03.05.2010 | Autor: Jan Rosenow

Pirelli hat dieser Tage den Scorpion Verde auf der Versuchsstrecke in Boxberg präsentiert. Das neueste Produkt der „Green-Performance-Linie“ ist ein High-Performance-Reifen für SUV. Sein Profil gleicht dem des bekannten Cinturato P7 und soll ebenso mit einem sehr niedrigen Rollwiderstand laufen. Pirelli verspricht bis zu 3,9 Prozent weniger Kraftstoffverbrauch im Stadtverkehr und bis zu 3,4 Prozent auf kombinierten Strecken (Stadt- und Autobahnfahrten).
Außerdem soll der Scorpion Verde die Geräuschemissionen um ein Dezibel verringern, was für das menschliche Ohr wie ein Drittel weniger Lärm klingt. Eine gleichmäßige Laufflächenabnutzung werde zudem eine hohe Lebensdauer bei gleichbleibenden Eigenschaften sicherstellen, erklärte Pirelli bei der Präsentation.
Damit fügt sich das neueste Produkt der Italiener in die derzeitigen Unternehmensleitlinien ein, versucht Pirelli doch seit einiger Zeit in modischer Diktion ein „Green Performer“ zu werden. Darunter versteht der Reifenhersteller, dass sämtliche Aktivitäten von der Produktentwicklung über die Fertigung bis hin zum Einsatz der Reifen dem Ziel größtmöglicher Umweltverträglichkeit folgen sollen. Abstriche in der Leistungsfähigkeit sind selbstverständlich nicht vorgesehen.
Im Einzelnen nennt Pirelli folgende Maßnahmen, um aus seinen Reifen grüne Produkte zu machen:
Technisch zeichnet sich der Scorpion Verde durch extrem fein verteilte Zusatzstoffe aus – die Entwickler sprechen von Nanotechnik. Sie steigern die Hitzebeständigkeit der Mischung, was gerade für stark motorisierte und sportlich bewegte SUV wie Porsche Cayenne oder BMW X6 wichtig ist. Vier breite Längskanäle im Profil leiten Wasser wirksam und rasch ab und schützen vor Aquaplaning. Lieferbar ist der Scorpion Verde ab sofort in 19 Größen von 16 bis 20 Zoll.
Ganz auf die guten alten Rezepte der Reifenvermarktung wollen die Italiener allerdings nicht verzichten – und so greifen die Erfinder des Pirelli-Kalenders auch für „Green Performance“ auf attraktive weibliche Unterstützung zurück. Die Schweizerin Christina Surer – aus Fernsehen und Presse als Model, Moderatorin und Motorsportlerin bekannt – arbeitet nun als „Umweltbotschafterin“ für den Reifenkonzern. Außerdem wurde ausgerechnet am Tag der „Green-Performance“-Präsentation in Deutschland bekannt, dass sich Pirelli als exklusiver Reifenlieferant für die Formel 1 beworben hat.
Dennoch: Bis Ende 2011 sollen Produkte, die nach den „Green-Performance“-Richtlinien hergestellt werden, schon 40 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen. Dazu beitragen sollen übrigens nicht nur Reifen, sondern auch der Partikelfilter „Feelpure“ von Pirelli.
Den Wasserverbrauch in seinen Werken hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge seit 2004 um 12,7 Prozent und den Energieverbrauch um 9,2 Prozent gesenkt. Im gleichen Zeitraum verminderte sich der CO2-Ausstoß der Werke um 8,9 Prozent. Und die computergesteuerte Roboterfabrik MIRS („Modular Integrated Robotized System“), ein neues Fertigungsverfahren, mit dem Pirelli vor allem UHP- und Motorradreifen herstellt, kommt sogar mit 30 Prozent weniger Energie aus als die traditionelle Produktion.
Damit handelt Pirelli vorbildlich – und bestätigt diesen Eindruck mit einer selbst durchgeführten Umfrage. Deren Ergebnissen zufolge entscheiden sich bereits 31 Prozent der Verbraucher für den Hersteller mit dem größten Umweltengagement, wenn sie ein neues Produkt kaufen. Und für 90 Prozent ist es wichtig, dass Industrieunternehmen bei ihren Aktivitäten auf den Umweltschutz achten.
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