Opel: Sportliche Vertriebsplanung

Marktanteilsziel trotz Stagnation für 2016 erhöht

| Autor: Jens Rehberg

Viele Kunden erwarten beim Opel-Händler nicht zuletzt einen guten Preis.
Viele Kunden erwarten beim Opel-Händler nicht zuletzt einen guten Preis. (Foto: Rehberg)

Obwohl Opel beim Marktanteil in Deutschland mit 7,16 Prozent für das vergangene Jahr auf der Stelle tritt (2014: 7,22%) und damit zum dritten Mal in Folge das 7,5-Prozent-Ziel verfehlte, hat die Rüsselsheimer Vertriebsspitze für das laufende Jahr die Zielvorgabe auf 8 Prozent erhöht. Diesen Planwert hatte der Hersteller nach Informationen von »kfz-betrieb« noch vor dem Jahreswechsel gegenüber seinen Vertriebspartnern kommuniziert.

Anfragen bei einigen Opel-Partnern haben unterdessen ergeben, dass die individuellen Händlerziele für 2016 trotz des ambitionierten Gesamtziels als „durchaus realistisch und machbar“ eingeschätzt werden. Nichtsdestotrotz rechnen die Händler mit anhaltend hohem Vertriebsdruck auf den taktischen Kanälen.

Ein Sprecher des Herstellers wollte das Marktanteilsziel am Freitag auf Anfrage nicht konkret bestätigen, zeigte sich aber in Bezug auf die Absatzerwartung zuversichtlich – vor allem wegen der Verfügbarkeit des neuen Astra-Kombis ab dem kommenden April. Zudem werde man die Schrägheck-Version des Astra mit Nachdruck und attraktiven Angeboten im deutschen Flottenmarkt platzieren, wo der Fünftürer bislang kaum eine Rolle spielte.

Weitere Zuversicht für das sportliche Vertriebsziel könnte sich aus dem Umstand speisen, dass der Insignia mutmaßlich noch in diesem Jahr in den Genuss offensiver Auslaufprogramme kommt, bei denen Opel bekanntermaßen nicht an Fördergeldern spart. Zudem könnten Aktionen rund um die Facelifts von Mokka und Zafira Tourer Impulse im Verkauf setzen.

Dabei würde der Mokka wohl auch ohne Überarbeitung weiterhin gut performen. Auch im vergangenen Jahr legte er in Deutschland deutlich um 12 Prozent auf rund 31.000 Einheiten zu. Beim Zafira dagegen besteht dringender Handlungsbedarf – er ließ 2015 erneut stark nach: Minus 22 Prozent auf nur noch rund 13.700 Einheiten.

Der Astra dagegen zog in Sachen Volumen dank eines starken Astra-J-Auslaufes wieder am Corsa vorbei. Rund 56.000 Stück setzte Opel von dem kompakten Bestseller 2015 hierzulande ab. Der neue Corsa dagegen verlor trotz enormer Werbeanstrengungen 4,4 Prozent Volumen im Vergleich zum Vorjahr auf nunmehr rund 52.700 Einheiten. Auch der Start des kleinen Karl lief nicht so gut wie angenommen – statt der von Opel anvisierten 10.000 Stück registrierte das Kraftfahrt-Bundesamt seit dem Marktstart im Juni 7.751 Einheiten.

In Europa auf Platz 4 zurückgefallen

Europaweit musste Opel im vergangenen Jahr etwas an Anteilen auf dem Pkw-Markt abgeben. Das Absatz-Volumen konnte in den vom Herstellerverband ACEA abgefragten europäischen Märkten (ohne Russland) zwar insgesamt um rund 56.000 Einheiten gesteigert werden (+6,3%) – was in etwa der Menge entsprechen dürfte, die von Russland nach Westeuropa umgeleitet werden musste. Der Gesamtmarkt wuchs aber 2015 noch stärker (+9,2%), so dass der Opel-Pkw-Marktanteil in Europa um 0,2 Prozentpunkte auf 6,6 Prozent zurückging. In welchen nationalen Märkten Opel im vergangenen Jahr nicht so erfolgreich agierte, dazu wollte der Hersteller am Freitag noch nicht Stellung nehmen.

Dem erklärten mittelfristigen Ziel, Ford beim Europaabsatz zu überholen und hinter VW Rang 2 zu besetzen, ist Rüsselsheim 2015 also nicht näher gekommen. Ford erreichte im vergangenen Jahr einen Marktanteil von 7,2 Prozent. Stattdessen verlor Opel sogar einen Platz: Renault drängte die Rüsselsheimer mit einer europaweiten Absatzsteigerung von 11 Prozent auf Platz 4 zurück und erreichte 7,0 Prozent Marktanteil.

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