Chevrolet kündigt 66 Händlern

Direkte Reaktion auf mäßige Gesamtverkaufsleistung

19.12.2011 | Redakteur: Jens Rehberg

Chevrolet Deutschland hat 66 seiner 350 Vertragspartner den Vertriebs- und den Servicevertrag gekündigt. Dies bestätigte der Importeur auf Anfrage von »kfz-betrieb ONLINE«. Die Kündigungen seien mit einer ordentlichen Kündigungsfrist ausgesprochen worden.

Chevrolet-Chef Steffen Raschig räumte zudem ein, dass die Kündigungen eine direkte Reaktion auf die in den letzten Monaten mäßige Gesamtverkaufsleistung des Fabrikats gewesen seien. An seiner eigenen Vertriebsstrategie will er jedoch nichts ändern. Weiter wollte der Manager den Vorgang allerdings nicht kommentieren.

Einige der gekündigten Händler haben mittlerweile den Verband Deutscher Opel- und Chevrolet-Händler (VDOH) um Unterstützung gebeten. „Mangelnde Marktperformance scheint einer der maßgeblichen Faktoren gewesen zu sein, die zu den Kündigungen geführt haben“, sagte VDOH-Sprecher Thomas Bieling auf Anfrage dieses Dienstes. Steffen Raschig habe aber gegenüber dem Verband betont, dass es innerhalb der Kündigungsfrist von zwei Jahren auch einen Weg zurück geben könnte.

Die deutschen Chevrolet-Verkaufszahlen waren zuletzt alles andere als erfreulich. Der Anteil privater Neuzulassungen am Chevy-Gesamtvolumen hatte zeitweise nur noch 17 Prozent ausgemacht. Im November waren mit rund 1.800 Einheiten 25 Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahresmonat neu zugelassen worden. Damit hat sich Chevrolet von seiner Zielmarke – ein Prozent Marktanteil – wieder ein gutes Stück entfernt. Händler-Sprecher Thomas Bieling hierzu: „Zur Verbesserung des Marktanteils über die Ein-Prozent-Marke hinaus ist seitens des Importeurs dringend eine massive Investition in die Steigerung des Bekanntheitsgrades der Marke erforderlich.“

Bereits im Sommer hatte Chevrolet Deutschland einigen Partnern wegen anhaltender Nichterfüllung von CI-Standards gekündigt. Neben 350 Vertriebspartnern hat der Importeur derzeit noch 214 reine Servicepartner in seinem Netz.

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