Nissan präsentiert sein Elektroauto „Leaf“

Ende 2010 soll das Fahrzeug weltweit auf den Markt kommen

03.08.2009 | Autor: Jan Rosenow

Nissan-Chef Carlos Ghosn präsentiert den Leaf.

Stärker als die meisten anderen Autohersteller hat sich der japanische Anbieter Nissan auf die reine Elektrotraktion festgelegt. Das Unternehmen sieht in strombetriebenen Fahrzeugen eine völlig abgasfreie Möglichkeit der Fortbewegung und in sich selbst einen Vorreiter der Null-Emissions-Mobilität. Bei dieser Sichtweise vernachlässigt Nissan allerdings die CO2- und anderen Emissionen der Kraftwerke, die den Strom bereitstellen.

Doch um die lokale Umweltbelastung zum Beispiel in Großstädten zu verringern, taugen E-Autos durchaus. Darauf soll im Übrigen schon der Name von Nissans erstem serienreifen Elektrofahrzeug hindeuten: Der „Leaf“, zu deutsch Blatt, soll seine Umgebungsluft reinigen wie die Blätter eines Baumes.

Der zur Kompaktklasse zählende Schrägheckwagen bietet Platz für fünf Erwachsene und kommt laut Unternehmensangaben Ende 2010 auf den Markt. Die Ingenieure haben dabei kein bestehendes Auto mit Batterien nachgerüstet, sondern den Leaf von vorn herein als batteriebetriebenes Fahrzeug konstruiert.

Kernkomponente ist eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Speicherkapazität von 24 Kilowattstunden, die für eine Reichweite von 160 Kilometern sorgen soll. Der Elektromotor selbst leistet 80 kW/109 PS und entwickelt vom Start weg ein Drehmoment von 280 Newtonmetern. Größe und Motorleistung ähneln also populären Fahrzeugen der Kompaktklasse, und auf dem Niveau eines gut ausgestatteten Kompaktwagens soll sich laut Nissan auch der Preis bewegen.

Die Batterien sind noch sehr teuer

Rechnet man für ein solches etwa 25.000 Euro, dann wäre der Leaf deutlich billiger als der kleinere Mitsubishi i-MiEV (Preis in Japan: rund 34.000 Euro) mit nur 16 Kilowattstunden Batteriekapazität. Bei einem Preis von 1,30 Euro pro Wattstunde – eine Zahl, die unter Batterieexperten kursiert – müsste der Stromspeicher des Leaf allein jedoch schon über 30.000 Euro kosten.

Auch wenn Nissan die Batterien in eigenen Werken herstellt, ihre Preise mit steigender Stückzahl sinken und E-Autos auf teure Komponenten herkömmlicher Mobile, wie Getriebe und Abgasanlage, verzichten können, wird die endgültige Preisgestaltung eine spannende Frage bleiben.

Sehr geringe laufende Kosten

Die laufenden Kosten dürften hingegen für viele Kunden attraktiv sein. Bei einem „Verbrauch“ von 15 Kilowattstunden pro 100 Kilometer fallen nur 2,70 Euro Stromkosten an (bei 18 Cent pro kWh). Ein weiterer ökonomischer Vorteil (allerdings nicht für die Kfz-Betriebe) sind die zu erwartenden geringeren Wartungskosten, denn als reines Elektrofahrzeug ist der Nissan Leaf mechanisch weniger komplex aufgebaut als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Der Ölwechsel etwa entfällt ersatzlos.

Die Reichweite von bis zu 160 Kilometern soll laut Nissan für die täglichen Anforderungen von weltweit mehr als 70 Prozent aller Autofahrer ausreichen. Danach muss der Leaf an die Steckdose – entweder für acht Stunden an das 230-Volt-Netz oder für 30 Minuten an eine Schnellladestation. Diese müssen aber noch errichtet werden.


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