Flottenmarkt treibt Neuwagenabsatz weiter an

Eigenzulassungen des Handels nochmals stark erhöht

| Autor: Andreas Grimm

(Foto: Grimm)

Das Flotten- und Gewerbekundengeschäft bleibt das Zugpferd des Neuwagenabsatzes in Deutschland. Im September stiegen die Verkäufe an Gewerbekunden um 12,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der sogenannte relevante Flottenmarkt nahm nach Angaben der Marktforscher Dataforce damit 64.451 Neuwagen auf. Das waren knapp 7.300 Einheiten mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der gesamte Neuwagenmarkt legte im September um 4,8 Prozent zu.

Damit ist dieses Marktsegment seit 20 Monaten in Folge auf Wachstumskurs und stellt inzwischen fast ein Viertel des Neuwagenvolumens (23,6 %). Kumuliert über den bisherigen Jahresverlauf steigerten die Fuhrparkleiter ihre Neuzulassungen um 9,4 Prozent auf 574.424 Pkw, so dass das Flottengeschäft in diesem Jahr die bisherige Rekordmarke des Vorjahres mit gut 715.000 Einheiten nach Ansicht der Marktforscher „um Längen übertreffen wird“.

Ebenfalls ein erhebliches Absatzplus verzeichnete im September das Geschäft mit den Autovermietern. An diesen Kundenkreis wurden 33.742 Einheiten ausgeliefert, 10,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Weiterhin keine Trendwende ist dagegen bei den privaten Neuzulassungen in Sicht. Trotz günstiger Wirtschaftsentwicklung und dem guten Konsumklima kamen nur noch 84.360 Pkw als private Erstzulassung auf die Straßen. Das sind 4.643 Einheiten weniger als im Vorjahresmonat (-5,8 %). Der Anteil des Privatmarktes sank damit binnen Jahresfrist von 34,2 auf 31 Prozent.

Der Zusammenhang dieser Entwicklung mit dem unaufhörlichen Anstieg der taktischen Zulassungen durch Handel und Hersteller liege dabei auf der Hand, so die Marktforscher, da die auf diesem Weg zugelassenen Fahrzeuge „in der Regel an private Halter weiterverkauft“ werden.

Bedient haben den Markt mit neuwertigen Gebrauchtwagen im September vor allem die Händler. Sie erhöhten ihre Zulassungstätigkeit um 9,8 Prozent auf 62.448 Einheiten. Die Hersteller und Importeure agierten zurückhaltender. Sie ließen 27.458 Neuwagen in eigenem Namen zu, das war ein unterdurchschnittliches Plus von 3,8 Prozent. Insgesamt kamen damit 89.906 Neuwagen als Eigenzulassungen auf den Markt, ein Anteil von 33,0 Prozent. Das ist der zweithöchste Wert nach dem traditionell eigenzulassungsstarken Monat Januar (34,2 %). Damit übertreffen die Eigenzulassungen sogar den Privatmarkt.

Transportermarkt schaltet Gang zurück

Anders als das Pkw-Geschäft stellte sich im September der Transportermarkt dar. Die Neuzulassungen sanken in diesem Bereich im September über alle Marktsegmente hinweg um 3,1 Prozent auf 29.457 Einheiten. Ausschlaggebend dafür war vor allem ein Minus von 7,2 Prozent im relevanten Flottenmarkt mit noch 14.336 Einheiten. In diesem Segment wurden damit gut 1.100 Fahrzeuge weniger verkauf als im Vorjahresmonat.

Ebenfalls rückläufig waren zudem die Verkäufe an privat (-4,9 %) sowie die Eigenzulassungen des Handels (-2,1 %) – bei Letzteren allerdings nach drei sehr starken Monaten. Dass die taktischen Zulassungen dennoch zulegten (+4,8 %), ging im September damit allein auf die Hersteller zurück. Sie weiteten ihre Zulassungstätigkeit um 28,7 Prozent aus. Die Autovermieter orderten 7,0 Prozent mehr Fahrzeuge.

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