Genf gibt sich dem SUV-Boom hin

Autosalon ist eine PS-Party zwischen SUV-Modellen

| Autor: sp-x

Der Bugatti Chiron ist nur einer von vielen PS-Boliden, die in Genf um die Aufmerksamkeit des Publikums buhlen.
Der Bugatti Chiron ist nur einer von vielen PS-Boliden, die in Genf um die Aufmerksamkeit des Publikums buhlen. (Foto: SP-X)

Sie heißen Bugatti Chiron, Ferrari GTC4 Lusso oder Porsche 911 R, haben 1.500, 690 oder 500 PS und bilden üblicherweise die Zierde einer jeden Automesse. Der Frühjahrsauftakt auf dem teuren Pflaster am Genfer See zeigt die Genannten im Rahmen der PS-Parade. Der Autosalon vom 3. bis 13. März, der in vergangenen Jahren durchaus mal von Kleinwagen oder grüner Mobilität beherrscht wurde, bietet Sportwagen vom Feinsten. Doch der Blickfang ist das eine, auf der anderen Seite buhlen die Modelle mit deutlich mehr Bodenfreiheit erfolgreich um die Aufmerksamkeit der Betrachter.

Zulassungsstatistiken, Modellprogramme der Hersteller und nicht zuletzt das Straßenbild offenbaren den seit Jahren anhaltenden SUV-Boom. Und egal wohin man blickt, auch in den Messehallen des 86. Genfer Automobilsalons gibt es kein Entrinnen vor den hochgebockten Gelände-Softies.

Allen voran fährt der VW-Konzern neues Crossover-Material auf: Mit dem 4,19 Meter kurzen Q2 zeigt Audi, wie kantig und massig man sich in Ingolstadt ein Mini-SUV vorstellt – im Herbst geht der Q2 an den Start. Dass auch bei VW selbst im Modellprogramm noch Platz ist für einen Hochbeiner für die Stadt zeigt die Studie T-Cross Breeze. In Polo-Größe, mit steiler Front wie beim Tiguan und ebenfalls sehr kastig fährt das Konzeptauto – sehr gewagt – gar ohne Dach in Genf vor. Das kleine VW-SUV kommt, das Cabrio hat zumindest theoretisch Chancen auf die Serie. Eine Nummer größer kommt – als allererstes SUV der Marke überhaupt – im Juni der Seat Ateca auf den Markt, dann sogar mit Dreizylinder-Benziner. Wiederum eine Studie mit Ausblick auf ein künftiges Mittelklasse-Modell zeigt Skoda mit dem 4,70 Meter langen Siebensitzer Vision S.

Das SUV-Trend auch einher gehen kann mit alternativer Mobilität zeigen in Genf ganz dezidiert die asiatischen Hersteller: Zwischen Kompakt- und Mini-SUV hat Toyota den sehr progressiv gestalteten CH-R positioniert, der den Hybrid-Antrieb aus dem Prius nutzt. Direkter Konkurrent ist der Kia Niro, der auf 4,36 Metern Länge ebenfalls als Hybrid noch in diesem Jahr auf den Markt kommt. Daneben schwingt auch der Hyundai Ioniq die Fahne der elektrifizierten Antriebe: Das Modell wird sowohl als Plug-in, Hybrid und E-Auto angeboten.

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Supersportlerin Kleinserie für große Geldbeutel

Künftig auch elektrifiziert werden soll der neue Bugatti – wobei dieser Aspekt natürlich nicht der erste ist, der einem bei dem 1.500-PS-Sportler einfällt, der in weniger als 2,5 Sekunden auf 100 km/h ist. Ihrem Ruf als große Bühne für rassige Sportwagen wird der Autosalon in diesem Jahr einmal mehr gerecht. Unter den diversen Boliden ist auch der von Fans ersehnte, mit 500 PS starkem 4,0-Liter-Sauger ausgestattete und auf 991 Stück limitierte Leichtbau-Porsche 911 R. Vorfreude aufs gute Wetter schürt beispielsweise Mercedes mit dem C-Klasse Cabrio, das in der Spitze als C43 mit 367 PS in Fahrt gebracht wird. Unter den Sehnsuchtsmodellen sind auch zwei Ikonen-Wiedergänger: der Renault Alpine und das Frontmittelmotor-Konzeptauto von Opel als ideeller Nachfolger des GT.

Bei so viel trendiger Technik auf der einen Seite und Gänsehaut-Modellen auf der anderen Seite fast etwas in den Hintergrund gerückt sind die klassischen Modelle: So hat Volvo beispielsweise den komplett erneuerten großen Kombi V90 vorgestellt, im neuen schwedischen Design weniger kastig als zuvor. Mit großer Klappe haben auch Renault Megane Grandtour und Kia Optima debütiert – Letzterer zum ersten Mal überhaupt.

Genfer Salon 2016: Schweizer Schnappschüsse

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