Das Zweiradhandwerk hat einen neuen Bundesinnungsmeister

Frank Döring löst Ernst Brehm ab

22.11.2010 | Redakteur: Stephan Maderner

Frank Döring aus Zeuthen ist der neue Bundesinnungsmeister.

Auf der ordentlichen Mitgliederversammlung des Bundesinnungsverbandes für das Deutsche Zweiradmechaniker-Handwerk (BIV) am 20. November in Halle/Saale wurden wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Frank Döring (49) aus dem brandenburgischen Zeuthen, bisheriger Stellvertreter des Bundesinnungsmeisters (BIM) Ernst Brehm (65), wurde an die Spitze des Verbandes gewählt. Die Vorstandsneulinge Hermann Scharlau (39) aus Coesfeld (Nordrhein-Westfalen) und Oliver Claus (40) aus Trebur (Hessen) sind die beiden Stellvertreter des BIM.

Der scheidende Bundesinnungsmeister Brehm bleibt dem insgesamt elfköpfigem BIV-Vorstand für weitere drei Jahre erhalten. Er wird den Berufsbildungsausschuss leiten. Dem BIV-Vorstand gehören ferner an: Harald Teismann (Nordrhein-Westfalen), Karl-Heinz Ricker (Baden-Württemberg), Werner Metzger (Baden), Uwe Bönicke (Sachsen-Anhalt) und Günter Schweiger (Innung Niderbayern/Oberpfalz aus Neustadt). Als kooptierte Vorstandsmitglieder fungieren Jürgen Hunkeler (Bundesfachschule Zweiradtechnik, Frankfurt) und Dietmar Schwede (Paderborn).

Dank an den alten Bundesinnungsmeister

Der neue Bundesinnungsmeister Frank Döring dankte Brehm für seine langjährige engagierte Arbeit an der Spitze des Branchenverbandes. „Ernst Brehm brachte die Modernisierung des Verbandes mutig voran“, so Döring in seinem kurzen Rückblick auf die Amtsperiode seines Vorgängers. Dabei habe Brehm, der sich privat sehr für historishce Zusammenhänge interessiere, seine zukunftsfähigen Entscheidungen immer mit Blick auf die Vergangenheit getroffen. Als wichtiges Ergebnis von Brehms Tätigkeit nannte Döring u.a. den reibungslosen Umzug der Geschäftsstelle des BIV von Oberursel nach Bonn und die in Kürze in Kraft tretende Einführung des bundesweit staatlich anerkannten Berufsbildes „Geprüfter Zweirad-Servicetechniker“. Außerdem lobte Döring Brehms Leistung, in den verschiedenen Branchenvereinigungen der Zweiradbranche wieder ein nachhaltiges, positive Energien freisetzendes „Wir-Gefühl“ erzeugt zu haben.

Der neue Bundesinnungsmeister bekräftigte in seiner Antrittsrede, den von Brehm eingeleiteten Reformkurs des Verbands fortsetzen zu wollen. Der 49-jährige bekennende Brandenburger ist gelernter Kfz-Schlosser und Meister für Kfz-Mechanik. Döring, der nach seiner Lehre und nach Erlangen des Meisterbriefes Betriebswirtschaft an der FH Wildau studierte, bringt langjährige Erfahrungen als Inhaber eines Motorradhandelsunternehmens mit (das er jetzt vermietet) und ist öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger. Döring betreibt außerdem die Unternehmensberatung UDS (Unternehmen, Dienstleistungen, Sachverständigenwesen) in Wildau.

Im Privatleben ist er nach eigenen Angaben zum zweiten Mal glücklich liiert und hat ein zweites Kind in seiner Familie dazubekommen. Seine Partnerin sei ihm eine wichtige Stütze. „Der Mann ist immer nur so stark wie die Frau, die hinter ihm steht“, merkte Döring an.

Agenda 2013

Als neuer Bundesinnungsmeister hat er für die nächsten drei Jahre folgende Ziele auf der Agenda:

1. Die Tradition und die Moderne des Zweiradmechaniker-Handwerks - motorisiert oder nicht- motorisiert - öffentlichkeitswirksam in den Fokus zu rücken.

2. Die Ökologie und Ökonomie sowie Emotion und Leidenschaft, die in der professionellen Zweiradszene stecken, zu stärken.

3. Sich mit dem BIV rechtzeitig der komplexen Herausforderung „Elektromobilität“ zu stellen. Motto: Agieren statt reagieren.

4. Und mit dem BIV neue Kompetenzen schaffen, um bildungstechnisch noch relativ unterversorgten Flächen in Deutschland mit Berufschulen und nachgelagerten Bildungseinrichtungen zu helfen.

Fazit: Die Mitgliederversammlung in Halle stand unter dem Zeichen eines „Neuanfangs mit Kontinuität“. Die Vorstandsmannschaft hat sich stark verjüngt und möchte die Weichen auf Zukunft stellen. Die erfahrenen Kräfte, u.a. der alte Bundesinnungsmeister Brehm, stehen dem BIV nach wie vor beratend zur Seite. „Gestalten Sie aktiv mit und bringen Sie den Verband gemeinsam kräftig nach vorne“, rief Döring den rund 40 versammelten Delegierten zu.


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