich vereinen.

Mit einem Marktwert von 70 Milliarden Dollar gilt Uber als das wertvollste Start-up der Welt. Die Investoren waren allerdings besorgt über die chaotischen Verhältnisse in der Chef-Etage in der Ära Kalanick. Unter anderem geriet Uber zuletzt wegen unangemessener und unethischer Anweisungen, Diskriminierung von Frauen, sexueller Übergriffe und einem Rechtsstreit um Technologie für selbstfahrende Autos mit der Google-Mutter Alphabet negativ in die Schlagzeilen. Angesichts der Skandale bangen die Geldgeber nun um den Wert ihrer Investitionen.

Dara Khosrowshahi (48) wurde in Teheran (Iran) geboren und kam als Vorschulkind in die USA. Seine Familie war vor den Verhältnissen der iranischen Revolution geflohen. Er ist Absolvent der Brown University (US-Bundesstaat Rhode Island). Seit zwölf Jahren leitet Khosrowshahi das international agierende Online-Reiseunternehmen Expedia und sitzt im Verwaltungsrat der „New York Times“. Wegen hoher Aktienoptionen für seine langjährige Führungstätigkeit gehört er zu den bestbezahlten Firmenchefs in den USA. In der Debatte um die Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump hat sich Khosrowshahi mehrfach gegen eine Abschottung ausgesprochen.

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