Gefahren: Mercedes V-Klasse – Lust auf Laster

Großraumlimousine kommt ab 42.900 Euro in den Handel

| Autor: Stephan Richter/sp-x

Die neue V-Klasse von Mercedes feiert ihre Markteinführung Ende Mai.
Die neue V-Klasse von Mercedes feiert ihre Markteinführung Ende Mai. (Foto: Mercedes)

Mercedes legt die Messlatte bei den selten gewordenen Großraumlimousinen weit nach oben. Mit der ab 42.900 Euro erhältlichen neuen V-Klasse, die über sechs Sitze verfügt und 5,14 Meter lang ist, hat der Hersteller drei Zielgruppen im Fokus: große Familien, Freizeitsportler mit Platzbedarf sowie Business- und VIP-Kunden. Den stärksten Absatz erwartet Mercedes bei den Familien. Klaus Maier, Leiter Vertrieb und Marketing Mercedes-Benz Vans, geht davon aus, dass zwischen 60 und 70 Prozent des Volumens auf diese Kundengruppe entfallen werden. Als Transportmittel für die Kite-, Tauch- oder Kletterausrüstung oder als Shuttlefahrzeug rechnet Maier mit den übrigen 30 bis 40 Prozent.

Daher schult der Hersteller gerade seine europaweit 15.000 Pkw-Verkäufer auf das neue Modell. Denn diese haben besonders gute Kontakte zu Privatkunden und Familien. Parallel dazu bieten auch nach wie vor die Transporter-Verkäufer die V-Klasse an. Konzeptionell und von den Fahreigenschaften her sei sie aber ein hundertprozentiger Pkw und kein Crossover, so Maier.

Vito-Nachfolger kommt im Herbst

Für den deutschen Markt rechnet Mercedes im kommenden Jahr mit 15.000 Fahrzeugen. Dann soll das Auto komplett verfügbar sein – es folgen noch die Campingversion, ein Allradantrieb und ein Neungang-Automatikgetriebe. Aber schon jetzt würden sich die Auftragseingänge gut entwickeln, sagt Maier. Zur Markteinführung Ende Mai umwirbt Mercedes die V-Klasse mit TV-Spots, die dem Fahrzeug eine gewisse „Leichtigkeit“ vermitteln sollen, so der Vertriebsleiter. Spätestens dann soll die Einordnung im Pkw-Bereich deutlich werden, komme die V-Klasse doch mit dem Slogan „Das Beste oder nichts“ daher und nicht mit dem Transporter-Motto „Vans. Born to run“.

Die V-Klasse setzt sich also deutlich von ihrem Schwestermodell, dem Nutzfahrzeug Vito, ab. Dieser wird bei der IAA Nutzfahrzeuge im Herbst seine Premiere feiern. Preislich soll er deutlich unter der V-Klasse liegen und über mehrere Baureihen verfügen. Auch bei dem reinen Nutzfahrzeug legt Mercedes seinen Fokus auf eine komfortable Personenbeförderung – sei es nun als Taxi oder als Handwerkerfahrzeug.

Komplett neues Fahrwerk

Zurück zur V-Klasse: Bei den ersten Testfahrten überzeugt sie durch einen geschrumpften, aber bärenstarken Dieselmotor, ein neues Fahrgefühl und vor allem durch sorgfältige Verarbeitung und hochwertige Materialien. Im Motorraum ist stets ein 2,1-Liter-Vierylinder-Diesel eingebaut, der in drei Leistungsstufen (100 kW/136 PS, 120 kW/163 PS und 140 kW/190 PS) zu haben ist. Vor allem das stärkste Triebwerk überrascht durch Laufruhe, üppige Durchzugskraft (400 Nm) und Genügsamkeit. Mit sechs Litern auf 100 Kilometer liegt der Normverbrauch um 28 Prozent unter dem des etwa gleichstarken Dreiliter-Sechszylinders im Vorgängermodell Viano. Im Praxistest konnte bei entspannter Fahrweise die 10-Liter-Marke um einen Liter unterschritten werden. Die Leistungsdaten: 206 km/h Spitze, in 9,1 Sekunden auf 100 km/h.

Beeindruckender jedoch ist die Souveränität, mit der die V-Klasse ihre Insassen befördert. Das komplett neue Fahrwerk mit einer gelungenen Mischung aus Komfort und nötiger Straffheit zeigt seine Fähigkeiten auf kurvenreichen Strecken ebenso wie beim entspannten Gleiten auf der Langstrecke. Auf Wunsch kann eine elektronische Dämpferregelung bestellt werden. Die leichtgängige, aber zielgenaue Lenkung, die wirksamen Bremsen und eine in dieser Klasse außergewöhnliche Vielfalt an elektronischen Helfern untermauern den Anspruch der Ingenieure, der V-Klasse ein Pkw-ähnliches Fahrgefühl mit auf den Weg zu geben.

Jede Menge Assistenten

Zu den lieferbaren Systemen zählen Abstandsradar, Spurhalte- und Toter-Winkel-Assistent, halbautomatisches Einparken und das von den Limousinen her bekannte intelligente Lichtsystem mit automatisch abblendenden Fernscheinwerfern. In der langen Liste der Extras finden sich auch ein aufwendiges Navigationssystem mit Online-Zugang, eine 360-Grad-Rundumkamera und die elektrische Betätigung der seitlichen Schiebetüren und der Heckklappe, deren gläserner Teil gegen Aufpreis separat geöffnet werden kann.

In der recht mager ausgestatteten Basisversion V 200 CDI verfügt die V-Klasse über sechs Einzelsitze in drei Reihen und eine Schiebetür rechts. Spitzenmodell ist der ungleich besser bestückte V 250 Bluetec in der Avantgarde-Version mit Siebengang-Automatik für 56.918 Euro.

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