EU will Spar-Reifen und ESP

Kommisssion fordert neue Techniken ein

23.05.2008 | Redakteur:

Der elektronische Schleuderschutz (ESP) und Energie sparende Reifen sollen für alle Neuwagen in Europa zur Pflicht werden. Außerdem will die EU-Kommission in Brüssel vom Jahr 2012 an Systeme zur Überwachung des Reifendrucks vorschreiben. Während der Verband der Automobilindustrie (VDA) die Pläne begrüßt, kommt kritisieren Automobilclubs die Vorschläge.

Werden die Kommissionspläne umgesetzt, würden Autos sicherer und sparsamer, sagte ein Sprecher von EU-Industriekommissar Günter Verheugen. Autokäufer müssten der Kommission zufolge modellabhängig zwischen 100 und 300 Euro mehr bezahlen. Der Spareffekt beim Spritverbrauch mache den Aufpreis nach einiger Zeit aber wett. Bereits im Oktober hatte die Kommission vorgeschlagen, elektronische Bremsassistenten in allen Neuwagen von 2009 an vorzuschreiben. Von den Vorschriften erhofft die Kommission, dass die Zahl der Verkehrstoten in Europa um rund 5.000 pro Jahr sinkt.

Hohes Potenzial moderner Techniken

Richtiger Luftdruck und rollwiderstandsarme Reifen zusammen sollen den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids um sieben Gramm pro Kilometer verringern. Zu geringer Reifendruck könne auch Unfälle verursachen, sagte der Sprecher. "Die Zahlen zeigen, wie hoch die Minderungspotenziale sind, die durch Eco-Innovationen erzielt werden können", heißte es in einer Reaktion von VDA-Präsident Matthias Wissmann.

Zugleich forderte er, dass für den Einbau dieser Techniken "auch Anreize in der europäischen CO2-Regulierung geschaffen" werden müssten. So liege der ESP-Ausstattungsgrad der neu zugelassenen Fahrzeuge in Deutschland "auf freiwilliger Basis" bei 73 Prozent. Eine falsche Stoßrichtung der EU-Vorschläge sieht dagegen der Verband euopäischer Autoclubs EAC. Zwar könnten einige der Vorgaben zum Energiesparen beitragen, entscheidender sei aber die Frage, ob viele Autos nicht übermotorisiert seien.

Lastwagen und Busse sollen laut Kommissionsplan von 2013 an mit einem Notbremssystem ausgerüstet werden, das per Abstandsradar vorausfahrende Fahrzeuge erkennt. Außerdem sollen sie obligatorisch einen Spurhalteassistenten erhalten. Diese Vorgaben sind Wissmann zufolge "allerdings sehr ambitioniert, da hier noch eine Reihe technischer Fragen zu lösen sei". Das Europa-Parlament und die Mitgliedstaaten müssen den Vorschlägen noch zustimmen.


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