Händlerumfrage: Uneinheitlicher Jahresstart

Noch herrscht keine Weltuntergangsstimmung im Handel

| Autor: Wolfgang Michel

Burkhard Weller: „Das Jahr wird kein Kürlauf, aber 2013 wird auch kein Drama!“
Burkhard Weller: „Das Jahr wird kein Kürlauf, aber 2013 wird auch kein Drama!“ (Foto: Archiv)

„Wir sind mit dem Fahrzeugabsatz und dem Auftragseingang sowohl im Privat- als auch Gewerbekundenbereich nur bedingt zufrieden. Zwar können wir eine Steigerung zum Vorjahr verzeichnen, sind aber noch lange nicht auf dem guten Niveau von 2011“, sagt Hans-Ulrich Overdreef.

Auch die Erträge seien durch das hohe Nachlassverhalten aller Marktteilnehmer wenig erfreulich, so der Geschäftsführer vom Autohaus Overdreef. Zufriedener ist der Duisburger BMW-Händler mit dem Gebrauchtwagengeschäft. Zwar seien die Stückzahlen leicht rückläufig, die Erträge jedoch lägen leicht über dem Vorjahresniveau. Wie bereits in den Vorjahren ist das Servicegeschäft auch zum Jahresanfang 2013 ein echter Lichtblick für den Autohändler. „Wir sind zuversichtlich, dass sich die Entwicklung im Aftersalesgeschäft positiv fortsetzt“, sagt Overdreef. Nach den ersten drei Monaten des Jahres blickt der Autohauschef noch zuversichtlich ins Jahr 2013.

Zwischen Hoffen und Bangen

BMW-Händlerkollege Peter Enders verzeichnete für das erste Quartal 2013 einen ähnlichen Geschäftsverlauf: „Ich bin nicht zufrieden. Die Erträge im Neuwagengeschäft mit Privatkunden sind schlechter geworden, der Auftragseingang ist verhalten“, sagt der Geschäftsführer vom Fuldaer Autohaus Krah & Enders. Etwas besser sei die Situation bei den gewerblichen Kunden. Auf die Frage, wie sich das Gebrauchtwagengeschäft im ersten Quartal entwickelt hat, sagt Enders: „Wir haben zwar mehr Fahrzeuge als im Vorjahresvergleichszeitraum verkauft, die Erträge sind aber weiterhin nicht zufriedenstellend.“

Aber obwohl selbst das Servicegeschäft zum Jahresstart nicht gerade positiv angelaufen ist, sagt der »kfz-betrieb«-Junior-Award-Gewinner: „Es wird mit Sicherheit ein anstrengendes und schwieriges Jahr. Dennoch werden wir 2013 erfolgreich meistern!“

Noch kein Drama

Burkhard Weller beklagt sich nicht über den Jahresstart: „Neuwagenabsatz, Auftragseingang und Ertrag liegen im Privatkundengeschäft leicht über dem Niveau des ersten Quartals 2012.“ Zufrieden ist der Chef der Wellergruppe auch mit dem Neuwagengeschäft bei gewerblichen Pkw-Kunden. Nur die Nutzfahrzeuge kamen nicht richtig aus den Startlöchern. Weller spricht auch von stabilen Erträgen bei den Gebrauchtwagen: „Mit zirka 50 durchschnittlichen Standtagen haben wir ja auch ordentlich vorgesorgt.“ Über das Werkstattgeschäft sagt er: „Ich hoffe, ich gebe den Herstellern keine neue Margenkürzungssteilvorlage. Aber das Jahr ist auch im Service ganz ordentlich gestartet.“

Weller glaubt noch an ein gutes Gesamtjahr, sowohl für seine Autohausgruppe als auch für die Branche: „Das ist keine Glaubenssache: 2013 ist ein Jahr für Macher! Das Jahr wird kein Kürlauf, aber auch kein Drama!“

Freude am Golf 7

Zufrieden zeigt sich Uwe Gehrmann: „Unsere Vertriebspolitik ist auf die Einzelkundschaft ausgerichtet. Das Ergebnis im Neuwagenbereich bei den Auftragseingängen lag Ende Februar im Vergleich zum Februar 2012 bei plus 20 Prozent“. Wie der Prokurist des Bochumer Autohauses Wicke ergänzt, sei „das Ergebnis ohne taktische Zulassungen erreicht worden.“ Auch der März verlief sehr erfreulich. Beetle Cabrio, Tiguan und Golf 7 waren besonders gefragt. Sogar die Nachlässe seien ein wenig gesunken, was wiederum die Ertragslage leicht verbesserte.

„Im Gebrauchtwagengeschäft sind wir derzeit ebenfalls auf der Sonnenseite. Durch unser starkes Einzelkundengeschäft haben wir das Jahresziel für 2013 drastisch erhöht. Wir liegen derzeit genau im Zielkorridor, bei erfreulich gestiegenen Bruttoerträgen“, so Gehrmann.

Zum Start ins Servicejahr sagt er: „Im Service ist es leider nicht so gut wie im Vertrieb gelaufen. Die gesamten Kundendiensterlöse lagen in den ersten beiden Monaten kumuliert nur bei plus 5,4 Prozent. Servicesteigerungen nur durch erhöhte Fahrzeugverkäufe zu generieren, reicht nicht mehr aus. Durch die Einführung eines Prämiensystems für alle Kundendienstmitarbeiter werden wir aber unsere Ziele erreichen.“

Auch Gehrmann geht von einem guten Geschäftsjahr aus. „Wir sind uns aber bewusst darüber, dass nur ein starkes Controlling sowie ein schnelles Reagieren auf die Marktgegebenheiten den Erfolg ausmachen werden.“

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