Fahrzeugtechnik verändert Ausbildungsinhalte

Anforderungen an die Autoberufe im Wandel

03.12.2010 | Redakteur: Dipl.-Ing. Edgar Schmidt

Rund 300 Teilnehmer informierten sich bei der Fahrzeugakademie über die Auswirkungen neuer Fahrzeugsysteme auf die Aus- und Weiterbildung.

Elektronische Systeme im Fahrzeug sind in Zukunft noch wesentlich stärker miteinander vernetzt als bisher. Dementsprechend müssten sich Kfz-Betriebe auf eine weiter steigende Komplexität der Fahrzeugtechnik einstellen und ihre Mitarbeiter entsprechend schulen, empfahlen Referenten der Fahrzeugakademie Schweinfurt auf einer Informationsveranstaltung für Kfz-Betriebe. Vor allem sollten die Unternehmer in Weiterbildung zu den Themen Elektrik, Elektronik und elektrische Antriebe investieren.

Dr. Doris Schmidt, Entwicklerin für Fahrerassistenzsysteme bei der Daimler AG, erläuterte die Visionen der Ingenieure für die Assistenzsysteme im Fahrzeug. Ziel sei das unfallfreie Fahrzeug. Deshalb werden Schmidt zufolge mittelfristig so genannte Stereokameras zusätzlich zu Radarsensoren den Raum vor dem Fahrzeug überwachen. Die Sicherheitssysteme erfassen ihre Umgebung damit räumlich und könnten mit diesen Daten Freiraumanalysen durchführen und Autos selbstständig um Hindernisse steuern.

Die Brennstoffzelle kommt

Peter Pioch vom Weiterbildungszentrum Brennstoffzelle Ulm informierte die Teilnehmer über den Entwicklungsstand der Brennstoffzellen als Kleinkraftwerke für den Fahrzeugantrieb. Außerdem erläuterte er den Stand der Batterietechnik für Elektrofahrzeuge. Nach Piochs Ansicht wird die Brennstoffzelle langfristig in die Antriebstechnik der Autos Einzug halten, mit ihr sei der wirklich CO2-freie Antrieb erreichbar. Modellversuche wie die Daimler-Busflotte in Hamburg zeigten, dass die Technik Fortschritte mache.

Bei den Antriebsbatterien für Elektrofahrzeuge sieht er in den nächsten Jahren die Lithium-Ionen-Batterien als einzig sinnvolle Energiequelle. Die Werkstätten müssen sich nach seiner Ansicht langsam auf die Elektromobilität einstellen und die Mitarbeiter entsprechend weiterbilden, damit sie die anstehenden Veränderungen meistern können.

Imagekampagne für die Autoberufe empfohlen

Abschließend erläuterte Daniel Thiel, stellvertretender Leiter der Fahrzeugakademie, den Teilnehmern die Sicht der von der Bundesregierung einberufenen „Nationalen Entwicklungsplattform Elektromobilität“ zum Thema Aus- und Weiterbildung von Fachkräften. Laut Zwischenbericht der zuständigen Arbeitsgruppe 6 hat das Deutsche Kfz-Gewerbe bereits moderne und zukunftsorientierte Berufsbilder, die den Qualifikationsanforderungen der Branche entsprechen.

Diese Berufsbilder könnten problemlos an die Anforderungen der Elektromobilität angepasst werden. Es müssten keine neuen Berufe entstehen, um die Wartung und den Service an diesen Fahrzeugen sicherzustellen. Die Arbeitsgruppe empfiehlt aber eine Imagekampagne für die technischen Berufe, um ausreichend Berufsnachwuchs für eine Ausbildung zu begeistern. Für die Unternehmen schaffe die Elektromobilität einen guten Ansatzpunkt, um für einen gut qualifizierten Berufsnachwuchs zu werben.

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