IAA 2017: Futuristische Felgen

Reifenhersteller zeigen neue Radkonzepte auf der IAA

| Autor: Jan Rosenow

Der Konzeptreifen Flexup von Hankook kapituliert vor keinem Hindernis.
Der Konzeptreifen Flexup von Hankook kapituliert vor keinem Hindernis. (Bild: Hankook)

Räder und Reifen sind standardisierte Produkte. In den letzten Jahrzehnten ist jeder Versuch gescheitert, an der Grundform und der Montageweise etwas zu ändern. Trotzdem versuchen es die Ingenieure immer mal wieder mit einem neuen Konzept – so etwa Continental.

Mit dem New Wheel Concept will Conti das Rad neu erfinden – und hat damit vor allem E-Autos im Blick. Die Felge besteht aus zwei Aluminiumteilen, dem inneren Tragstern sowie der Bremsscheibe und dem äußeren Felgenbett mit dem Reifen. Anders als bei herkömmlichen Radbremsen greift die Bremse beim New Wheel Concept von innen in die Scheibe ein. Damit kann sie einen deutlich größeren Durchmesser haben als konventionelle Systeme, was den Einsatz einer Aluminiumscheibe ohne Bremsleistungsverlust erlaubt.

Die Alu-Scheibe spart nicht nur Gewicht und leitet Wärme schneller ab, sondern sie korrodiert auch nicht, was besonders bei E-Autos zum Tragen kommt, bei denen die Reibungsbremse nur selten benutzt wird. Laut dem Hersteller soll der Verschleiß so gering sein, dass sie während der Fahrzeuglebensdauer nicht mehr gewechselt werden muss. Bremsleistung, Standfestigkeit und Komfort sollen für den Einsatz im Auto ausreichen, heißt es bei Conti.

Michelin: Die Reifenlauffläche wird 3-D-gedruckt

Noch viel weiter in die Zukunft blickt Michelin mit seinem Visionary Concept: Mit der umweltschonenden, pannen- und verschleißresistenten Rad-Reifenstudie zeigen die Franzosen, wie der Reifen der Zukunft aussehen könnte. Neben einer luftlosen, vernetzten Tragstruktur gehört dazu eine per 3-D-Druck erneuerbare Lauffläche. Zudem lässt sich das Profil ohne Reifenwechsel je nach Witterungs- und Straßenverhältnissen per Knopfdruck als Sommer-, Winter- oder Offroadreifen auslegen.

Darüber hinaus präsentiert Michelin auf der IAA 2017 eine Konstruktion zum Felgenschutz. Das in Kooperation mit Maxion Wheels entwickelte System beugt Schäden durch Bordsteinkanten und Schlaglöcher vor. Weitere Highlights sind mehrere Reifenneuheiten, die im Herbst ihren Marktstart feiern. Neben einem Sommerreifen stellt der Reifenhersteller auch neue Varianten des Ganzjahresreifens Cross-Climate Plus vor.

Hankook: Reifen, die Treppen steigen

Schillernde Ideen für die Zukunft der Reifentechnik zeigt auch Hankook auf seinem Stand: die neuesten Konzeptreifen Flexup, Shiftrac und Autobine – die in Kooperation mit Design-Studenten der University of Cincinnati entstanden sind – steigen Treppen, wechseln die Fahrbahn, ohne die Fahrtrichtung zu ändern oder erweitern die Bereifung des Fahrzeuges automatisch, wenn mehr Personen transportiert werden müssen.

Neben einer Produktneuheit für den Sommerreifenmarkt stellt Hankook zudem das aktualisierte Winterreifen-Line-up vor. Die Winterreifen-Serie I-cept, die unter Verwendung einer speziellen Silika-Mischung für die Bedingungen in Zentral- und West-Europa entwickelt wurde, ist um einige Größen erweitert worden.

Bridgestone: Luftlose Reifen für Fahrräder und Autos

Luftlose Reifentechnik hat auch Bridgestone zu bieten: Die neuesten „Air Free Concept“-Reifen für Fahrräder und Autos sind auf dem Messestand des japanischen Unternehmens zu sehen. Dort präsentiert Bridgestone zudem eine Produktpremiere: den neuen Touring-Reifen Turanza T005. Weitere Produkte aus dem aktuellen Sortiment sind unter anderem der pannensichere Driveguard und Driveguard Winter sowie der neue Winterreifen Blizzak LM001-Evo. Die Pneus der Marke Firestone, beispielsweise der neue Roadhawk, sind ebenfalls zu sehen.

Bridgestone auf der IAA: Halle 8.0, Stand D03

Continental auf der IAA: Halle 5.1, Stand A08

Hankook auf der IAA: Halle 8.0, Stand C26

Michelin auf der IAA: Halle 8.0, Stand A23

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