Citroën-Händler hadern mit DS

Premiummarke sorgt auf Versammlung für Diskussionen

| Autor: Christoph Baeuchle

An DS scheiden sich die Geister.
An DS scheiden sich die Geister. (Foto: Citroen)

PSA Deutschland stößt beim Aufbau seiner Premiummarke DS im eigenen Netz auf große Skepsis. Das Thema sei bei den Händlern sehr negativ besetzt, sagte ein Citroën-Händler, der nicht genannt werden will. Auch bei der Mitgliederversammlung des Verbands Deutscher Citroën- und DS-Vertragspartner (VDC) habe diese Angelegenheit die Emotionen hochkochen lassen. Knapp 300 Teilnehmer hatten sich in Düsseldorf unter Ausschluss der Öffentlichkeit zusammengefunden.

Die Vorbehalte kommen auch deutlich in einer internen Erhebung des Verbandes zum Ausdruck: Demnach hält nur jeder zehnte Umfrage-Teilnehmer die Etablierung von DS als zusätzliche Marke für sinnvoll. Noch deutlicher äußerten sich die Teilnehmer zu möglichen Investitionen: Weniger als 5 Prozent seien bereit, erhebliche Beträge in die Hand zu nehmen und in einen eigenen Showroom zu investieren. Dies berichten Händler von der Mitgliederversammlung. Die Aussagen sind allerdings mit Vorsicht zu genießen: Sie repräsentieren nur einen Teil des Netzes und sind nicht zwingend repräsentativ. Doch sie zeigen zumindest deutlich die Stimmung im Netz.

„Aus dem Handel gibt es viele Ansichten zu DS: positive und zurückhaltende und durchaus auch skeptische“, so PSA-Kommunikationschef Stephan Lützenkirchen. Das sei nicht zuletzt vor dem umfassenden Neuaufbau der Marke verständlich. „Wir sind gelassen, weil der Aufbau viele Jahre erfordert. Dies wollen wir gemeinsam mit dem Händlerverband angehen.“

Händlerverbandspräsident Thomas Kramer bestätigt die Kooperation. „Die Zusammenarbeit mit Citroën Deutschland ist so gut wie seit Jahren nicht mehr. Wir werden gehört, unsere Vorschläge werden angenommen, und wir haben den Eindruck, dass sich der Importeur beim Hersteller für unsere Interessen einsetzt.“

Die DS-Verkäufe des laufenden Jahres dürften die Skepsis der Händler weiter bestärken: Bis Ende Oktober kamen laut Kraftfahrtbundesamt lediglich knapp 4.600 DS neu auf die Straße, im Jahresvergleich ein Rückgang um ein Drittel. Knapp 37 Prozent der Neuzulassungen tätigten Importeur und Händler. „Wir können nicht von heute auf morgen umstellen“, stellt Lützenkirchen klar. „Die Vertriebshebel ändern sich. Das braucht aber etwas Zeit, bis es wirkt.“

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