„Santander Atriumdialog“ diskutiert Mittelstandsfragen

Erhalt der Wirtschaftskraft der mittleren Unternehmen

| Autor: Joachim von Maltzan

Ulrich Leuschner, Vorstandsvorsitzender der Santander Consumer Bank AG, bat Vertreter aus Wirtschaft und Politik zum Wirtschaftsdialog.
Ulrich Leuschner, Vorstandsvorsitzender der Santander Consumer Bank AG, bat Vertreter aus Wirtschaft und Politik zum Wirtschaftsdialog. (Foto: Santander Consumer Bank)

Ein starker Mittelstand und ausreichende Investitionen in die Infrastruktur sind die größten Treiber für Wachstum in Deutschland und Europa. Dies ist das Fazit des ersten Santander Atriumdialogs, zu dem die Santander Consumer Bank am Mittwoch Abend in ihre Unternehmenszentrale nach Mönchengladbach eingeladen hatte. Hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutierten über Aussichten und Herausforderungen des Wachstums in Deutschland und Europa.

„Für mehr Wachstum fördern wir in NRW besonders die Wettbewerbsfähigkeit kleinerer und mittelständischer Unternehmen, da sie unsere Stärke ausmachen“, betonte Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen. Damit gerade diese Unternehmen einfacher von EU-Förderprogrammen profitieren könnten, reduziere die Landesregierung derzeit die Anzahl der dafür zuständigen Stellen im Land drastisch.

Illustre Gäste: Margarete Müller, Präsidentin der Bundesbank Hauptverwaltung NRW, und Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes NRW.
Illustre Gäste: Margarete Müller, Präsidentin der Bundesbank Hauptverwaltung NRW, und Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes NRW. (Foto: Santander Consumer Bank)

Rolf Königs, Chairman und CEO des international tätigen Automobilzulieferers Aunde, lobte den Minister dafür, „mittelständische Unternehmen anzustiften, ins Ausland zu gehen“. Um erfolgreich zu sein und Wachstum zu generieren, sei es aber wichtig, dass diese Unternehmen nicht nur in anderen Ländern produzierten, sondern dort auch in Forschung und Entwicklung investierten.

Schlüsselrolle der Banken

„Damit die Wirtschaft nun wirklich wächst und Kredite tatsächlich vergeben werden, ist Vertrauen wichtig. Der Schlüssel dazu ist die einheitliche europäische Bankenunion, sie garantiert Vertrauen in den Euro, in den europäischen Finanzsektor und in die Zukunft Europas“, sagte Ulrich Leuschner, Vorstandsvorsitzender der Santander Consumer Bank, zu Beginn des Atriumdialogs. Dabei sei es nicht entscheidend, aus welchem Land ein Wirtschaftsteilnehmer komme. „So ist es nicht verständlich, wenn für amerikanische Banken eine andere Eigenkapitaldefinition gilt als für europäische Banken. Ebenfalls nicht einzusehen ist, wenn die amerikanischen Ratingagenturen das Rating einer Bank abhängig machen vom Rating des Landes, in dem die Bank beheimatet ist.“

Im „Atriumdialog“: (v. li.) Gerassimos Thomas, Finanzdirektor Europäische Kommission, Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Moderator Sven Afhüppe, stellvertretender Chefredakteur des Handelsblatts, Günter Krings, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, und Rolf Königs, Chairman der Aunde-Gruppe, diskutieren über das Wirtschaftswachstum.
Im „Atriumdialog“: (v. li.) Gerassimos Thomas, Finanzdirektor Europäische Kommission, Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Moderator Sven Afhüppe, stellvertretender Chefredakteur des Handelsblatts, Günter Krings, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, und Rolf Königs, Chairman der Aunde-Gruppe, diskutieren über das Wirtschaftswachstum. (Foto: Santander Consumer Bank)

In diesem Zusammenhang verwies Leuschner auf die Ratingagentur des deutschen Einlagensicherungsfonds, die der Banco Santander gerade eine im internationalen Vergleich ausgezeichnete Ertrags- und Risikodiversifizierung bescheinigt hat. Die auf Finanzdienstleister spezialisierte Ratingagentur GBB-Rating Gesellschaft für Bonitätsbeurteilung mbH, Köln, die auch die Bankenratings für den Einlagensicherungsfonds erstellt, verleiht der Muttergesellschaft der Santander Consumer Bank AG, Banco Santander S.A , das Rating A+.

Dazu erklärte Leuschner: „Das GBB-Rating reflektiert die Stärke des Santander-Konzerns und ist eine Bestätigung für das Santander-Geschäftsmodell. Die Organisationsstruktur von Banco Santander mit unabhängigen Tochtergesellschaften in den Kernmärkten ermöglicht eine eigenständige Liquiditätssteuerung und autonome Marktbearbeitung.“ Das GBB-Rating unterscheidet sich insofern von den Ratings der großen amerikanischen Ratingagenturen, als dass es das bankspezifische Risikoprofil in den Mittelpunkt seiner Analysen stellt, während sonst üblicherweise das Risiko des Heimatlandes sehr hoch gewichtet wird. Santander ist in mehr als 40 Ländern vertreten, in Deutschland erwirtschaftet das Unternehmen sechs Prozent seiner Erträge, im Heimatland Spanien sind es sieben Prozent.

Die Politik ist gefordert

Nach Auffassung von Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, sei es Aufgabe der Europäischen Zentralbank (EZB), auch kleinere und mittelständische Unternehmen in den Krisenländern mit Krediten zu versorgen. Dazu müsse die EZB entsprechende Programme auflegen, damit die Wirtschaft in diesen Ländern wieder wachsen könne.

„Viele strukturelle Reformen sind noch nicht weit genug umgesetzt, um in den nächsten Jahren ein höheres Wirtschaftswachstum zu ermöglichen“, räumte Gerassimos Thomas, Finanzdirektor bei der Europäischen Kommission, ein. Europa zähle zwar auf die Stärke der deutschen Wirtschaft, irgendwann werde sich aber auch die mangelnde Investitionstätigkeit in Deutschland negativ auswirken. Um die erforderlichen Investitionen in Infrastruktur und die Finanzierung des Mittelstands sicherzustellen, muss es nach den Worten des Finanzdirektors gelingen, neben den Banken auch private Geldgeber mit einzubeziehen: „Wir müssen die Voraussetzungen schaffen, dass auch institutionelle Investoren, wie beispielsweise Pensionsfonds, dafür Mittel bereitstellen.“

Günter Krings, Bundestagsmitglied und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium, machte deutlich, wie wichtig es für den Erfolg sei, zu akzeptieren, dass nicht alle Länder gleich seien. „Reformen sind kein Selbstzweck“, sagte er und sieht in Deutschland vor allem bei der Steuergesetzgebung noch Nachholbedarf.

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