ZDK-Modell: Fünf Grundsätze für ein ausgewogeneres Verhältnis

Fabrikatsgruppe präsentiert neues Geschäftsmodell

01.10.2009 | Autor: Christoph Baeuchle

Ulrich Fromme: „Die Hersteller müssen ihre Produktion an der Nachfrage orientieren“.

Der Arbeitskreis „Neues Geschäftsmodell“ der ZDK-Fachgruppe Fabrikatsvereinigungen hat sein Konzept für eine künftige Zusammenarbeit zwischen Hersteller und Händler präsentiert. Entscheidend dabei ist die Abkehr der Hersteller vom Push- und die Hinwendung zum Pull-Prinzip. „Die Hersteller müssen ihre Produktion an der Nachfrage orientieren“, forderte ZDK-Vizepräsident Ulrich Fromme.

Die Umstellung des Prinzips sei dringend notwendig aufgrund der geänderten Marktsituation. „Die aktuelle Zusammenarbeit beruht noch immer auf der Prämisse des kontinuierlichen Wachstums“, stellte Fromme vorweg klar. Mittelfristig gebe es weder im Neu- und Gebrauchtwagen- noch im Servicebereich Wachstum.

Evolutionäre Weiterentwicklung

In Kürze wird die Fachgruppe den Fabrikatsverbänden einen Leitfaden an die Hand geben. „Dieser soll helfen, mit den Herstellern in Kontakt zu treten“, so Fromme, „um einen Handlungsbedarf zu benennen und mittelfristig ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln.“

Michael Lamlé, Geschäftsführer des VW/Audi-Händlerverbandes, wies daraufhin, dass das Geschäftsmodell nicht revolutionär sei, sondern eine evolutionäre Weiterentwicklung. „Es sind bestimmte neue Grundsätze in der Zusammenarbeit zu beachten. Wie sie konkret ausformuliert werden, ist von Fabrikat zu Fabrikat unterschiedlich.“

Dabei hat die Arbeitsgruppe folgende fünf Grundsätze formuliert:

  • Die Rendite ist für beide Seiten der entscheidende Indikator für ein gesundes und leistungsfähiges Geschäftsmodell
  • Die Kundenorientierung und Kundenbindung stehen neben Rendite im Mittelpunkt des Modells
  • Eine angemessene Risikoverteilung ist gewährleistet
  • Jede Seite trägt die Kosten, die ihr originär zuzuordnen sind
  • Vertrieb und Handel werden als entscheidende Werte der Wertschöpfungskette begriffen. Der Handel ist für den Hersteller der wichtigste Vertriebskanal.

Aufbauend auf diese Grundsätze hat die Arbeitsgruppe in folgenden Bereichen konkrete Gestaltungsprinzipien formuliert:

  • Neuwagen: Menge, Vertriebskanäle, Netz, Vertriebssteuerung, Forderungsmanagement und Finanzdienstleistungen
  • Gebrauchtwagen: Vertriebskanäle
  • Service: Netz und Garantiearbeiten
  • Ersatzteile: Vertriebskanäle, Ersatzteillager und Vergütung von Ersatzteilen im Garantiefall

Der nun erarbeitete Leitfaden soll um verschiedene Aspekte ergänzt werden. Sodann wird der Leitfaden in einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt. „Danach müssen die Fabrikatsverbände entscheiden, wie sie die Gestaltungsprinzipien aufnehmen und entsprechend anpassen“, so ZDK-Geschäftsführerin Antje Woltermann.


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