Firmenzulassungen steigen trotz Diesel-Diskussion stark an

Über 7 Prozent Plus im Flottenmarkt

| Autor: Andreas Grimm

(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Flottenmanager und Gewerbetreibende halten trotz der laufenden Diesel-Diskussion grundsätzlich an Investitionen in ihre Fuhrparks fest. Laut einer aktuellen Auswertung der Frankfurter Marktforschung Dataforce stiegen die Neuzulassungen im Firmenkundengeschäft im Juli deutlich stärker an als der gesamte Neuwagenmarkt. Dieser hatte im Juli um 1,5 Prozent zugelegt.

Laut der Dataforce-Auswertung wurden im Juli 72.976 Fahrzeuge an Firmenkunden und Gewerbetreibende ausgeliefert. Das sind 7,3 Prozent oder knapp 5.000 Einheiten mehr als im Vorjahresmonat. Mit diesem Wachstum unterscheidet sich dieses Marktsegment deutlich von den anderen Absatzkanälen. „Offenbar haben die Fuhrparkleiter ihre Neuanschaffungen unbeeindruckt von der Diesel-Debatte vorgenommen“, heißt es in einem Kurzkommentar von Dataforce zu den Zahlen.

Ein nennenswertes Plus verzeichnete im Juli allerdings auch der Privatmarkt. An diesen Kundenkreis erfolgten zuletzt 101.300 Auslieferungen. Das entspricht einem Plus von 1,9 Prozent, das damit ebenfalls noch über dem Gesamtmarktzuwachs des vergangenen Monats liegt. Trotz des aktuellen Wachstums hat der Privatkundenkanal jedoch seinen zweitniedrigsten Juli-Wert erreicht, den Dataforce in den vergangenen siebzehn Jahren ermittelt hat. Ob dahinter aufgeschobene Diesel-Käufe stehen, bleibt abzuwarten. Auf den bisherigen Jahresverlauf gesehen liegt der Anteil der Privatkäufe jedenfalls noch einen Prozentpunkt unter dem Juli-Wert.

Dass die Neuzulassungen trotz des höheren Absatzes an Privat- und Firmenkunden nicht stärker gestiegen sind, liegt an der zurückhaltenden Eigenzulassungstätigkeit von Handel und Hersteller. Beide Kanäle schrumpften im Vergleich zum Vorjahresmonat. Am deutlichsten zeigt sich das an den Zulassungen der Hersteller und Importeure: Sie brachten 21.416 Neuwagen auf die Straßen – ein Rückgang um 8,9 Prozent. Die Zulassungen auf Handelsbetriebe fielen um 1,2 Prozent auf 53.311 Einheiten.

Als Ursache für die Entwicklung vermutet Dataforce die leicht rückläufige Nachfrage im Gebrauchtwagengeschäft, wodurch sich die Weitervermarktung der Eigenzulassungen erschweren könnte. Zudem zeigt sich bereits in vielen Fahrzeugklassen eine deutliche Erhöhung der Standzeiten.

Keine Impulse kamen zudem im Juli von den Autovermietern: Sie nahmen 34.077 Einheiten ab, ein minimales Plus um 0,3 Prozent.

Transportermarkt wächst erneut stark

Eine ähnliche Entwicklung wie der Gesamtmarkt zeigt der Transportersektor, eine Dataforce-Sonderauswertung, die sowohl die klassischen leichten Nutzfahrzeuge sowie die als Pkw zugelassenen Utilities wie VW Caddy, Citroën Berlingo oder Fiat Ducato betrachtet. Diese Modelle setzten ihre starke Absatzentwicklung des ersten Halbjahres mit 9 Prozent Plus nahtlos fort.

Im Juli registrierte Dateforce 40.671 Erstzulassungen im Transportersegment (+ 8,2 %). Dabei legte der Gewerbekundenmarkt mit 19.802 Erstzulassungen am stärksten und auch überproportional zu (+14,9 %). Gleichfalls deutlich im Plus war zudem die Privatkunden-Nachfrage (9.862 Einheiten / +11,5 %). Der Handel (-8,5 %) und die Vermieter (-6 %) senkten dagegen ihre Eigenzulassungen.

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