Hersteller sehen Folgen der Dieseldiskussion differenziert

Zwischen Elektroboom und Diesel-Stabilität

| Autor: dpa/gr

Bis zum Ende des Jahres können Kunden die Umstiegsprämien von Volkswagen nutzen.
Bis zum Ende des Jahres können Kunden die Umstiegsprämien von Volkswagen nutzen. (Bild: VW)

Der Daimler-Konzern registriert angesichts der Diskussion um mögliche Diesel-Fahrverbote in Deutschland inzwischen Besorgnis bei seinen Kunden. „Natürlich hat die Einfahrverbotsdiskussion nochmal eine zusätzliche neue Qualität, die zum ersten Mal auch Nachfragen unserer Kunden in den Verkaufshäusern auslöst – das war vorher nicht der Fall“, sagte Vorstandschef Dieter Zetsche am Dienstag auf der IAA in Frankfurt.

Mercedes-Benz habe aber in diesem Jahr bisher mehr Diesel-Fahrzeuge verkauft als im Vorjahreszeitraum. Man könne auch keine Trends erkennen, was die Wiederverkaufswerte der Fahrzeuge angeht. Zetsche sagte, er sehe auch erste Anzeichen, dass sich die Diskussion nach der Bundestagswahl versachlichen werde.

Vor allem den Wertverfall von Dieselfahrzeugen und hinsichtlich der Nachfrage sieht die Situation in der Gesamtbranche allerdings anders aus. Der Dieselanteil an den Neuzulassungen ist speziell bei den Privatkunden auf unter 20 Prozent gesunken und laut einer Umfrage des ZDK ist der Handel von einer Belebung des Neuwagengeschäfts durch die Dieseleintauschprämie weit entfernt. Zwar sieht der Marktbeobachter Schwacke einen ruckartigen Preisverfall der Dieselfahrzeugek, jedoch verlieren sie „in einer sich langsam drehenden Abwärtsspirale“ an Attraktivität und Wert.

Einen positiven Effekt der vom Hersteller angebotenen Umstiegsprämien glaubt Volkswagen zu erkennen – auf das Interesse an Elektroautos. „Der Umstieg in die Elektromobilität mit der Zukunftsprämie funktioniert: mehr als 800 Kunden haben sich für Elektrofahrzeuge entschieden“, sagte VW-Markenvertriebschef Jürgen Stackmann. Insgesamt hätten bereits mehr als 10.000 Käufer einen Neuwagen mit Anrechnung der Prämie bestellt. 40 Prozent seien Markenwechsler.

Der von Stackmann ausgerufene Erfolg im E-Segment bleibt im Vergleich mit dem Gesamtmarkt dennoch marginal. Im August wurden nur gut 9.000 Fahrzeuge mit reinem Elektro- und Hybridmotor neu zugelassenen – von insgesamt knapp 254.000 Pkw. Das sind rund 3,6 Prozent.

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