Renault König setzt auf Wachstum mit Fiat

Vier neue Standorte im Berliner Speckgürtel

| Autor: Christoph Baeuchle

Neben Renault und Dacia vertreibt das Autohaus nun auch Fiat und Jeep.
Neben Renault und Dacia vertreibt das Autohaus nun auch Fiat und Jeep. (Foto: Richter)

Deutschlands größter Renault- und Dacia-Händler auf neuen Wegen: Die Berliner Autohaus-Gruppe König hat die FCA-Marken Fiat, Jeep, Alfa Romeo, Abarth und Fiat Professional ins Portfolio aufgenommen. Im Berliner Speckgürtel – Finsterwalde, Fürstenwalde, Hoppegarten und Teltow – vertreibt der Händler künftig auch die Marken des italienischen Herstellers. Zuvor hat die Autohaus-Gruppe an den Standorten Gebrauchtwagen verkauft.

Aus Sicht von Geschäftsführer Dirk Steeger ergänzen die Produkte der Italiener ausgezeichnet die Fahrzeugpalette von Renault und Dacia. Zudem passen sie zum bisherigen Klientel der Autohausgruppe: „Unsere Kunden fahren gerne Autos mit einem Preis unter 10.000 Euro“, erläutert Steeger. Fiat habe in diesem Preissegment beispielsweise hier mit dem Panda einiges zu bieten.

Bei der Vertragsunterzeichnung in der König Lounge: (v. li.) Danilo Meile (Brand Manager Jeep im Autohaus König), Oliver Materson, Jan Scheidgen, Udo Kirk (alle FCA), Dirk Steeger (Geschäftsführer Autohaus König), Roger Matz (Leiter Netzentwicklung bei König), Steffen Höpcke (Brand Manager Fiat, König), Marcel Diebert (Brand Manager Fiat Professional, König).
Bei der Vertragsunterzeichnung in der König Lounge: (v. li.) Danilo Meile (Brand Manager Jeep im Autohaus König), Oliver Materson, Jan Scheidgen, Udo Kirk (alle FCA), Dirk Steeger (Geschäftsführer Autohaus König), Roger Matz (Leiter Netzentwicklung bei König), Steffen Höpcke (Brand Manager Fiat, König), Marcel Diebert (Brand Manager Fiat Professional, König). (Foto: Fiat)

Auch von Jeep verspricht sich der Geschäftsführer einen weiteren Wachstumsschub. Bei gewerblichen Kunden, die König beispielsweise im Transporter-Bereich oder im Flottensegment mit Kleinwagen hat, könnten die Fahrzeuge im Preissegment über 30.000 Euro eine Alternative sein.

Eine Kannibalisierung zwischen den bereits vorhandenen Renault- und Dacia-Modellen und den Neuzugängen sieht Steeger nicht. Wer sich für einen Fiat 500 entscheide, für den komme ein Renault Twingo nicht in Frage. Klar ist, dass die Marken nicht zusammen in ein Autohaus kommen. „Wir stellen in keinen Renault-Betrieb Fiat mit rein“, betont Steeger.

Neue Marken befeuern Wachstumsstrategie

Mit der neuen Strategie treibt das Autohaus seine Wachstumspläne voran. Bereits Anfang des Jahres hat das Autohaus vier Standorte des ostdeutschen Renault-Händlers Stieler übernommen. Mit den Kernmarken Renault und Dacia kommt es in seiner Heimatregion an seine Grenzen. Im Marktverantwortungsgebiet liegen nach eigenen Angaben der Pkw-Anteil bei 10 Prozent und der Nfz-Anteil bei 19 Prozent. „Weiteres Wachstum halten wir für sehr unrealistisch“, so Steeger. Es sei nur mit einem sehr hohen Aufwand an Werbung und einem entsprechenden Margenverlust machbar.

Entsprechend hat der Händler, der seit 1980 für Renault aktiv ist, eine Alternative gesucht. „Wir haben uns umgeschaut, welche Marke zu uns passt“, erläutert Dirk Steeger. Die Aufnahme verschiedener Marken hat der Geschäftsführer durchgespielt. „Bei Fiat sind wir mit offenen Armen empfangen worden.“ Was nicht zuletzt an den gekündigten Händlerverträgen liegen dürfte.

Mit den Absatzerwartungen für die neuen Standorte ist Steeger noch zurückhaltend. Ziel ist es, im ersten Jahr rund 600 Fiat-Pkw und 300 Jeep zu verkaufen. „Wir machen die ersten Schritte, um die Marke kennenzulernen.“ Dabei wird es nicht bleiben. In absehbarer Zeit will das Autohaus auch mit Fiat weiter wachsen.

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