CTI: Forum für Diagnose

Elektronikcheck bei der Hauptuntersuchung

21.10.2010 | Redakteur: Steffen Dominsky

Der Röntgenblick zeigt’s: Moderne Fahrzeuge verfügen über umfangreiche Bordnetzstrukturen – eine echte Herausforderung bei der Diagnose.

Bildung ist gut, Weiterbildung ist besser. Diesem Grundsatz hat sich auch das Car Training Institute CTI verschrieben. Im Rahmen von Fachseminaren und Kongressen, die das Unternehmen veranstaltet, informieren Experten aus Hersteller- und Zulieferunternehmen, Wissenschaft und Politik die Teilnehmer über unterschiedlichste kfz-spezifische Themen. So auch kürzlich in Stuttgart anlässlich des siebten CTI-Forums „Automotive Diagnostic Systems“.

Dass der Bereich der Fahrzeugdiagnose sehr umfangreich ist, zeigt die große Bandbreite der Vorträge. Sie reichte von den Auswirkungen der Euro-Abgasnormen über mögliche europaweite Standards in der Diagnose und Aufgaben der Diagnose in Entwicklung und Produktion bis hin zu neuen Diagnosekonzepten für alternative Antriebe. Wie bereits die Jahre zuvor moderierte Prof. Dr. Norbert Schreier von der Universität Esslingen die Veranstaltung mit zirka 80 Teilnehmern.

Das will die EU

Dr. Albert Mas y Parareda vom europäischen Automobilherstellerverband ACEA schilderte die aktuelle Situation im Zuge der Euro-5-/6-Regelung. „Alles, was ein Hersteller seinen Betrieben an Reparatur- und Wartungsdaten zur Verfügung stellt, muss er auch dem freien Markt zur Verfügung stellen“, brachte es Parareda auf den Punkt. Diese „Reparaturfreiheit“, die alle Marktteilnehmer – also auch freie Betriebe, Teilehersteller, etc. – gleichstellt, wirkt sich zudem positiv auf den Diagnosebereich aus: So kommen z. B. Diagnosegerätehersteller leichter an benötige Daten. Doch damit könnte in naher Zukunft Schluss sein, warnte der Spanier – nämlich dann, wenn die Reparaturdaten aus den Euro-Abgasreglungen herausgenommen werden, wozu es Bestrebungen geben soll.

Theorie und Praxis

Rainer Hunold vom Verband der Automobilhersteller (VDA) sprach sich in seinem Vortrag gegen eine sogenannte „aktive“ Überprüfung sicherheitsrelevanter Baugruppen – z. B. durch eine gezielte Ansteuerung – im Rahmen der Hauptuntersuchung aus. Derartige Prüfmethoden tragen nach Ansicht des Verbands das Risiko inkonsistenter (nicht eindeutiger) Prüfergebnisse. Außerdem könne es zu Schädigungen der Fahrzeugtechnik kommen, erklärte der Referent der Abteilung Technik des VDA. Der Verband spreche sich stattdessen für eine einfache Abfrage von Diagnosedaten aus.

Eine gegenteilige Ansicht vertrat Jürgen Mäurer, Leiter Entwicklung Technik bei der Dekra Automobil GmbH. In seinem Vortrag skizzierte er die positiven Erfahrungen, die die Dekra mit der Erprobung des „HU-Adapters“, einer elektronischen Fahrzeugschnittstelle, bereits gesammelt habe. In Verbindung mit einem Taschen-PC (Palm) und eigens entwickelten Prüfalgorithmen sollen Überwacher mit dem HU-Adapter künftig elektronische Checks, etwa von Bremskomponenten, elektronisch geregelten Lenk- und Lichtsystemen, Airbags und Sicherheitsgurten/Rückhalteeinrichtungen, durchführen und Systeme so „aktiv“ prüfen können.

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