Neuer Polo: Kleiner ganz groß

VW präsentiert 6. Generation des Kleinwagens

| Autor: sp-x

Größter Polo aller Zeiten. Der Marksttart soll noch 2017 erfolgen.
Größter Polo aller Zeiten. Der Marksttart soll noch 2017 erfolgen. (Bild: VW)

Er wächst und wächst und wächst. Eigentlich ist der VW Polo ja stets der kleine Bruder vom Golf gewesen, ist er auch noch immer. Aber auch die Kleinen wachsen nach und so misst der Polo der sechsten Generation nun 4,05 Meter in der Länge. 2009 bei Nummer fünf waren es noch 3,97 Meter. Somit ist der neue Polo, dessen Radstand um 9,4 Zentimeter mitwuchs, der größte Polo aller Zeiten.

Der Größenzuwachs des neuen Viertürers aus Wolfsburg – einen Zweitürer wird es künftig nicht mehr geben – ist schon von außen gesehen merklich. Das Design auf der MQB-Plattform wirkt dadurch rundum männlicher, sportlicher, ja wirklich auch erwachsener. Die zusätzlichen Zentimeter kommen vor allem den bis zu fünf Insassen zugute, die sich nun nicht mehr wie in einem Kleinwagen kuscheln müssen. Aber auch der Kofferraum wurde um rund ein Viertel vergrößert und fasst jetzt 351 Liter statt 280 Liter beim Vorgänger – der immerhin acht Jahre lang gebaut wurde. Trotz des Größenzuwachses wurden je nach Motorisierung bis zu 70 Kilogramm Gewicht eingespart.

Mit über 14 Millionen verkauften Exemplaren ist der Polo seit 1975 einer der großen VW-Bestseller und auch eines der erfolgreichsten Modelle in der Kleinwagen-Klasse, dem sogenannten B-Segment. Unter drei Ausstattungsvarianten mit den bereits seit Jahrzehnten bekannten Namen „Trendline“, „Comfortline“ und „Highline“ kann die geneigte Kundschaft wählen. Dazu kommt noch eine Sonderversion namens „Beats“ für musikaffine, junge oder junggebliebene Polofahrer. Hier hämmert ein 300-Watt-Soundsystem des trendigen US-Kopfhörerherstellers Beats by Dr. Dre, rollen 16-Zoll-Leichtmetallräder und glänzen schwarz lackierte Außenspiegel.

Die Top-Ausstattung sowie die Top-Motorisierung gebühren stets dem Polo GTI. Das sportliche Topmodell hat nun ein 2 Liter großes TSI-Triebwerk mit 147 kW/200 PS unter Haube. Der Vorgänger hatte noch 1,8 Liter mit 141 kW/192 PS. Den stärksten Polo erkennt man von vorn an seinem eigenständigen Stoßfänger mit Spoiler-Lippe und serienmäßigen Nebelscheinwerfern. Von hinten vor allem an dem doppelflutigen Auspuffende. Traditionell zieren rote Streifen nebst GTI-Logo den Kühlergrill. Im Innenraum finden wir selbstredend Sportsitze mit dem legendären Karomuster „Clark“, einen ein GTI-Schaltknauf und das Multifunktions-Sportlenkrad aus Leder mit roten Ziernähten.

Zum Marktstart stehen gleich noch acht weitere Euro-6-Motoren zur Verfügung. Vier Benziner mit Leistungen von 48 kW/55 PS bis 110 kW/150 PS. Und zwei Diesel mit 59 kW/80 PS und 70 kW/95 PS. Dieselmotoren spielen im Kleinwagensegement mit 15 Prozent Marktanteil allerdings eher eine untergeordnete Rolle. Eine Novität ist der Erdgasantrieb TGI mit dem komplett neu entwickelten 1.0 TGI mit 66 kW/90 PS in einem Polo. Hiermit setzt VW ein deutliches Zeichen, dass man es ernst meint mit der Initiative zum Ausbau der Erdgas-Mobilität in Deutschland.

Eine Elektroversion des Polo soll es allerdings nicht geben. Alle Polo-Motoren haben bereits serienmäßig das Start-Stopp-System und einen Rekuperationsmodus mit an Bord. Ab einer Leistung von 70 kW/95 PS können die Triebwerke mit dem Doppelkupplungsgetriebe DSG bestellt werden.

Polo will Platzhirsch bleiben

Um die Führungsrolle bei den Kleinwagen zu unterstreichen, hat VW dem Polo Assistenzsysteme aus Golf und Passat spendiert. Somit soll der Polo zu einem der weltweit modernsten Kleinwagen avancieren. Bereits serienmäßig gibt es nun das Umfeldbeobachtungssystem „Front Assist“ mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung. Ebenfalls immer mit dabei ist der Geschwindigkeitsbegrenzer, ein Radarfallen-Killer, der auch innerhalb von Ortschaften funktioniert, und eine Reifendruckkontrolle ist auch immer mit dabei. Die optionale, automatische Distanzkontrolle „ACC“ kann nun bis zu einer Geschwindigkeit von bis zu 210 km/h aktiviert werden. Der Sensor hierfür steckt jetzt übrigens hinter dem VW-Logo im Kühlergrill.

Neu an Bord des Polo ist auch das aufpreispflichtige „Blind-Spot-Detection“-System, das warnt, wenn im Außenspiegel vor dem Überholvorgang Fahrzeuge im toten Winkel erkannt werden. Der Ausparkassistent unterstützt auch beim Rückwärtsausparken, da er Fahrzeuge im Querverkehr erkennt.

Komplett neu und demnächst auch für weitere Modelle von VW gedacht ist das Cockpit-Layout. Hier wanderte beispielsweise das komplett glatte und glänzend schwarze Infotainmentsystem mit dem 8-Zoll-Touchdisplay weiter nach oben, um direkt im Blickfeld des Fahrers zu liegen. Dadurch mussten die beiden mittleren Lamellen-Lüftungsdüsen weiter unten positioniert werden und die Klimakontrolleinheit befindet sich nun ganz unten aber noch über einem kleinen Ablagefach in der Mittelkonsole.

Eigentlich ist der neue Polo gar kein Wolfsburger, sondern ein rassiger Spanier, denn produziert wird bei der VW-Tochter Seat in Pamplona. Hier rollt auch bereits der Polo-Bruder Seat Ibiza vom Band. Der neue Polo ist ab Mitte August 2017 bestellbar und kommt dann im Herbst hinter die Schaufensterscheiben der VW-Händler, zu Preisen ab 12.975 Euro.

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