Kia: „Ziele sind da, um sie zu erreichen“

Produktoffensive soll weitergehen

| Autor: Andreas Wehner

Martin van Vugt, Geschäftsführer bei Kia Motors Deutschland
Martin van Vugt, Geschäftsführer bei Kia Motors Deutschland (Foto: Kia)

Redaktion: Sie haben bereits im Frühjahr die Ziele etwas heruntergefahren. Werden Sie die angepeilten 63.000 Einheiten erreichen können, angesichts der Tatsache, dass sich der Markt offenbar nicht erholt und durch das Hochwasser nun einen zusätzlichen Dämpfer bekommen hat?

Martin van Vugt: Wir sind eine der wenigen Marken, die immer noch wächst. Unser Marktanteil steigt. Daher halten wir an den 63.000 Neuzulassungen in diesem Jahr fest.

Die Jahreszielvereinbarung war eines der Themen, die den Handel in diesem Jahr besonders beschäftigt haben. Die Ziele sind immer noch ambitioniert. Partner wünschen sich außerdem mehr Transparenz bei der Ermittlung der Ziele ...

Wenn man wie wir jetzt mit dem Carens in einem praktisch neuen Segment einsteigt, dann ist es doch logisch, dass auf das Wachstum des vergangenen Jahres noch etwas obendrauf kommt. Das ist doch ganz einfach. Daher irritiert es mich auch, dass die Händler von angeblich nicht nachvollziehbaren Zielen sprechen. Man muss sich nur anschauen, was wir machen: Wir investieren, wir haben 2011 die Marge erhöht, die Renditen steigen. Wir haben bewiesen, dass wir tun, was wir sagen. Wir wollen, dass sich ein beständiges Händlernetz entwickelt. Und das ist auch die Voraussetzung für die Ziele. Ziele sind da, um sie zu erreichen. Und wenn wir spüren, dass der Gesamtmarkt sich deutlich schwächer entwickelt, dann passen wir sie an. Und das haben wir ja im Frühjahr auch getan – und im Übrigen haben wir nicht unsere Investitionen angepasst. Zudem konnten wir unser nach wie vor einzigartiges 7-Jahre-Kia-Qualitätsversprechen verstärken. Vergleichen Sie es mit den Olympischen Spielen. Wir gehen nicht hin, um teilzunehmen, sondern um Gold zu holen. Wir müssen den Markt erobern. Dass das nicht einfach ist, ist uns bewusst.

Das jüngste Hochwasser hat in einigen Regionen Deutschlands dafür gesorgt, dass die Leute sich um andere Dinge kümmern müssen, als um das nächste Auto. Die Händler in den betroffenen Gebieten verzeichnen Absatzeinbrüche. Wie unterstützen Sie diese Partner?

Glücklicherweise ist kein Händler direkt vom Hochwasser betroffen. Aber wir haben einige Partner, die zeitweise weder Autos verkaufen konnten noch Werkstattverkehr hatten. Wir haben mit allen Händlern gesprochen und auch bereits Maßnahmen beschlossen. Wir haben zum Beispiel für die betroffenen Autohäuser die Ziele im laufenden Quartal um 50 Prozent reduziert, sowohl im Verkauf als auch im Aftersales. Wir haben außerdem mehrere hundert Fahrzeuge für die Hochwasseropfer zur Verfügung gestellt. Zusammen mit den Händlern werden wir versuchen, diese zu kapitalisieren. Wichtig ist: Wir sind dabei als Menschen gefragt. Da geht es nicht nur um Business. Deswegen wollen wir auch keine Werbung damit machen, was wir machen.

Kia Ceed GT: Turbo-Power in der Kompaktklasse

Sie haben mit dem Ceed GT und dem Pro-Ceed GT zwei sportliche Ableger ihrer C-Segment-Fahrzeuge präsentiert. Werden Sie auch in anderen Baureihen sportliche Varianten bringen?

Wir können uns in allen Baureihen sportliche Varianten vorstellen. Aber wir müssen uns das erst verdienen. Wenn Sie mich also konkret fragen, muss ich sagen: Jein. Wir wachsen derzeit in einem solch hohen Tempo, dass wir aufpassen müssen, uns nicht zu übernehmen. Die Quantität von heute darf nicht auf Kosten der Qualität und der Beständigkeit von morgen gehen. Daher wollen wir Schritt für Schritt vorgehen. Sportliche Modelle sind vorstellbar, so wie auch ein Cabrio vorstellbar ist. Aber wir haben keine konkreten Pläne.

Weitere sportliche Modelle wie der in Genf vorgestellte Provo oder die ebenfalls GT genannte Sportlimousine, die Sie 2011 auf der IAA gezeigt hatten, könnten demnächst folgen. Können Sie mir etwas über die Pläne verraten?

Ein Fahrzeug ähnlich dem Provo wird kommen. Wenn es nach mir ginge, würde ich das Auto morgen vorstellen und gleich zwei für mich selbst bestellen. Aber so schnell wird es nicht gehen. Eine Sportlimousine ist ebenfalls denkbar, aber auch ein B-SUV ist denkbar. Wir haben einen Produktplan bis 2018 und die Händler werden zum Jahreswechsel erfahren, was wir an neuen Modellen vorstellen werden. Die Produktoffensive hört nicht auf. Aber konkrete Angaben dazu, werde ich jetzt noch nicht machen.

Kia positioniert sich stärker als sportliche Marke. Ist denn in diesem Zusammenhang ein Motorsportengagement denkbar?

Nein. Das ist in unserer Strategie weder in Deutschland noch weltweit vorgesehen. Wir konzentrieren uns auf die Sponsoring-Aktivitäten, die es schon gibt. Dazu gehört vor allem die Zusammenarbeit mit der Fifa und der Uefa. So erreichen wir unsere Zielgruppe und werden versuchen, uns mit cleveren Maßnahmen stärker zu profilieren.

2014 sollen bei Kia Plug-In-Hybride kommen. In welchen Baureihen werden wir solche Modelle sehen?

Was ich sagen kann: Wir werden nächstes Jahr nicht nur mit neuen Hybrid-Fahrzeugen starten, sondern wir werden auch ein Elektrofahrzeug bringen.

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