Händlerumfrage: Bremsspuren im Verkauf

Servicegeschäft bleibt für Autohäuser stabile Säule

13.10.2011 | Autor: Wolfgang Michel

Stephanie von Ahsen, Autohaus Brandt, Bremen: „Der Neuwagenverkauf ist in 2011 sehr gut gestartet, konnte diese Entwicklung allerdings im dritten Quartal nicht fortsetzen.“

Mit ihrer Analyse der vergangenen drei Monate trifft Stephanie von Ahsen den Nagel auf den Kopf: „Der Neuwagenverkauf ist 2011 sehr gut gestartet, diese Entwicklung hat sich allerdings im dritten Quartal nicht fortgesetzt“, sagt die Geschäftsführerin vom Autohaus Brandt in Bremen gegenüber »kfz-betrieb ONLINE«. Erfreulicherweise blieben die Neuwagen-Nachlässe in ihrem Unternehmen jedoch relativ konstant.

Konstant bleiben auch Absatz und Ertrag in Sachen Gebrauchtwagen. Zufrieden äußert sich die VW-Händlerin über das Servicegeschäft der vergangen zwölf Wochen. Probleme sieht sie jedoch beim anstehenden Winterreifengeschäft auf ihr Unternehmen zukommen. „Wir haben zwar ausreichend Reifen auf Lager, jedoch müssten die Reifenhersteller besser liefern. Wir bekommen zwar Reifen, aber nicht immer unsere bevorzugten Marken.“

Winterreifenprobleme

Ihre Markenkollegin vom Autohaus Müller in Hüttenberg, Geschäftsführerin Sabine Fremerey, bilanziert das dritte Quartal noch drastischer, was den Neuwagenverkauf angeht. Es sei nicht nur schlecht gewesen, „der Auftragseingang ist seit August wie abgeschnitten und liegt unter dem Niveau von 2008“. Erfreulicherweise haben sich jedoch die Rabatte leicht reduziert. Leicht rückläufig war auch der Gebrauchtwagenabsatz, die Erträge seien aber stabil geblieben. Mit dem Servicegeschäft ist Fremerey „gut zufrieden“. Jedoch bemängelt auch sie die schlechte Lieferfähigkeit der Reifenhersteller für die kommende Wintersaison.

Sehr viel Freude komme dagegen auf, wenn die Geschäftsführerin auf das zurückliegende Nutzfahrzeuggeschäft blickt. Dieses hat sich sowohl im Verkauf und Service sehr gut als auch im Service sehr gut entwickelt.

Gerade noch zufrieden mit dem Neuwagenverkauf im dritten Quartal ist Uwe Gehrmann vom Bochumer Autohaus Wicke. „Wir verspürten eine Kaufzurückhaltung und erhoffen uns durch die neuen Modelle, die es auf der IAA zu sehen gab, wichtige Impulse“, sagt der Prokurist. Bedauerlichweise steigen aufgrund des Nachfragerückgangs im Ruhrgebiet die Neuwagenrabatte, selbst bei Fahrzeugen mit sehr langen Lieferzeiten. Der Absatz der Gebrauchtfahrzeuge in Bochum ist ein wenig verbessert. Hier gelte es wieder das kleine Einmaleins der Gebrauchtwagenprozesse stärker zu beachten.

„Die Bruttoerträge sind kumuliert jedoch mehr als erfreulich, auch wenn sie derzeit ein wenig zurückgehen“, lautet diesbezüglich Gehrmanns Bilanz. Das Servicegeschäft läuft bei Wiche weiter auf hohem Niveau. Erfreulicherweise steigt in seinem Unternehmen auch schon die Nachfrage nach den Winterreifen. „Wir haben unser Lager bereits zu 75 Prozent mit neuer Ware gefüllt. Über unterschiedliche Einkaufsbezugsquellen haben wir unsere Einkaufsmengen erhöht und sind somit gut gerüstet für den Winter, der jetzt nur noch mitspielen muss.“

Ergänzendes zum Thema
 

AUSBLICK VIERTES QUARTAL 2011*

Pkw-Absatzschwierigkeiten

Auch Franco Barletta verzeichnete im dritten Quartal beim Neuwagenverkauf einen leicht rückläufigen Auftragseingang. Zudem bereiten dem Geschäftsführer vom Mercedes-Benz-Autohaus Jürgens in Hagen die Lieferverzögerungen beim Herstellers weiter Sorgen. Die Neuwagenrabatte konnte das Unternehmen in den vergangenen neun Monaten weiterhin niedriger halten als im Vorjahr, was aber zunehmend schwerer werde. Schwieriger wurde auch das Gebrauchtwagengeschäft, so der Gewinner des Gebrauchtwagen Award 2011.

„Der Absatz hat sich im dritten Quartal leicht abgeschwächt, damit einhergehend haben sich die Standtage erhöht. Die Erträge sind aber nach wie vor zufriedenstellend“, sagt Barletta. Auch das Servicegeschäft läuft auf Vorjahresniveau. Durch verschiedene Maßnahmen konnte das Autohaus die Ertragssituation im Service sogar noch weiter verbessern. Zudem wollen die Hagener in diesem Winter ein noch besseres Reifengeschäft als im Vorjahr machen.

„Wir haben uns im Reifengeschäft neu organisiert und erhoffen uns dadurch einen hohen Absatz und Ertrag im Winterreifengeschäft. Entsprechend umfassend haben wir uns bevorratet“, erklärt Barletta. Rückläufig war in den letzten Wochen der Nutzfahrzeugabsatz. Schuld sei die Wirtschaftslage und die damit einhergehende Verunsicherung der Kunden. Der Nfz-Service hingegen verliefe weiterhin nach Plan.

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