Berliner VW-Händler geht gegen Kreditkündigung vor

Auto-Mehner streitet mit der Volkswagen AG

22.07.2010 | Autor: Joachim von Maltzan

Für das Autohaus Mehner soll es nach den Vorstellungen von Volkswagen zukünftig keinen Platz mehr in Berlin geben.

Volkswagen will mithilfe der VW-Bank einen alteingesessenen Berliner aus dem Netz entfernen. Auf die Kündigung der Kreditlinien durch die VW-Bank reagiert Auto-Mehner nun mit rechtlichen Schritten und einer Beschwerde an die EU-Kommission. Außerdem ist der Händler an die regionale Presse herangetreten.

Volkswagen hatte am 30. April dieses Jahres der Geschäftsführerin von Auto-Mehner, Karin Moresco, und ihrem Mann Norbert Moresco nach deren Angaben eröffnet, dass sie das Autohaus Mehner „vom Netz nehmen wollen“. Sie boten dem Unternehmerehepaar dafür eine Abfindung, die nicht einmal dem Jahresertrag des Autohauses entsprach. Die Morescos lehnten das Angebot ab.

Kein Platz mehr im Händlernetz

Vorab erfolgten unter anderem Garantieprüfungen, jedoch ohne negative Resultate. Aber am 4. Mai erhielt Karin Moresco dann die Kündigung der Neu- und Gebrauchtwageneinkaufskredite der Volkswagen Bank. Das Finanzinstitut begründete diese Maßnahme mit der zu niedrigen Eigenkapitalquote des Autohauses. Gleichzeitig kündigten die Braunschweiger auch die Kredite der Schwestergesellschaft des Autohauses Mehner, der Amore Automobile Moresco (Audi-Servicepartner).

Obwohl Karin und Norbert Moresco über ihren Steuerberater, eine renommierte Berliner Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzlei, umgehend nachwiesen, dass ihre Eigenkapitalquote bei 25 Prozent liegt, beeindruckte das die Volkswagen Bank nicht sonderlich und sie blieb bei ihrer Kreditkündigung.

Für jedes deutsche Autohaus stellt eine Kreditkündigung in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage der Branche eine erhebliche Gefahr dar. Denn es ist schon im Normalfall nicht einfach, einen Finanzierungspartner für einen Kfz-Betrieb zu finden – umso schwieriger ist das nach einer Kreditkündigung.

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