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Standortbestimmung zum 100-Jährigen

Rademacher: Strukturwandel setzt sich weiter fort

25.11.2009 | Autor: Christoph Baeuchle

Auf der Pressekonferenz anlässlich der Bundesfachtagung und der Feier zum 100-jährigen Bestehen des ZDK prognostizierte Präsident Robert Rademacher einen weiteren Strukturwandel im Kfz-Gewerbe.

Der ZDK hat die Branche auf die Fortsetzung des Strukturwandels eingestimmt. In Jahr 2010 „rechnen wir mit 2,7 bis 2,8 Millionen Neuzulassungen“, sagte ZDK-Präsident Robert Rademacher auf einer Pressekonferenz im Rahmen der 37. Bundestagung und der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen am Mittwoch in Berlin.

Nach dem Ausnahmejahr 2009 entspreche dies dem Normalmarkt, der bei etwa drei Millionen Neu- und sechs Millionen Gebrauchtwagen mit einer Schwankungsbreite von plus/minus fünf bis zehn Prozent liege.

Nach einjähriger Pause aufgrund der Umweltprämie wird sich nach Ansicht des Verbands der Strukturwandel nun weiter fortsetzen. Vor zehn Jahren hatte jeder Unternehmer 1,25 Betriebsstätten, heute sind es zwei. „Wir gehen davon aus, dass es in weiteren zehn Jahren etwa dreieinhalb bis vier Betriebsstätten pro Unternehmen sein werden“, so Rademacher. Statt der derzeit 19.000 fabrikatsgebundenen Betriebsstätten werde es in acht bis zehn Jahren noch etwa 15.000 bis 16.000 Betriebe geben.

Aktive Gestaltung des Wandels

Diesen Strukturwandel will der Verband aktiv mitgestalten. Möglichkeiten sieht Rademacher bei den Themen Gruppenfreistellungsverordnung und „Neues Geschäftsmodell“. „Außerdem müssen wir die Renditesituation der Händlerbetriebe verbessern helfen, etwa durch Lösung der Restwert-Problematik bei Leasingrückläufern“, so der ZDK-Präsident.

Davon sind vor allem die Händler der Premiumhersteller betroffen, die in der Regel das Restwertrisiko tragen. „Bei Fahrzeugen der Oberklasse bedeutet dies, dass Verluste von fünf- und zehntausend Euro je Fahrzeug oder sogar noch mehr keine Ausnahme sind“, sagte Rademacher. Er forderte die Hersteller auf, sich auch bei geschlossenen Verträgen daran zu beteiligen. „Was künftige Verträge anbelangt, haben einige Hersteller bereits bekannt gegeben, das Restwertrisiko, allerdings gegen eine Beteiligung, übernehmen zu wollen.“

Zudem forderte Rademacher, die staatliche Unterstützung zur Nachrüstung von Dieselpartikelfilter zu verlängern. „Nach derzeitigem Stand sind noch fast 90 Prozent der insgesamt bereitgestellten 66 Millionen Euro Fördermittel für die Nachrüstung dieser Minderungssysteme beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle verfügbar.“

Aufstieg aus bescheidenen Verhältnissen

Allerdings blickte Rademacher nicht nur auf die aktuelle Situation des Kfz-Gewerbes und in dessen Zukunft, sondern auch zurück in die 100-jährige Geschichte. „Aus bescheidenen Anfängen hat sich die Automobilbranche in Deutschland zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige entwickelt: Gab es 1909 im Deutschen Kaiserreich rund 20.000 Kraftfahrzeuge, sind heute in Deutschland mehr als 47 Millionen Kraftfahrzeuge zugelassen.“

Zwar hat die Zahl der Autos seither merklich zugenommen, die Problemlage der damaligen Zeit hätten sich laut Rademacher jedoch nur marginal verändert. So war bereits vor 100 Jahren in Branchennachrichten von einer „wahllosen Züchtung von Wiederverkäufern“ sowie der „Neidung der Hersteller, Fahrzeuge in eigenen Filialen zu verkaufen“ die Rede.

Aktuell vertritt der ZDK die Interessen von 39.100 Händler- und Servicebetrieben, die mit rund 460.000 Beschäftigten einen Jahresumsatz von knapp 130 Milliarden Euro erwirtschaften. Mit fast 90.000 Ausbildungsplätzen ist das Kfz-Gewerbe der größte gewerblicher Ausbilder Deutschlands. Unter dem Dach der Verbandsorganisation sind 14 Landesverbände mit 239 Innungen sowie 42 Pkw-, Lkw- und Motorrad-Markenverbände.


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