Neumann: Opel-Übernahme durch PSA „prinzipiell sinnvoll“

Neumann soll wohl Opel-Chef bleiben

| Autor: dpa

Karl-Thomas Neumann soll wohl auch in Zukunft Chef der eigenständigen Marke Opel bleiben.
Karl-Thomas Neumann soll wohl auch in Zukunft Chef der eigenständigen Marke Opel bleiben. (Foto: Opel)

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann hält ein Zusammengehen seines Unternehmens mit dem französischen PSA-Konzern für „prinzipiell sinnvoll“. Man setzte alles daran, die Zukunft von Opel nachhaltig zu gestalten, verbreitete der Manager am Freitag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Er habe großes Verständnis für die vielen Fragen der Kunden und Mitarbeiter. Nach bislang unbestätigten Informationen des „Manager Magazins“ soll Neumann auch im Fall einer Übernahme Chef eines weiterhin eigenständigen Unternehmens Opel bleiben.

Die Verhandlungen zwischen General Motors und PSA sind unterdessen „relativ weit fortgeschritten“, wie eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Freitag mitteilte. Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) und die Bundesregierung gehen deshalb von einer Opel-Übernahme durch PSA aus.

Nach Angaben der Sprecherin hat es wegen des geplanten Verkaufs Gespräche mit dem Opel-Mutterkonzern General Motors sowie PSA gegeben. Es sei aber zu früh, um eine Bewertung abzugeben. Ziel der Gespräche ist der Erhalt von Standorten und Jobs bei Opel sowie die Beteiligung der Arbeitnehmer und Gewerkschaften. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtete, verhandeln die beiden Konzerne über einen Preis für Opel in Höhe von zwei Milliarden Dollar (rund 1,9 Milliarden Euro) – davon wären rund eine Milliarde in bar sowie einer Milliarde für Schulden. Ein Opel-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.

Opel-Betriebsräte und die IG Metall boten dem französischen Konzern konstruktive Gespräche an. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigte, es werde alles, was politisch möglich sei, getan, „dass die Arbeitsplätze und Standorte in Deutschland gesichert sind.“

Die Bundesregierung war von den Übernahmeplänen überrascht worden. Opel hat rund 38.200 Mitarbeiter in Europa, davon mehr als die Hälfte in Deutschland. Es gibt Werke in Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern. PSA und Opel arbeiten bereits seit 2012 in verschiedenen Projekten in Europa zusammen.

Händlerverband reagiert gelassen

Die deutschen Opel-Händler schreckt eine Übernahme durch PSA nicht. „Beide Hersteller bringen zukunftsweisende neue Modelle auf den Markt, warum soll daraus nicht mehr werden?“, sagte Peter Hübner, Vorstand des Händlerverbandes VDOH, dem „Tagesspiegel“ (Samstag). Dass sich Opel-, Peugeot- und Citroën-Autohäuser nach einer Übernahme gegenseitig kannibalisieren würden, sei unwahrscheinlich.

Die Mitarbeiter von Opel zeigten sich ob der aktuellen Entwicklung zwiegespalten. „Was soll schon für eine Stimmung sein? Derselbe Scheiß wie damals bei Magna!“, erinnert einer am Freitag am Werkstor in Rüsselsheim an den Fastverkauf aus dem Jahr 2009. Ein Kollege sieht das anders: „Das heißt doch nichts Böses, wenn Peugeot kommt.“ Der Besitzer sei egal – Hauptsache, der Lohn werde gezahlt. „Ich habe nichts gegen GM, aber auch nichts gegen Peugeot.“

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44531881 / Wirtschaft)

Plus-Fachartikel

Elektromobilität: Steuerfrei sponsern

Elektromobilität: Steuerfrei sponsern

Unternehmen können den Trend zu mehr Elektrofahrzeugen auf den Straßen vorantreiben. Denn der Fiskus sponsert die Elektromobilität von Mitarbeitern. Stellen sie es richtig an, fallen bei ihnen und ihren Mitarbeitern keine Steuern und Sozialbeiträge an. lesen

Einbruchschutz: Dieben keine Chance geben

Einbruchschutz: Dieben keine Chance geben

Bargeld, Fahrzeugpapiere und Autoschlüssel gehören zu den Wertsachen in einem Kfz-Betrieb, die am leichtesten zu erbeuten sind. Die Verantwortlichen in den Unternehmen sind gut beraten, wenn sie diese Kostbarkeiten besonders gut schützen. lesen