Shopping-Guide für Gebrauchte

Rückläufer zukaufen bei Herstellern und Leasinggesellschaften

10.08.2011 | Autor: Silvia Lulei

Die Zukaufsquellen sind das bestgehütete Geheimnis im Automobilhandel. Dabei ist fraglich, ob der Handel tatsächlich so viele verschiedene Quellen nutzt. Denn beim »kfz-betrieb«-Branchenindex bekannten sich im Frühjahr dieses Jahres 63 Prozent der Vertragshändler dazu, Werksdienstwagen, Mietfahrzeuge und Leasingrückläufer am liebsten direkt beim Hersteller und Importeur einzukaufen.

Auf eigenen Onlineportalen können Vertragshändler dort Gebrauchtwagen zukaufen. Hersteller, die ein Gebrauchtwagenprogramm haben, locken teilnehmende Händler teilweise mit Sonderkonditionen wie Vorkaufsrechten oder Finanzierungsprogrammen.

Laut dem zitierten Branchenindex nutzt ein Drittel der im Frühjahr befragten Händler Internetbörsen für den Einkauf. Damit sind nicht nur die bekannten Fahrzeugportale gemeint, sondern auch Onlinebörsen großer Leasinggesellschaften, die ihre Rückläufer direkt vermarkten – sowohl an den Handel als auch an privat.

Große Volumina vorhanden

Die Leasinggesellschaften dürften neben den Herstellern und Importeuren über das größte Volumen an Rückläufern verfügen. Die angebotenen Fahrzeuge sind im Durchschnitt etwas älter als die der Herstellerbörsen und haben mehr Kilometer auf dem Tacho. Gerade diese Gebrauchtwagen sind beim Handel gefragt, weil sie auf dem bevorzugten Preisniveau kaufwilliger Autofahrer liegen.

Leasinggesellschaften sind eine interessante Zukaufsquelle – und das werden sie auch bleiben. Marc Odinius, Geschäftsführer der Dataforce Verlagsgesellschaft für Business Informationen mbH, geht davon aus, dass der Stellenwert des Firmenkundengeschäfts zunehmen wird. Er rechnet damit, dass in diesem Jahr erstmals die magische Grenze von 700.000 gewerblichen Zulassungen überschritten wird.

Firmenwagengeschäft wächst

Da das Vermarktungsrisiko von Flottenfahrzeugen immer mehr die Leasinggesellschaften übernehmen, wird es für Unternehmen interessanter, Mitarbeiter mit Firmenwagen auszustatten. Daher rüsten sich Leasinggesellschaften mit Internetportalen, Newslettern und eigenen Verkaufsstandorten dafür, ein attraktives Endkunden- und ein lukratives B2B-Geschäft einzurichten.

Außer den Internetportalen der Hersteller und Leasinggesellschaften gibt es noch viele andere Zukaufsquellen, die für den Handel in Frage kommen. Aber keine andere Quelle „produziert“ ein so großes Volumen an künftigen Rückläufern, die der Gebrauchtwagenmarkt gerne abnimmt.

Eine Übersicht über die Onlineportale der Hersteller und Importeure sowie der Leasinggesellschaften, die selbst Rückläufer vermarkten, finden Sie in der September-Ausgabe von »Gebrauchtwagen Praxis«.


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