Assistenzsysteme: Ohne Eingriff des Fahrers

Technik steigert Sicherheit und Komfort

11.04.12 | Autor: Jan Rosenow

Automatisiertes Fahren ist technisch schon heute möglich. (Foto: Continental)
Automatisiertes Fahren ist technisch schon heute möglich. (Foto: Continental)

Der Autozulieferer Continental hat jüngst gleich drei neue oder überarbeitete Produkte vorgestellt, die die Sicherheit und den Komfort im Auto verbessern: das Head-up-Display für die Mittelklasse, ein Rückfahr-Warnsystem und eine Technik für das automatisierte Fahren.

Conti ist einer der wichtigsten Lieferanten solcher Assistenzsysteme, deren Aufgabe es ist, den Menschen in Gefahrensituationen zu unterstützen oder ihm monotone und ermüdende Aufgaben zu erleichtern. In geschickter Kombination aus Sensoren, Aktoren und Steuerlogik könnten diese Systeme das Auto sogar autonom bewegen, ganz ohne Eingriff des Piloten.

Auch wenn dies vielen Autofahrern als Bevormundung erscheinen mag, so ist der Mensch doch das erste Glied in der Fehlerkette, die zu Verkehrsunfällen führt: Laut Angaben des Statistischen Bundesamts waren im Jahr 2010 über 80 Prozent aller erfassten Unfälle mit Personenschaden auf Fehler eines Fahrzeugführers zurückzuführen.

Automatisch fahren in Nevada

Deshalb hat ihm Continental nun das Steuer aus der Hand genommen – zuerst auf einem 6.000 Meilen (rund 9.600 Kilometer) langen Fahrversuch auf öffentlichen Straßen in Nevada. Der dünn besiedelte Bundesstaat im Süden der USA hat das automatisierte Fahren ausdrücklich erlaubt.

Im Testfahrzeug, einem VW Passat, kamen vor allem seriennahe Komponenten zum Einsatz: die neue Stereokamera MFC 300, die Größe und Entfernung von Hindernissen messen kann, sowie das elektronisch ansteuerbare Bremssystem MK 100 und eine elektrische Lenkung.

Laut Unternehmensangaben kann das System den Fahrer vorerst nur von weniger anspruchsvollen Tätigkeiten entlasten, beispielsweise dem Fahren im Stau. In komplexeren Situationen, wenn etwa Fahrbahnmarkierungen nicht zu erkennen sind oder enge Kurven bewältigt werden müssen, kommt die Automatik an ihre Grenzen. Sie schaltetet sich ab und der Fahrer muss das Steuer wieder selbst übernehmen. Reagiert er nicht, verringert das System automatisch die Geschwindigkeit bis zum Stillstand.

Keine Zukunftsmusik, sondern aktuelle Serientechnik bzw. seriennah sind die beiden anderen oben genannten Produkte.

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