Borgward will auch Händler mit ins Boot holen

BX7 TS ab Dezember für „plus-minus 45.000 Euro“ erhältlich

| Autor: Andreas Wehner

„Wir sprechen aktuell auch mit klassischen Händlern“, sagt Borgward-Chef Ulrich Walker.
„Wir sprechen aktuell auch mit klassischen Händlern“, sagt Borgward-Chef Ulrich Walker. (Bild: Rehberg/»kfz-betrieb«)

Die am Dienstag auf der IAA verkündete Vertriebskooperation mit Sixt Neuwagen wird nicht der einzige Absatzkanal für Borgward bleiben. „Wir sprechen aktuell auch mit klassischen Händlern“, sagte Borgward-Chef Ulrich Walker am Mittwoch auf der IAA im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Auf einer Händlerveranstaltung will der Autobauer auf der Frankfurter Messe potenzielle Partner informieren und ins Boot holen.

Der Online-Vertrieb soll jedoch eine wesentliche Säule in der Strategie von Borgward sein. Neben Sixt Neuwagen kann sich Walker weitere Kooperationspartner dafür vorstellen. Für das Servicegeschäft prüft Borgward derzeit eine Kooperation mit der Werkstattkette ATU.

Anfang des kommenden Jahres soll in der Stuttgarter Innenstadt ein sogenanntes „Brand Experience Center“ eröffnen. Dort sollen Kunden und Interessenten sich über Borgward informieren, Testfahrten buchen und die Autos auch kaufen können. Das Fabrikat will auch in weiteren Städten solche Repräsentanzen eröffnen. Mögliche nächste Standorte sind beispielsweise Berlin, Hamburg oder München.

Zunächst verkauft Borgward in Deutschland eine limitierte Variante des BX7 TS. Das Topmodell unterscheidet sich durch exklusive Features und ein etwas anderes Aussehen von den restlichen Modellen der Baureihe. Die ersten Fahrzeuge sollen spätestens im Dezember über Sixt Neuwagen bestellbar sein. Walker geht dabei von einem Preis von „plus-minus 45.000 Euro“ aus. Die exakte Einpreisung müsse man noch abstimmen. Nach dem BX7 TS will Borgward im ersten Halbjahr 2018 auch den regulären BX7, den kleineren BX5 sowie das coupéhafte SUV BX6 anbieten. In der Pipeline ist zudem ein kleineres SUV namens BX3.

Borgward will sich in Zukunft nicht auf die Produktion von SUVs beschränken. Auf der IAA präsentierte das Unternehmen mit dem Isabella-Konzept einen Ausblick auf die mögliche Neuauflage eines Borgward-Klassikers. Die Optik der viertürigen und viersitzigen Coupé-Studie nimmt die künftige Design-Leitlinie der Marke vorweg.

Die Marke Borgward hatte 2015 ihr Comeback gestartet. Mit Unterstützung des chinesischen Nutzfahrzeugbauers Foton hat der Autobauer im Juni des vergangenen Jahres in China mit dem Fahrzeugverkauf begonnen. Dort hat das Unternehmen 170 Händler am Netz, die bislang rund 60.000 Fahrzeuge verkauft haben. Bis zum Jahresende sollen es 220 Händler sein. Neben China ist Borgward auf weiteren, kleineren asiatischen Märkten aktiv. Zudem bereitet das Fabrikat aktuell den Start im nahen Osten sowie in Lateinamerika vor.

Borgward schrieb zwischen 1924 und 1961 ein Stück deutsche Automobilgeschichte mit. Das Unternehmen beschäftigte in seiner Blütezeit 23.000 Menschen und war in den 50er Jahren zeitweise der drittgrößte Autobauer in Deutschland. Bekannt wurde das Unternehmen unter anderem durch Modelle wie Isabella, Arabella, Hansa 1500 und Hansa 2400. 1961 musste die Unternehmensgruppe – damals größter Arbeitgeber Bremens – nach öffentlich gewordenen finanziellen Schwierigkeiten Konkurs anmelden.

Ein ausführliches Interview mit Borgward-Chef Ulrich Walker lesen Sie in einer der nächsten Ausgaben des »kfz-betrieb«.

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