VW Budd-E: Vision vom neuen Volkswagen

Studie ist Technickträger des neuen VW-Elektrobaukastens

| Autor: sp-x

Die Studie Budd-E trägt den neuen Elektrobaukasten von Volkswagen unter ihrem Blechkleid.
Die Studie Budd-E trägt den neuen Elektrobaukasten von Volkswagen unter ihrem Blechkleid. (Foto: VW)

Als Dzemal Sjenar mit seinem VW an der Tankstelle auftaucht, staunen die anderen Kunden nicht schlecht. Denn Sjenar sitzt nicht in einem Passat oder Jetta, wie sie hier zu Tausenden durch Las Vegas fahren. Der VW-Ingenieur kommt im Budd-E, den sein Chef Herbert Diess gerade noch als Blech gewordenen Beweis für die Vision von „New Volkswagen“ bei seiner Keynote zur Consumer Electronics Show (CES) auf die Bühne gefahren hat.

Während die Messebauer die Kisten packen und den Transport nach Wolfsburg vorbereiten, hat er die Zeitmaschine angeworfen und den visionären Prototypen kurz in die Wirklichkeit entführt: Als wäre ein Ufo gelandet, rollt Sjenar deshalb jetzt mit seinem Raumschiff jenseits des berühmten Strips für ein paar Fotos vor der Skyline auf und ab.

Die abgelegene Tankstelle nutzt er allerdings nur zum Wenden und einen Kaffeestopp. Aber ganz sicher nicht zum Tanken. Denn der Budd-E braucht weder Diesel noch Benzin. Er fährt mit Strom. Schließlich ist er der Vorbote des ersten designierten Elektroautos von VW und steht deshalb auf dem Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB), mit dem die Niedersachsen Tesla & Co Paroli bieten wollen.

„Diese Architektur wird uns helfen, Elektrofahrzeuge mit alltagstauglichen Reichweiten zu bezahlbaren Preisen zu entwickeln“, sagt Projektleiter Sjenar und rattert stolz das Datenblatt seiner Studie herunter: Vorn ein E-Motor mit 100 kW/136 PS und 200 Nm, hinten einer mit 125 kW/170 PS und 290 Nm und dazwischen flach im Wagenboden ein Lithium-Ionen-Akku mit 92,4 kWh – das reicht für mehr als 500 Kilometer und für einen flotten Fahrstil: Immerhin beschleunigt Budd_E in 6,9 Sekunden von 0 auf 100 und wird vom einstufigen Getriebe erst bei 180 km/h ausgebremst.

MEB noch Zukunftsmusik

In der Papierform kommt der Stromer einem alltagstauglichen Auto schon verdammt nahe. In der Praxis allerdings ist es damit noch nicht ganz so weit her. Zwar ist Sjenar stolz darauf, dass alles, was Diess in seiner Rede präsentiert hat, auch tatsächlich funktioniert. Doch obwohl der Projektleiter mit einem vergleichsweise großen Team ein Jahr lang an dem Konzept gearbeitet hat, ist der Wagen am Ende doch wieder auf die letzte Rille fertig und die finale Software erst nach der Landung in Las Vegas aufgespielt worden. Außerdem ist der MEB noch Zukunftsmusik, so dass sich Sjenar für das millionenschwere Schaustück im Hier und Heute aus dem Baukasten von E-Golf und Passat GTE bedienen musste.

Wer um den Preis dieses Wagens weiß, nimmt bei der Zeitreise brav das Tempo raus, rollt ganz vorsichtig über die schartige Asphaltpiste und fasst den Budd-E nur mit Samthandschuhen an. Der Blick fällt zudem immer wieder ängstlich auf die restliche Reichweite. Denn nach der Messe ist der Akku ziemlich ausgelutscht und die anderen Kollegen wollen schließlich auch noch eine Runde drehen.

Dass dem Showcar so schnell der Saft ausgeht, liegt allerdings nicht nur an den kleinen Akkus des Einzelstücks. Schuld daran ist vor allem die spektakuläre Showtechnik, die Sjenar für den Auftritt auf der CES eingebaut hat. Denn gerade in Las Vegas kann man den Leuten ja nicht nur mit einem cooles Design und einem innovativen Antrieb kommen. Hier, wo die Nacht taghell erleuchtet ist, wo mehr Lampen funkeln als am Times Square in New York und größere LED-Screens hängen als irgendwo sonst auf der Welt, hier müssen sich die Ingenieure schon ein bisschen mehr einfallen lassen.

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