„Für Kunden muss Mitsubishi der Elektro-Platzhirsch sein“

Mitsubishi-Vertriebsleiter Jens Schulz im Interview

| Autor: Christoph Seyerlein

Jens Schulz, Bereichsleiter Vertrieb der MMD Automobile GmbH, im »kfz-betrieb«-Interview.
Jens Schulz, Bereichsleiter Vertrieb der MMD Automobile GmbH, im »kfz-betrieb«-Interview. (Bild: Achter/»kfz-betrieb«)

Seitdem die Emil-Frey-Gruppe als Importeur agiert, ist bei Mitsubishi Deutschland spürbar Ruhe eingekehrt. Die Absatzzahlen stimmen, auch die durchschnittliche Ertragssituation ist positiv. Welches Potenzial noch in der Marke steckt, erläutert Vertriebsleiter Jens Schulz im Interview mit »kfz-betrieb«.

Auf die Frage, wie Mitsubishi Motors Deutschland gemeinsam mit dem Handel im digitalen Zeitalter agieren will, äußerte sich Schulz vor der Kamera in einem kurzen „Video-Nachgefragt“. Alle weiteren Themen rund um Mitsubishi, die bei einem Besuch von Jens Schulz in der Redaktion »kfz-betrieb« zur Rede kamen, finden Sie im fortlaufenden Text.

Redaktion: Herr Schulz, Mitsubishi hat im vergangenen Jahr in Deutschland knapp 40.000 Autos verkauft, der Januar 2017 verlief mit 3.124 Neuzulassungen (+14,3 %) positiv. Für das laufende Jahr planen Sie mit rund 39.000 Einheiten. Warum so vorsichtig?

Jens Schulz: Es ist unsere Mentalität, eher konservativ zu planen. Wir wehren uns bestimmt nicht dagegen, wenn wir auch in diesem Jahr wieder eine Steigerung erreichen sollten, aber für uns ist das absolute Volumen nicht entscheidend. Wir wollen das Geschäft insgesamt weiter auf eine stabile Basis zu stellen.

Die Händlerrendite liegt im Schnitt bei 2,2 Prozent. Händlerverbandssprecher Guido Riemann fordert immer wieder 3 Prozent. Wann wollen Sie in diese Regionen vorstoßen?

Bei der Profitabilität haben wir in den letzten beiden Jahren große Fortschritte gemacht. Das ist extrem wichtig, damit unsere Händler weiter investieren und langfristig erfolgreich bleiben können. Wir richten unsere Aktivitäten immer auf mittel- und langfristige Erfolge aus.

Im vergangenen Jahr hat der Space Star über 40 Prozent der Verkäufe ausgemacht. Ist Mitsubishi zu abhängig von seinem Bestseller?

Wir haben den Anteil des Space Star am Gesamtabsatz schon Stück für Stück verringern können, 2014 lag er noch bei über 50 Prozent. Mittlerweile spielen beispielsweise der ASX oder der Outlander eine größere Rolle. Aber auch unsere großen Modelle wie Pajero oder L200 laufen besser, was auch aus Ertragssicht für unsere Händler sehr wichtig ist. Zudem verkaufen wir den Space Star mittlerweile immer häufiger in höherer Ausstattung. Auch das ist ein wichtiger Faktor.

Mitsubishi Space Star: Günstig ist nicht genug

Ab Herbst 2017 erweitern Sie Ihre Modellpalette um das Kompakt-SUV Eclipse Cross. Trotz der späten Markteinführung wollen Sie im laufenden Jahr noch rund 3.000 Einheiten davon verkaufen. Ist das nicht etwas überambitioniert?

Zur Markteinführung des neuen Modells wollen wir im Handel genügend Vorführwagen bereitstellen. Daher planen wir gemeinsam mit den Händlern eine große Einführungskampagne. Das ist die Basis für unsere Zielsetzung.

Ihren Händlern haben Sie bei der Mitsubishi-Händlertagung im Januar einige Hausaufgaben mitgegeben. Unter anderem sollen die Partner stärker als bisher als Ansprechpartner für Elektromobilität agieren. Wie soll das konkret aussehen?

Es gibt für uns keinen Zweifel daran, dass die Elektromobilität die Zukunft ist. Wir haben ein flächendeckendes Netz an „Green-Mobility“-Standorten, auch das technische Know-how im Händlernetz ist enorm. Klar ist aber auch, dass es in Deutschland nach wie vor schwieriger ist, ein Auto mit alternativem Antrieb zu verkaufen, als einen Benziner oder Diesel. Wir wollen unsere Partner dazu ermuntern, die Beratung für alternative Antriebsformen zu intensivieren und sind fest davon überzeugt, dass sich das auszahlen wird. Bis zum Durchbruch der Elektromobilität wird es nicht mehr allzu lange dauern und dann wollen wir vorne mit dabei sein. Für den Kunden muss klar sein, dass Mitsubishi der Platzhirsch in Sachen E-Mobilität ist.

In Sachen „Mitsubishi Green Mobility“ findet man auf dem Markt derzeit aber nur den Outlander als Plug-in-Hybrid...

Bislang sind wir mit dem Outlander gut aufgestellt. In den nächsten Jahren werden weitere Produkte folgen, so dass wir Anfang des kommenden Jahrzehnts über die komplette Modellpalette hinweg Varianten mit alternativem Antrieb anbieten können.

Mitsubishi Outlander: Zwei auf einen Streich

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