Kartellamt zwingt Ford zum Umdenken

Ford: Neuwagenportale vom Endkunden beauftragt

| Autor: jr/cb

Nach dem Eingreifen des Bundeskartellamts stuft Ford die Arbeit von Neuwagenportalen nun anders ein.
Nach dem Eingreifen des Bundeskartellamts stuft Ford die Arbeit von Neuwagenportalen nun anders ein. (Foto: Ford)

Ford rudert zurück: Die Zusammenarbeit zwischen Händlern und Neuwagenplattformen ist erlaubt. Entscheidend ist die Grundannahme: Ford geht davon aus, „dass solche Neuwagenportale von Endkunden als Vermittler beauftragt werden, die dort zu sehenden Fahrzeuge nicht von den Händlern eingestellt werden und der Abschluss des Kaufvertrages direkt zwischen dem Händler und dem jeweiligen Endkunden erfolgt“, schreibt Ford in einem Händlerrundschreiben, das »kfz-betrieb« vorliegt.

Das kurze Schreiben mit einem Satz hat es in sich: Denn wenn die Neuwagenportale nicht als Vermittler der Händler, sondern als vom Kunden beauftragte Vermittler angesehen werden, kann die Zusammenarbeit nicht verboten werden. Sie arbeiten nicht für die Händler als Agenten.

Ford bestätigte das Rundschreiben und dessen Inhalt: „Daraufhin haben wir in einem Rundschreiben an die Händler klargestellt, dass die Zusammenarbeit von Händlern mit derartigen Neuwagenportalen nach unserem Händlervertrag und dem IPB (Internetpräsenzhandelsbonus; Anmerkung der Redaktion) erlaubt ist“, teilte eine Ford-Sprecherin schriftlich mit. Zur weiteren Zukunft des Internetpräsenzhandelsbonus wollte sie sich allerdings nicht äußern.

Damit ist das im Frühjahr aufgrund von Medienberichten eingeleitete Verwaltungsverfahren des Kartellamts zu einem ersten Ergebnis gekommen. „Nach unserer Auffassung muss die Zusammenarbeit von Kfz-Händlern mit internetbasierten Kundenvermittlern möglich sein“, stellte ein Sprecher des Bundeskartellamts klar. Nach Informationen von »kfz-betrieb« wurde das Schreiben zwischen Ford und dem Kartellamt abgestimmt. „Wir sind mit verschiedenen Kfz-Herstellern im Gespräch. Ziel ist es unter anderem, soweit nötig, dass die Hersteller ihren Händlern gegenüber klarstellen, dass eine solche Zusammenarbeit erlaubt ist. Diese Gespräche sind noch nicht abgeschlossen.“

Doch damit ist klar, in welche Richtung auch die weiteren Gespräche laufen. Bei den Neuwagenportalen ist ein Aufatmen deutlich hörbar. „Es ist wichtig, dass die Ford-Werke klargestellt haben, dass Händler nicht sanktioniert werden, wenn sie Kunden von Meinauto.de bedienen“, sagte Alexander Bugge, Geschäftsführer Meinauto.de. Die Erklärung schaffe Rechtssicherheit für die Händler.

Bugge fühlt sich bestätigt. „Wir haben schon mit Einführung des IPB die Rechtsauffassung vertreten, dass es nicht erlaubt sein kann, Händlern den Vertriebsweg Internetvermittler zu verbieten oder die Zusammenarbeit mit diesen zu erschweren. Mit dieser Erklärung stellt Ford klar, dass Ford diese Rechtsauffassung teilt.“

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