Renault-Handel: Neue Standorte im König-Reich

Größter Renault-Partner kauft vier Betriebe in Ostdeutschland

| Autor: Christoph Baeuchle

Das Autohaus König hat sich in Berlin und Umgebung einen Namen gemacht.
Das Autohaus König hat sich in Berlin und Umgebung einen Namen gemacht. (Foto: Richter)

Das Berliner Renault-Autohaus König ist weiter auf Expansionskurs. Anfang Februar übernimmt das Unternehmen vier Standorte der ostdeutschen Autohaus-Gruppe Stieler. Künftig wird König an zwei Standorten in Erfurt und je einem in Kahla und Jena die Marken Renault und Dacia vertreiben.

Damit geht der Händler neue Wege und verlässt erstmals sein angestammtes Gebiet in Berlin und Brandenburg. Derzeit hat Renault König bereits 17 Standorte, inklusive der König-Lounge, wo er die beiden Marken aus dem Renault-Konzern vertreibt.

Die König-Gruppe übernimmt alle rund 80 Mitarbeiter, die in den vier Stieler-Standorten derzeit beschäftigt sind. Weitere sollen hinzukommen. „Wir suchen weitere Verkäufer“, sagt Dirk Steeger, der als geschäftsführender Gesellschafter gemeinsam mit der Hauptgesellschafterin Dagmar König die Autohaus-Gruppe führt. Renault Deutschland unterstütze die Übernahme der vier Stieler-Standorte.

Steeger hat sich für die neuen Standorte ehrgeizige Ziele gesetzt: „Innerhalb von zwei Jahren ist ein Marktanteil von fünf Prozent realistisch.“ Dies würde bedeuten, dass die vier Standorte ihren derzeitigen Marktanteil in etwa verdoppeln. Das Niveau in der König-Gruppe haben sie dann allerdings noch nicht erreicht: Nach eigenen Angaben erzielt das Autohaus derzeit einen Marktanteil von knapp 10 Prozent.

Zunächst will Steeger eine reibungslose Übergabe, das Verhältnis zu bisherigen Eigentümerfamilie Stieler sei gut. Reinhard und Thomas Stieler, die bislang die Geschäfte der Autohausgruppe mit rund 160 Mitarbeitern führten, werden allerdings nicht für das Autohaus König aktiv sein. Zwei Standorte – Apolda und Plauen – übernimmt der Berliner Händler nicht.

Die Stieler-Gruppe gab es mehr als zwei Jahrzehnte. Im Jahr 2009 hat Renault sie mit der Aufnahme in den Club de l’Elite ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr gab es nach Informationen von »kfz-betrieb« mehrere Gespräche zwischen Stieler und Renault Deutschland über die Zukunft des Unternehmens.

Möglichst rasch will Steeger die neuen Standorte mit seiner Verkaufsstrategie vertraut machen. Die Autohausgruppe setzt auf günstige Preise und zeichnet sich durch ein großes Lager mit rund 2.000 Fahrzeugen aus. Auch das Internet spielt bei der König-Strategie eine wichtige Rolle. So hat das Autohaus beispielsweise früh für einen eigenen Webshop entschieden und Verkaufsaktionen über das Online-Portal Groupon gefahren.

Hinzu kommen diverse Marketingaktionen: Jährlich investiert König allein 2,5 Millionen Euro ausschließlich für Printwerbung in den großen Tageszeitungen und Magazinen. Zusätzlich wird Onlinewerbung geschaltet, sowie umfangreiche E-Mail-Kampagnen durchgeführt. Zusammen mit der eigens gegründeten Werbeagentur Kopfsache Media entwickelt und realisiert das Autohaus Werbekampagnen für alte und neue Medienkanäle.

Das Autohaus König ist nach eigenen Angaben der mit Abstand größte Renault- und Dacia-Händler in Deutschland. 2015 hat das Unternehmen rund 6.500 Renault-Pkw, 1.400 Dacia und 1.800 Renault -utzfahrzeuge verkauft. Mit rund 460 Mitarbeitern erwirtschaftete Renault König einen Umsatz von etwa 170 Millionen Euro.

Durch die Übernahme der vier Standorte schnellen die Zahlen nochmals nach oben: „Wir streben für das Jahr 2016 den Verkauf von 8.300 Renault-Pkw an“, erläutert Steeger. Der Absatz von Renault Transportern und Dacia solle das Vorjahresniveau halten. „Der Umsatz wird erstmalig die Schallmauer von 200 Millionen Euro durchbrechen.“

Große Ziele für das Jubiläumsjahr. Das 1966 gegründete Unternehmen feiert im laufenden Jahr sein 50-jähriges Bestehen. „Gute Unternehmensstrukturen und ein in den vergangenen Jahren vollzogener Generationenwechsel haben alle Voraussetzungen für weiteres Wachstum geschaffen“, so Steeger.

Der geschäftsführende Gesellschafter zeigt sich auch nach der Übernahme der vier Stieler-Standorte offen für weitere Investitionen. „Wenn ein Zukauf gute Chancen bietet, wären wir wahnsinnig, es nicht zu machen.“ Entscheidend dafür seien die Entwicklungspotenziale der Autohäuser.

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