Die Basis für den Klimaservice

Der Einsatzzweck ist ein Kriterium

14.07.2008 | Redakteur: Markus Lauer

Die Meisterschüler nahmen die Klimaservicegeräte unter die Lupe.

Auf Deutschlands Straßen sind immer mehr Fahrzeuge mit Klimaanlagen unterwegs. Dieses Potenzial gilt es zu nutzen. Jedoch können nur die Werkstätten das Geschäft rund um Wartung, Service und Reparatur von Klimaanlagen ausschöpfen, die in die richtigen Geräte und Hilfsmittel investieren. Die Fahrzeugakademie in Schweinfurt und der »kfz-betrieb« führten einen Praxistest durch. Dessen Ergebnisse helfen den Betrieben, sich für das passende Klimaservicegerät zu entscheiden.

Der Bedarf an Klimaservicegeräten steigt kontinuierlich, denn der Anteil der Neufahrzeuge mit Klimaanlagen nimmt stetig zu. Bei Neuwagen verzichten bereits 90 Prozent aller Käufer nicht mehr auf den kühlen Komfort. Was die meisten Autofahrer jedoch nicht wissen: Auch die Klimaanlage muss regelmäßig gewartet werden.

Durch Schläuche und winzige systembedingte Leckagen gehen pro Jahr bis zu 15 Prozent der Füllmenge verloren. Nach zwei bis drei Jahren fehlt so fast ein Drittel der wichtigen Flüssigkeit. Mit dem Kältemittel geht auch das Schmiermittel verloren. Zwangsläufig steigt dadurch die Gefahr eines Kompressorschadens.

Je nach Bedarf

Der Praxistest an der Fahrzeugakademie hat gezeigt, dass jedes der untersuchten Geräte seine speziellen Eigenheiten hat. Der Käufer muss entscheiden, für welchen Zweck er die Servicestation einsetzen will. Die Anwender lassen sich in drei Hauptgruppen einteilen:

1. GruppeDazu gehören Karosserie-Instandsetzungsbetriebe und Kfz-Werkstätten, die ein Servicegerät brauchen, um instand gesetzte Pkw-Klimaanlagen wieder aufzufüllen oder gelegentlich einen Kundendienst durchzuführen. Die Servicestation brauchen sie nicht oft, deshalb amortisiert sie sich nur, wenn sie in der Anschaffung billig ist. Dabei sind eine einfache Bedienerführung über ein Menü und eine gute Bedienungsanleitung unabdingbar, da der Benutzer selten mit dem Gerät arbeitet.

2. GruppeHier finden sich Firmen wieder, die täglich mindestens einen Klimaservice durchführen. Der Kauf eines Geräts der oberen Preisklasse lohnt sich. Niedrige Wartungs- und Unterhaltskosten stehen weit vorne auf der Anforderungsliste, sowie Gerätezuverlässigkeit und schneller Service des Anbieters. Schließlich kostet ein Geräteausfall bei guter Auslastung viel Geld. Außerdem verärgert es Kunden, wenn Termine verschoben werden müssen.

3. GruppeZur Kundenklientel dieser Betriebe gehören Lkw-Fuhrparks oder gar Omnibusunternehmen. Die Klimaanlagen dieser Nutzfahrzeuge werden teilweise mit mehr als zehn Litern Kältemittel gefüllt. Deshalb sollte an der Servicestation eine möglichst große Vorratsflasche vorhanden sein. Außerdem ist ein hoher Leistungsgrad der Pumpen für kurze Absaug- und Füllzeiten gefordert.

Der Testablauf

Der Praxistest fand während eines Meisterkurses statt. Die angehenden sachkundigen Kfz-Meister beurteilten die weitestgehend automatisierten Wartungsgeräte. Wichtige Kriterien der Testphase waren folgende drei Punkte:

  • Bedienerfreundlichkeit einschließlich der Werkstatt-Tauglichkeit
  • Qualität der Bedienungsanleitung
  • Sonstige Ausstattungsmerkmale und Besonderheiten.

Für die Werkstatt spielen natürlich die Kosten, die das Gerät verursacht, eine entscheidende Rolle. Das gilt für den Gerätepreis wie auch für die Folgekosten. Die Aufwendungen für die Wartung werden überwiegend von den Serviceintervallen bestimmt, die der Gerätehersteller vorgibt. Dabei ist es auch wichtig, ob die Werkstatt das Klimaservicegerät selbst warten darf oder ob der Service durch den Hersteller oder dessen Vertrieb erfolgen muss.

Im Herbst 2007 warteten angehende Kfz-Meister die Klimaanlagen verschiedener Fahrzeuge, um die Praxistauglichkeit der zehn Klimaanlagen-Servicestationen beurteilen zu können. Nach jedem Klimaanlagen-Service bewerteten sie anhand eines Fragebogens Werkstatt-Tauglichkeit, Bedienerfreundlichkeit und Bedienungsanleitung des Prüfobjekts nach Noten von 1 (gut) bis 5 (schlecht). Die Tester notierten zudem Besonderheiten und vermerkten Details zum Serviceablauf und zur Bedienerführung. Jeder Teilnehmer des Meisterkurses nutzte die Gelegenheit, mit den Servicestationen zu arbeiten. Nach Ende der Testphase werteten Adrian Grimm (FAS) und Markus Lauer (»kfz-betrieb«) die Fragebögen aus.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass unter den getesteten Geräten kein Versager war. Für jedes Gerät sind die wichtigsten Merkmale aufgeführt, sodass jeder Kaufinteressent diese für seine Bedürfnisse gewichten kann.

 

Fahrzeugakademie in Schweinfurt (FAS)

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