24.11.2008 | Redakteur: Jens Rehberg
Die deutschen Autohauskunden könnten krisenresistenter sein als derzeit allgemein angenommen wird. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Online-Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact im Auftrag der Frankfurter Unternehmensberatung BKP. Demnach würden rund 61 Prozent der Befragten trotz der herrschenden Finanz- und Wirtschaftskrise ihren Plan, in den kommenden Monaten einen Neuwagen zu kaufen, umsetzen. Besonders viele junge Leute zwischen 18 und 29 Jahren (knapp 70 Prozent) lassen sich bei ihren Kaufplänen durch die Krise wenig beeindrucken.
Dagegen liegt der Anteil derer, die an Stelle eines Neuwagens einen günstigen Gebrauchten kaufen würden, gerade einmal bei 15,5 Prozent der Befragten. Noch geringer ist der Prozentsatz derer, die den Autokauf - egal ob neu oder gebraucht - erst einmal komplett verschieben würden: Er liegt bei knapp zwölf Prozent.
Auch wenn sich die Krise unbestreitbar negativ auf die Stimmung der Konsumenten auswirkt, wird sie nach Ansicht von BKP-Geschäftsführer Thomas Kremer im Automobilmarkt überschätzt. „Die lauten Forderungen an die Politik überdecken die Tatsache, dass die Branche zunächst ihre Hausaufgaben machen muss“, so Kremer. Zudem müssten wirtschaftspolitisch nachhaltige Lösungen gefunden werden – „Kurzschüsse“, wie die befristete Steuerbefreiung für Neuwagen, schadeten der Autobranche mehr, als dass sie ihr nutzen.
Der Berater sieht insbesondere für Autohändler die dringende Notwendigkeit, aus der aktuellen Situation die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Neben dem Ausbau der Gebrauchtwagenvermarktung sollten Händler vor allem die Bereiche Service und aktives Kundenmanagement intensiv ins Auge fassen.
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