Mitsubishi macht den Plug-in-Hybrid Outlander zum Stromversorger

Hersteller hat das SUV überarbeitet

| Autor: Christoph Seyerlein

Mit Hilfe des überarbeiteten Plug-in-Outlanders kann die Polizei laut Mitsubishi bis zu 5.000 Quadratmeter große Flächen ausleuchten.
Mit Hilfe des überarbeiteten Plug-in-Outlanders kann die Polizei laut Mitsubishi bis zu 5.000 Quadratmeter große Flächen ausleuchten. (Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Camper und Festivalfreunde kennen das Problem nur allzu gut: Gerade für die Generation Smartphone können sich mehrere Tage ohne Steckdose auf Dauer ganz schön ziehen. Klar, die Mehrheit ist mittlerweile mit portablen Ladegeräten wie Powerbanks ausgestattet, den meisten geht aber spätestens an Tag drei endgültig der Saft aus. An dieser Stelle kommt der Mitsubishi Plug-in-Hybrid Outlander ins Spiel.

In seiner frisch überarbeiteten Version hat das SUV ab der Ausstattungslinie „Plus“ zwei 230-Volt-Steckdosen an Bord, aus denen sich selbst dann bis zu 1.500 Watt ziehen lassen, wenn der Motor ausgeschaltet ist. Diese Leistung macht das Auto aber nicht nur für die Festival-Klientel interessant. Sie reicht für deutlich mehr, als nur Smartphones und Musikboxen nachzuladen. Laut Mitsubishi kann der Outlander beispielsweise die grundlegende Stromversorgung eines Hauses für bis zu zwei Tage garantieren. Auch für die Polizei ist das Auto interessant. So soll es genug Strom liefern, um bis zu 5.000 Quadratmeter große Flächen stundenlang ausleuchten zu können. Die Energie liefert dabei dieselbe 12-kWh-Batterie, die im Outlander ansonsten den Benziner im Fahrbetrieb unterstützt. Bis zu 90 Prozent der Batterieleistung können Kunden für andere Zwecke nutzen.

Optisch hat sich beim Outlander kaum etwas getan, die meisten Veränderungen zum bisherigen Auto sind für den Fahrer unsichtbar – die beiden Steckdosen in der zweiten Sitzreihe und im Kofferraum einmal ausgenommen. Unverändert bleibt der Antrieb: Den 121-PS-starken Zweiliter-Benziner unterstützen zwei Elektromotoren im Bug und im Heck mit jeweils 82 PS. Der Verbrenner und einer der E-Motoren konzentrieren sich auf die Vorderachse, der andere Elektroantrieb schickt seine Kraft an die Hinterachse. So wird aus dem Outlander ein SUV mit Allradantrieb.

Dank geänderter Steuerungslogik kann der Plug-in-Hybrid auf dem Papier nun bis zu 54 Kilometer rein elektrisch fahren. Bisher hatte Mitsubishi eine maximale Reichweite von 52 Kilometern im Elektrobetrieb angegeben. Das trägt auch zu einem geringeren kombinierten Verbrauch bei, dieser ist nach NEFZ-Angaben von bisher 1,8 Litern auf 100 Kilometern auf 1,7 Liter gesunken. In der Praxis lassen sich solche Werte kaum erzielen, im kombinierten Betrieb sollten Mitsubishi-Fahrer eher mit fünf Litern rechnen, ohne elektrische Unterstützung kommt der Verbrauch zehn Litern nahe.

Das Laden der Batterie soll nun schneller von der Hand gehen: Statt wie bislang nach 30 ist die Batterie des Plug-in-Hybriden laut Mitsubishi bereits nach 25 Minuten an der Schnellladesäule wieder zu 80 Prozent voll. An einer normalen Steckdose muss das Auto mit leerer Batterie dagegen einen Stopp von gut fünf Stunden einlegen, bis die Akkukapazitäten wieder ausgeschöpft sind.

Reinelektrisch auf Knopfdruck

Neu im Outlander ist die sogenannte „EV-Priority-Funktion“. Will der Fahrer ganz gezielt reinelektrisch unterwegs sein, kann er in der Mittelkonsole auf den EV-Button drücken. Dann ist der Outlander so lange wie möglich ohne Unterstützung des Benzinmotors unterwegs.

Um das Auto auch als echtes SUV zu positionieren, verweist Mitsubishi außerdem auf die Fähigkeiten des Outlanders im Gelände. Einen Eindruck davon lieferten Testfahrten auf dem Verkehrs-Versuchsgelände im brandenburgischen Horstwalde. Tatsächlich kommt das Auto auch abseits geteerter Straßen ganz gut zurecht – sofern der Fahrer den „4WD Lock“-Knopf betätigt hat. Dann ist Allrad garantiert und es besteht keine Gefahr, dass die Elektronik auf Vorderradantrieb umstellt. Extreme Offroad-Übungen wie Fahrten durch einen Wassergraben ließ Mitsubishi mit dem Plug-in-Hybrid Outlander aber nicht zu, insgesamt fühlt sich das SUV auf festen Straßen dann doch deutlich wohler.

Mithilfe der neuen Eigenschaften will Mitsubishi die Erfolge des Outlanders zementieren. Mit 21.149 verkauften Einheiten war das SUV laut der Marktforschung Jato im vergangenen Jahr mit Abstand der erfolgreichste Plug-in-Hybrid in Europa – weit abgeschlagen folgten die VW-Modelle Passat GTE (13.327 verkaufte Einheiten) und Golf GTE (11.104). Auch in Deutschland ist die Kombination von Verbrenner und Elektromotor bei Mitsubishi-Kunden beliebt. Fast jeder dritte der zwischen Januar und April 2017 hierzulande knapp 3.500 verkauften Outlander hat einen Plug-in-Hybrid unter der Haube. Preislich beginnt diese Variante bei 39.900 Euro.

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