Ausblick 2014: E-Auto bleibt Mauerblümchen

»kfz-betrieb«-Umfrage zur Lage der Fabrikatsbetriebe

| Autor: Wolfgang Michel

Dürkop-Chef Stefan Quary erwartet 2014 „keinen Durchbruch mit Elektrofahrzeugen“. Für ihn steht das Thema „nur bedingt im Fokus“.
Dürkop-Chef Stefan Quary erwartet 2014 „keinen Durchbruch mit Elektrofahrzeugen“. Für ihn steht das Thema „nur bedingt im Fokus“. (Foto: VBM-Archiv)

Renault und Nissan haben ihre Elektromodelle schon länger, BMW ist mit dem i3 nun am Markt, auch Volkswagen setzt die Flotte unter Strom. Doch die Branche fürchtet, dass das Elektroauto in diesem Jahr wieder nicht zum Absatzspurt ansetzt. Entsprechend verhalten sind die Absatzerwartungen und der Stellenwert, den die Modelle – so im Angebotsportfolio überhaupt vorhanden – in den Überlegungen der Händler spielen. Zu diesen Modellen wie allgemein zum Kfz-Markt werfen für »kfz-betrieb« mehrere Händler einen Blick zurück und geben einen Ausblick auf 2014.

Der Neuwagenverkaufsfokus liegt beispielsweise für Stefan Quary auf den klassischen Antriebstechnologien. Der Geschäftsführer von Dürkop Automobile in Braunschweig geht davon aus, dass in den kommenden zwölf Monaten die meisten Neuwagen mithilfe von Rabatten und Incentives verkauft werden. „Um hier nicht jeden Preiskrampf mitmachen zu müssen, werden wir unsere Aktivitäten in Sachen digitale Absatzkanäle massiv stärken“, sagte Quary im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Erfolgreichste Marke im Dürkop-Portfolio war 2013 übrigens Kia. Für diese Marke verzeichnete das Unternehmen deutliche Zuwächse.

Zugunsten eines besseren Ertrags verzichtet auch Peter Enders seit Monaten auf Neuwagen-Einheiten. Der Inhaber des BMW-Autohauses Krah & Enders in Fulda hat 2013 keine unrentablen Verkaufsaktionen mitgemacht. Dadurch hat das Unternehmen unter anderem in den vergangenen drei Monaten deutlich weniger Neuwagen als noch im vierten Quartal 2012 verkauft. Weitgehend zufrieden in Sachen Absatz und Ertrag ist der Autohauschef mit dem abgelaufenen Gebrauchtwagengeschäft.

Hingegen war das Servicegeschäft zum ersten Mal seit Jahren rückläufig, was Enders auch an der phasenweise problematischen Ersatzteilversorgung durch BMW festmacht. Zusammenfassend sagt er über das zurückliegende Jahr: „2013 war für uns eines der schwierigsten Jahre. Wir haben zwar eine wunderbare Modellpalette, doch der Markt ist hart umkämpft, und dies haben wir sehr deutlich gespürt. Ich hoffe, dass es im Verkauf und Service 2014 wieder besser wird.“

Ganz besonders freut sich Enders auf die Markteinführung des i8. Über die Rolle des BMW-Elektromobilitätsangebots in seinen unternehmerischen Plänen sagt er: „Es ist schwierig, die i-Fahrzeuge in die betriebswirtschaftliche Planung mit einzubeziehen. Für uns ist es aufgrund des Agenturgeschäfts eine separate Schiene. Hier gibt es keinen Absatzdruck, und wir freuen uns über jede verkaufte Einheit. Im Moment läuft es gut an, und der i8 ist ein Fahrzeug, auf das sich Kunden und Mitarbeiter freuen.“

Verkaufsschub in 2014

„Wir sind Volkswagen-E-Mobilitäts-Partner und werden ab 2014 auch Elektrofahrzeuge verkaufen. Ich persönlich sehe die Zukunft eher in Plug-in-Hybrid-Antrieben. Die reine Elektromobilität wird meines Erachtens nur einen sehr kleinen Teil unseres Verkaufsvolumens ausmachen, sagt Sabine Fremerey-Warnecke. Apropos Verkauf: Die Geschäftsführerin von Auto-Müller in Hüttenberg bewertet das Jahr 2013 differenziert. „Der Auftragseingang bei Volkswagen liegt deutlich über Vorjahr. Allerdings sind die Bruttogewinne je Fahrzeug niedriger als 2012. Dafür verlief der Neuwagenauftragseingang im vierten Quartal überraschenderweise besser als im Vorjahr.“

Im Service konnte das Autohaus den Rückgang im ersten Quartal bis zum Jahresende nicht mehr ausgleichen. „Durch Preiserhöhungen bei den Ersatzteilen und höhere Stundenverrechnungssätze haben wir die fehlenden 25 Prozent jedoch wieder egalisiert“, erklärt die Autohauschefin. Über 2014 sagt sie: „Wir haben 2013 einige neue, den Vertrieb unterstützende Strukturen geschaffen, die es uns ermöglichen, unseren Markt in diesem Jahr noch professioneller und kundenfreundlicher zu bearbeiten. Dadurch erhoffe ich mir sowohl im Vertrieb als auch im Service einen deutlichen Schub.“

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